Lokales
11.03.2014 13:39
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 Die neu gegründete Bürgerinitiative „Erhaltet die Kalteiche“, Naturschutzverbände, der Privatwaldbesitzer Dr. Rüdiger Stracke und das Forstamt Herborn hatten auf die Kalteiche eingeladen. Rund 350 Teilnehmer folgten dem Aufruf. Fotos: Dirk Manderbach

Die neu gegründete Bürgerinitiative „Erhaltet die Kalteiche“, Naturschutzverbände, der Privatwaldbesitzer Dr. Rüdiger Stracke und das Forstamt Herborn hatten auf die Kalteiche eingeladen. Rund 350 Teilnehmer folgten dem Aufruf. Fotos: Dirk Manderbach

350 Teilnehmer informierten sich

„Windkraft zerstört Kalteiche“

dima - Falls die eine oder andere Wildkatze am Sonntag durch die Büsche nach draußen ins Sonnenlicht blinzelte, dürfte sie sich gewundert haben. Eine beinahe lautlose Menschenschlange bewegte sich im Schritttempo durchs Unterholz über Waldwege, durch Bachtäler und schließlich sogar über die Landesgrenze von Hessen nach NRW. Immer wieder hielt die bemerkenswerte Prozession inne, um zahlreichen Rednern zu lauschen, die unter strahlend blauem Himmel und noch unbelaubten Baumkronen Geschichten von Mopsfledermaus, Schwarzstorch, Wildkatze, Haselhuhn und Co. erzählten.

Rund 350 Fußgänger waren der Einladung zur länderübergreifenden Waldexkursion auf die Kalteiche gefolgt. Knapp fünf Stunden lang ließen sich die Wanderer von Nabu, BUND, der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (Kreisgruppe Siegen-Wittgenstein), Beamten des Forstamtes Herborn, dem Privatwaldbesitzer Dr. Rüdiger Stracke und von der neu gegründeten Bürgerinitiative „Erhaltet die Kalteiche“ in die Geheimnisse des außergewöhnlichen Berges einweihen. Deutliche Worte fielen zur gutachterlichen Praxis der Windkraftbetreiber, als die Exkursion am Hang des Hirschbergs, der zweithöchsten Erhebung der Kalteiche, Halt machte. Noch vor wenigen Tagen war hier der Schwarzstorch beim Überflug beobachtet worden. Der besonderen Wertigkeit der Fläche hatte auch das Forstamt Herborn mit arbeitsintensiven Renaturierungsmaßnahmen Rechnung getragen.

An dieser Stelle berichtete Revierförster Ralf Bräunche den Teilnehmern auf Nachfrage eines Gastes von einer besonderen Begegnung mit einem Gutachter, der vor drei Jahren im Auftrag der Windenergiebetreiber auf der Kalteiche unterwegs gewesen sei. Der „Subunternehmer eines Subunternehmers“ sei aus dem Osten Deutschlands auf die Kalteiche gekommen, um innerhalb von zwei Tagen ein Umweltgutachten zum Windpark Sinnerhöfchen zu erstellen – mit einer Karte, auf der bereits die zukünftigen Windradstandorte aufgezeichnet waren. Bräunche habe den Mann an einem Freitagnachmittag am Hirschberg getroffen. Im Moment des gemeinsamen Gesprächs, das am Standort eines weiteren geplanten Windrades stattgefunden habe, sei ein Schwarzstorch über ihre Köpfe hinweggeflogen. Der Gutachter habe die Beobachtung daher nicht mehr leugnen können und sei später entlassen worden. Woraufhin ein Dritter das Gutachten vollendet habe, das schließlich zur Genehmigung des Windparks Sinnerhöfchen vorgelegt worden sei. Die Naturschutzgutachten würden im Auftrag der Windkraftbetreiber erstellt. Ralf Bräunche: „Das wäre ungefähr so, wenn Sie ein Haus bauen wollen und sie machen sich die Statik selber und erteilen sich die Baugenehmigung.“

Von den Veranstaltern thematisiert wurden auch „offenkundige Versäumnisse bei der Erhebung und Untersuchung des Lebensraums“ sowie „auffällige Abstimmungspannen zwischen den landeseigenen Gesellschaften Hessen-Mobil und Hessen-Forst“, über die die SZ bereits im vergangenen Jahr berichtet hatte. Das Fazit der Veranstalter zu den Windkraftplänen auf der Kalteiche: Eine weitergehende Planung von Windenergieanlagen auf der Kalteiche zerstört den Naturraum, das einzigartige Landschaftsbild, die Identität mit der Heimat und die Bedeutung als Wildtierkorridor. Dirk Manderbach

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