Lokales
28.09.2017 07:15
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 BLE-Geschäftsführer Joachim Debus hat auch nach 2019 Pläne für die Zukunft der Energieversorgung in Bad Laasphe.

BLE-Geschäftsführer Joachim Debus hat auch nach 2019 Pläne für die Zukunft der Energieversorgung in Bad Laasphe.

Bad Laaspher Energie plant weiter

Zweites Netz im Wabach?

howe - Noch sind es ungelegte Eier. Aber wenn man sieht, wie das Nahwärmenetz der Stadt Bad Laasphe im Rahmen des KWK-Modellprojekts aktuell läuft, darf ein Blick in die Zukunft doch wohl gestattet sein, oder?

Jedenfalls machte BLE-Geschäftsführer Joachim Debus im SZ-Gespräch keinen Hehl aus den Überlegungen des Unternehmens. „Wir wollen ja nicht stehen bleiben und uns nur auf das eine Projekt versteifen. Wir machen weiter.“ Und wie: Die Vision ist, „Richtung Wabach eine Anfrage zu starten, wer mitmacht.“ Da die Bahntrasse und die Lahn dazwischen liegen würden, könne das aktuelle Nahwärmenetz dort nicht weitergeführt werden. Insofern sei zu überlegen, im Schulzentrum ein zweites Heizzentrum einzurichten. Das müsse kein Blockheizkraftwerk sein, das könne auch eine Holzhackschnitzel- oder Biomethan-Anlage sein. Verbunden würden dann die Lachsbachschule, die Turnhalle, der neue Investor des Seniorenzentrums auf dem Hauptschulgelände sowie – nach Möglichkeit – private Haushalte bis hin zum Freibad. Aktuell würde der Schulkomplex über eine Zentrale im Hauptschulgebäude versorgt.

Hotel am Fang: Anschluss bald in Betrieb

Bei einem Neubau sei hier ohnehin neu zu überlegen. Aber das ist erst mal Zukunftsmusik. Aktuell werden ganz andere Töne gespielt, die Joachim Debus gestern im Großen und Ganzen als wohlklingend bezeichnete. Kurzum: Das KWK-Projekt läuft, wenn auch der ein oder andere Bürger ob der zahlreichen Baustellen durchaus genervt ist. „In der Mühlenstraße ist die Leitung zu lange auf. Das gebe ich zu“, sagt Joachim Debus. Er könne die Leute verstehen. Andererseits seien einem bei Lieferschwierigkeiten externer Lieferanten die Hände gebunden. Auch die Bauunternehmen stünden dann vor einem Problem. Grundsätzlich ist Joachim Debus „zufrieden, wie es läuft.“ Der Bauabschnitt 1.1 am Städtischen Gymnasium mit der Aula, der Turnhalle und dem Lehrschwimmbecken sei seit einem Jahr in Betrieb. „Es wird damit schon geheizt.“ Der Abschnitt 1.2 die Kurstraße hinunter mit der Grundschule und der Turnhalle sei in Kürze soweit. Die Hausübergabestationen seien schon eingebaut. Ähnlich verhält es sich mit Abschnitt 2.0, der fast fertiggestellt ist. Das Hotel am Fang und die beiden Seniorenwohnheime würden im Oktober in Betrieb genommen, so Joachim Debus. Zurzeit läuft der Abschnitt 1.3 die Feldstraße und Mühlenstraße entlang, am Wittgensteiner Hof, am Haus des Gastes vorbei und am Rathaus. Sogar die WSG-Häuser hinter dem Kino werden mit angeschlossen. Dieses Jahr noch soll die Leitung hier fertig gelegt sein. Ende des Jahres, betont Joachim Debus, wolle die BLE eine Informationsveranstaltung zur Altstadt anbieten.

2,2 Mill. Euro erhielt die Stadt als Förderung

Dann wird mit dem Abschnitt 3.2 der letzte, aber wohl auch der kniffligste, realisiert. Bevor es in der Altstadt unterm Pflaster weitergeht, will die BLE die Bürger nochmals befragen, wer denn mitmachen möchte – sozusagen als letzte Gelegenheit. Joachim Debus rührt nochmal die Werbetrommel: Die 2,2 Mill. Euro, die Bad Laasphe im damaligen Kraft-Wärme-Kopplung-Wettbewerb gewonnen hatte, fließen zu 100 Prozent in die Netzplanung. Alle halbe Jahre ruft die Stadt einen Betrag bei der Bezirksregierung ab. Vorher tritt sie in Vorleistung, die Baufirma beendet einen Auftrag und die Zahlung erfolgt. Aktuell bietet die BLE jedem Hauseigentümer einen KWK-Anschluss für 1800 Euro an. Allein dieser relativ niedrige Betrag ist ein Ergebnis der Förderung. Hinzu kommt, dass sich die Kunden ihren Anschluss über die Wohngebäudeförderung nochmal fördern lassen können. Das wären rund 1500 Euro. „Letztlich zahlt man dafür also rund 300 Euro.“ Auch der Betreiber eines Hotels oder eines Seniorenzentrums ist mit den 1800 Euro Anschlusskosten dabei.

In der Altstadt rollen die Bagger ab 2018

Joachim Debus rechnet vor, dass ein Austausch der alten Ölheizung und deren Neuanschaffung meist bei rund 10 000 bis 14 000 Euro liege. Hier hätte man für 300 Euro seinen Anschluss. Die Altstadt-Bewohner haben noch ein wenig Zeit, sich zu entscheiden. Ab 2018 sollen hier die Bagger anrollen. Bis dahin gilt es, die aktuellen Baustellen abzuschließen. Acht Kilometer Leitung sind verlegt, wenn in 2019 alles fertiggestellt ist. Die Rohre DN 200 bis 250 haben Durchmesser von 20 bis 25 Zentimeter. Dazu erfolgt eine doppelte Dämmung. Zwölf Meter lange Rohrstücke werden allesamt per Hand zusammengeschweißt, und zwar jeder Bogen und jede Kurve. Dass das nicht von heute auf morgen geht, liegt auf der Hand.

 Das Nahwärmenetz der Stadt Bad Laasphe, das im Rahmen der KWK-Modellkommune NRW mit 2,2 Mill. Euro gefördert wird, nimmt echte Formen an. Aktuell werden die Leitungen am Rathaus gelegt. Und: Es soll in Zukunft weitergehen. Fotos: Holger Weber

Das Nahwärmenetz der Stadt Bad Laasphe, das im Rahmen der KWK-Modellkommune NRW mit 2,2 Mill. Euro gefördert wird, nimmt echte Formen an. Aktuell werden die Leitungen am Rathaus gelegt. Und: Es soll in Zukunft weitergehen. Fotos: Holger Weber

 Hinter dem Haus des Gastes führt die KWK-Leitung ebenfalls her. Hier warten die Bau-Beteiligten auf eine Lieferung eines externen Unternehmens.

Hinter dem Haus des Gastes führt die KWK-Leitung ebenfalls her. Hier warten die Bau-Beteiligten auf eine Lieferung eines externen Unternehmens.

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