Lokales
15.09.2016 21:14
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Die möglichen Windkraft-Vorrangzonen in Bad Laasphe auf einen Blick. In Betracht zieht die Stadt allerdings nur noch die Flächen 6, 8 und 9, auf denen ohnehin schon Windräder stehen oder schon mal genehmigt waren. Grafik: Stadt
Die möglichen Windkraft-Vorrangzonen in Bad Laasphe auf einen Blick. In Betracht zieht die Stadt allerdings nur noch die Flächen 6, 8 und 9, auf denen ohnehin schon Windräder stehen oder schon mal genehmigt waren. Grafik: Stadt

Stadt kann neue Windräder noch nicht verhindern

Vorrangzonen gegen Verspargelung

bw - Im Gegensatz zur Thematik AWo-Seniorenzentrum gab es am Donnerstagabend in Sachen Windkraft zwar Antworten – allein: Zufriedenstellend dürften sie für jene Bürger, die sich in der Einwohnerfragestunde zu Wort meldeten, sicherlich nicht gewesen sein. Bevor der Stadtrat anschließend grünes Licht für die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung für die Änderung des Flächennutzungsplans und die Ausweisung von Windkraft-Vorrangzonen erteilte, beschäftigte sich Lothar Hayo aus Sohl damit, wieso die Stadt ihr Einvernehmen für die bislang gebauten oder genehmigten Windkraft-Anlagen nicht verweigert habe. Die Antwort von Bauamtsleiter Werner Dieckhoff: Eine Verweigerung des Einvernehmens sei ohne die ausgewiesenen Vorrangzonen nicht möglich. Außerdem lägen die Standorte der Windräder ja genau in den Gebieten, die die Stadt ohnehin als Vorrangzonen ausweisen wolle.

Warum fehlt der Blick über die Laaspher Stadtgrenzen hinaus?

Martin Scheffel aus Fischelbach wunderte sich, dass die Stadt für die geplanten Windenergie-Anlagen von Juwi eine Vorrangzone schaffen wolle, obwohl hier ein Baustopp verhängt worden sei. Ob es hier noch einmal Baugenehmigungen gebe, sei fraglich, meinte Scheffel. Ferner kritisierte er, dass der Bereich Neuntel nicht als Vorrangzone ausgewählt worden sei, obwohl diese zusammenhängend mit dem Gebiet Osterholz auf Berleburger Stadtgebiet eine große Vorrangzone ergäbe. „Warum wird nicht betrachtet, was über die Stadtgrenze hinaus geschieht?“ Die Antwort von Bürgermeister Dr. Torsten Spillmann darauf: Die Stadt darf im Verfahren der Änderung des Flächennutzungsplans nicht über die eigenen Grenzen hinaus schauen. Zudem machte Werner Dieckhoff deutlich, dass es ja klarer Wille der Stadt sei, Windräder auf das Banfetal zu konzentrieren.

Kreis könnte das fehlende Einvernehmen der Stadt ersetzen

Werner Oder aus Banfe wollte wissen, ob die Stadt derzeit überhaupt Einfluss darauf nehmen könne, ob Windräder gebaut werden können oder nicht. Die kurze Antwort von Werner Dieckhoff: „Nein.“ Daher sei die Ausweisung von Vorrangzonen ja letztlich sinnvoll, damit zumindest das übrige Stadtgebiet frei bleiben könne. Bis allerdings die Vorrangzonen mal ausgewiesen sind, und das dürfte sich noch hinziehen, können also Investoren munter weiter Bauanträge stellen – so avisiert für die drei Windräder zwischen Hesselbach und Fischelbach, für die die Stadt jetzt das Einvernehmen verweigert hat. Der Kreis könnte das Einvernehmen indes ersetzen. Wie jedoch bekannt wurde, liegt bisher nur eine Bauvoranfrage vor – kein Antrag nach Bundes-Immissionsschutzgesetz.

Benfer Rücken: Beteiligung der Öffentlichkeit verzögert sich

Anders bei den vier geplanten Windrädern auf dem Benfer Rücken: Hier ist die Projektfirma Lahn Energy offenbar schon deutlich weiter, hat entsprechende Bauanträge nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz gestellt, wie Beigeordneter Dieter Kasper erklärte. Die Beteiligung der Öffentlichkeit verzögert sich aber, es gebe noch Fragen in dem Genehmigungsverfahren.

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