Kultur
22.09.2017 12:32
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 Hielten sich gestern Mittag auf der „Weltbaustelle Siegen“ auf (v. l.): Pauline Brunn, Kevin Dinay, Sara Kaddoura, Eugenia Springer, Aileen Hannebauer, Jan Bresinski, Zahra Sheikhi, Elisa Heinrich und Charles Bhebe.Foto: ciu

Hielten sich gestern Mittag auf der „Weltbaustelle Siegen“ auf (v. l.): Pauline Brunn, Kevin Dinay, Sara Kaddoura, Eugenia Springer, Aileen Hannebauer, Jan Bresinski, Zahra Sheikhi, Elisa Heinrich und Charles Bhebe.Foto: ciu

Am Löhrtor-Gymnasium entsteht ein Wandgemälde

„Weltbaustelle Siegen“

ciu - Die „Weltbaustelle Siegen“ ist eingerichtet. Das Gerüst steht, das Konzept im Grunde auch, das Team ist bereit und hochmotiviert. Wenn dann am Dienstagmittag mit der Vorstellung des Unterfangens eine Art symbolischer Spatenstich erfolgt ist, kann es losgehen. Das Ziel: binnen zwei Wochen ein Wandbild an der Außenwand der einstigen „Bühne“, der Aula des Gymnasiums Am Löhrtor in Siegen, zu gestalten. Eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern hat gemeinsam mit den beiden Künstlern Charles Bhebe (Simbabwe; aktuell Teilnehmer der Biennale in Venedig) und Jan Bresinski (Eitorf; u. a. Dozent in der Bundeskunsthalle in Bonn) hoch unterm Dach der Schule Ideen ausgebrütet, hat diskutiert, projiziert, skizziert. Der Entwurf: Auf der riesigen, beige-grauen Wandfläche zur Spandauer Straße hin und auch auf jener, die zum kleinen Schulparkplatz weist, wird ein Welten-Bild entstehen, das einen sehr unmittelbaren Bezug zu der Stadt hat, in der es künftig so plakativ und auch provokativ zu sehen ist.

Jede Menge Brücken aus Beton

Die Welt, die Bhebe, Bresinski und die Neunt- bis Zwölftklässler symbolhaft darstellen wollen, teilt sich in Unten und Oben. Und obwohl Wege von hier nach dort zu führen scheinen, ist die vertikale Verbindung verbaut. Mit Beton. Typisch Siegen? Vielleicht. Jedenfalls fielen den beiden Künstlern die vielen Straßen und Brücken im Stadtgebiet auf. Grün sei Siegen vor allem drumherum, das unterstrichen im Gespräch auch die Jugendlichen. Ähnlich beherrschend wie der Baustoff aus Zement empfinden sie in Siegen das Element Wasser – im Fluss, aber auch in Strömen (vom Himmel). Und so spielt im Wandbild das Nasse, ebenso lebensspendend wie lebenshemmend, durchaus eine tragende Rolle. Dazu wird das Gemälde sehr konkrete lokale Bezüge haben: Das Krönchen darf nicht fehlen …

Der Anstoß kam vom Eine-Welt-Netz

Dass die „Weltbaustelle Siegen“ eröffnet werden kann, ist dem Engagement von Elisa Heinrich vom Verein für soziale Arbeit und Kultur Südwestfalen zu verdanken. Sie arbeitet als Promotorin entwicklungspolitischer Bildungsarbeit und ließ sich vom Eine-Welt-Netz, das dieses Projekt schon in etlichen anderen Städten angestoßen hat, begeistern. Die Siegener „Weltbaustelle“ steht zeichenhaft für die globale Herausforderung, auf der Grundlage der „Agenda 2030“ (und ihren 17 Zielen für eine weltweit nachhaltige Entwicklung) an einer fairen, friedlichen, sicheren Welt zu bauen, in der alle (über)leben können. In Siegen kooperieren in dieser Angelegenheit eine ganze Reihe an Initiativen und Institutionen, überregional ist die „Weltbaustelle“ u. a. beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit angedockt.

Schulleiter Dr. Reiner Berg: „Schule ist elektrisiert“

Elisa Heinrich fand bei ihrer Suche nach einer entsprechend großen und gut sichtbaren Wandfläche – auch unterstützt von der Stadt Siegen – die Fassade des Löhrtor-Gymnasiums. Schulleiter Dr. Reiner Berg ließ sich für die „Weltbaustelle“ gewinnen, gerade weil hier Schülerinnen und Schüler derart unmittelbar an der Gestaltung beteiligt sind. „Die Schule ist elektrisiert“, sagt er. Als Religionslehrer fände er selbst das Thema Gerechtigkeit („das ist ja ein ethischer Grundgedanke“) sehr spannend. Kunstlehrerin Monika Liesegang ist glücklich darüber, wie die etablierten Künstler die Jugendlichen in den schöpferischen Prozess einbinden. Überhaupt nicht von einer „eingebildeten“ Warte herab, sondern auf Augenhöhe. Was den Schülerinnen und Schülern besonders gefallen hat, wie deren Sprecher Kevin Dinay beim SZ-„Baustellen“-Besuch betonte. Dr. Reiner Berg hat den Jugendlichen einen Vertrauensvorschuss gegeben: Sie konnten selbst entscheiden, wie viel Zeit sie im „Atelier“ verbringen und wie sie sich den im Unterricht versäumten Stoff aneignen. Fürs Leben gelernt haben sie allemal. Und: Sie haben zumindest eine Idee davon bekommen, was die Arbeit eines Künstlers ausmacht. Vielleicht, so Jan Bresinski, werde ja eine oder einer von ihnen selbst einmal Künstler – oder Künstlerin.

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