Kultur
30.06.2016 17:11
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 Lady Macbeth (Elisabeth Höfer, r.) tut alles, um ihren Mann (Julia Franzkoch) vom heimtückischen Mord am König zu überzeugen. Foto: stö

Lady Macbeth (Elisabeth Höfer, r.) tut alles, um ihren Mann (Julia Franzkoch) vom heimtückischen Mord am König zu überzeugen. Foto: stö

Blutige Premiere im Schlossgarten

tollMut spielt „Macbeth“

stö - Halb Mensch, halb Skelett, mystisch und schauerlich. Wer das Plakat gesehen hatte, der konnte erahnen, was ihn bei „Macbeth“ erwartet. Frei nach William Shakespeare spielte das tollMut-Theater aus Siegen, unter der Regie von David Penndorf, das schaurige Drama. Am Mittwochabend fand bei bestem Wetter die Premiere im Musikpavillon im Siegener Schlossgarten statt.

Nur eine Lösung möglich: Mord

Macbeth (Julia Franzkoch) hat es getan: Er hat den schottischen König Duncan (Levia Murrenhoff) im Schlaf mit einem Dolch ermordet und damit dem Drängen von Lady Macbeth (Elisabeth Höfer) nachgegeben. Doch seine Bedenken, Zweifel und Ängste, die Tat zu begehen, waren wohl berechtigt. Er wird verfolgt von den Geistern der Toten. Der Wahnsinn befällt ihn und lässt ihn nicht mehr los. Jeder, der nur annähernd seinen durch den Mord errungenen Thron besteigen könnte, ist eine Gefahr und muss entfernt werden. Getrieben von seinem Wahn, kennt Macbeth nur eine Lösung: Mord. Eine für ihn nicht enden wollende Qual, der er nur durch seinen eigenen Tod entkommen kann.

Begeisterung für roten Lebenssaft

Das beklemmende Gefühl, ausgeliefert zu sein und den Verstand zu verlieren, übertrug sich vom Protagonisten auf die Zuschauer. Und dann floss auch noch viel (Kunst-)Blut, sehr viel Blut. Verständlich, denn schließlich fanden einige Figuren den Tod. Vor allem der als Geist erscheinende, ermordete Banquo (Carina Betram) zeigte große Begeisterung für den roten Lebenssaft.

Sehr frei nach Shakespeare

Nur gut, dass die drei Nebendarsteller Pierre Stoltenfeldt, Moritz Steinacker und Rudolf Neubauer in gleich mehreren Rollen für amüsante Momente sorgten. Es war einfach zu komisch, wie sie zu dritt ein Kind darstellten, Trunkenbolde oder Mörder spielten. Aber auch fürchten konnte man sich vor ihnen, wenn sie beispielsweise die zischenden und schlurfenden Hexen spielten, die Macbeth die Vision in den Kopf pflanzten, er werde König. Und obwohl einige Stellen wirklich sehr frei nach Shakespeare und skurril waren, schafften es die Darstellerinnen und Darsteller, die Grenze zum Albernen nicht zu überschreiten. Im Gegenteil, die Spannung und die beängstigende Atomsphäre hielten fast durchgängig an. Einfach zum Gruseln und der reine Wahnsinn – im wahrsten Sinne des Wortes.

Weitere Vorstellungen von „Macbeth“ folgen

Wer sich nicht scheut, mit hineingenommen zu werden, der hat weitere Gelegenheiten, sich das Stück anzuschauen: am 1., 4. und 5. Juli, jeweils um 19 Uhr und immer am gleichen Ort, im Musikpavillon im Siegener Schlossgarten.

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