Briefe in Sachen „Herrengarten“

 Der Herrengarten 1953: Damals diente die Fläche als Parkplatz. Foto: Archiv

ch - Das wird noch spannend. Nein, gemeint ist nicht die Sitzung des Siegener Wirtschaftsförderungausschusses am Donnerstag, in der zum Herrengarten bloß der bekannte Sachstand berichtet werden wird – die Bahnhofs-Arkaden GmbH als Teileigentümer möchte auch noch den Rest des Gebäudeskomplexes am Siegufer in der Innenstadt kaufen. Sondern die anschließende Debatte in der Kommunalpolitik wird dann interessant, wenn die Stadtverwaltung den Vorschlag zum Verkauf der Immobilie dem Rat der Krönchenstadt konkret unterbreitet.

Vorsorglich hat das „Aktionsbündnis Herrengarten“ schon einmal die Fraktionsspitzen im Stadtrat angeschrieben. In den offenen Briefen appelliert das Bündnis – eine Gruppe von zwei Dutzend Bürgern der Krönchenstadt, die sich bislang unbenannt und unbekannt hinter einem gebürtigen Siegener, der heute in Berlin wohnt (Dr. Richard Vogel, Unterzeichner der Briefe), versteckt – an die „politische Verantwortung“ der Ratsfrauen und Ratsherren.

In der Erwartungshaltung des Bündnisses, dass es Fehlentwicklungen am Siegufer zu verhindern gelte und dass die Öffentlichkeit die Erwartung hege, oberhalb der neuen Stufen Freiflächen schaffen zu können, werden die Fraktionen gefragt, ob sie dafür Sorge tragen werden, „dass die Verwendung des stadteigenen Grundstücks nur im Sinne eines nachhaltigen öffentlichen Interesses erfolgt?“ Konkret möchte das Bündnis von den Fraktionen wissen, ob sie sich für die Umwandlung der Flächen in eine Grünanlage einsetzen werden. Zur Erinnerung: Die Stadt Siegen hatte den kleineren Teil des Herrengarten-Komplexes im Jahr 2013 erworben. Politik und Verwaltung verfolgten zunächst das Ziel, auf dem Areal irgendwann einmal eine parkähnliche Fläche zu schaffen – also das, was das Aktionsbündnis wiederholt fordert. Doch die Pläne der Bahnhofs-Arkaden GmbH (Gesellschafter sind die Sparkasse Siegen sowie die Baufirmen Quast und Runkel) sehen anders aus. Sie möchte, wie berichtet, das Gebäude an das Erscheinungsbild des neuen Quartiers anpassen.

So wird denn auch der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Siegen, Wilfried Groos, in einem weiteren offenen Brief des Bündnisses gefragt, was der „öffentliche Mehrwert“ der nun geplanten Bau- bzw. Umbaumaßnahme ist und warum es bei den Bauträgermaßnahmen von städtischer Bedeutung keine Wettbewerbe gibt. Zudem fragt das Bündnis, „ob nicht durch den permanenten Zusammenschluss der Sparkasse mit hiesigen Bauunternehmen ein Monopol entsteht“.

Es wurden weitere Briefe verschickt, unter anderem an Siegens Bürgermeister Steffen Mues und Stadtbaurat Michael Stojan. Alle Briefe sind unter www.aktionsbuendnis-herrengarten.de einsehbar.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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