Anklage gegen Siegener Salafisten

Zu den Salafisten, gegen die die Kölner Staatsanwaltschaft Anklage erhoben hat, gehören auch im Siegerland lebende Männer. Screenshot: Facebook
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sz - Die Staatsanwaltschaft Köln hat Anklage gegen acht radikal-islamische Salafisten aus Köln und Siegen erhoben, über die die Siegener Zeitung bereits im November berichtet hatte. Weil sie die Terror-Milizen Islamischer Staat (IS) und Junud al-Sham (Soldaten Syriens) unterstützen wollten, soll die Bande in zwei Kirchen im Siegerland eingebrochen sein, Schulen geplündert und Geldschränke in Firmenräumen geknackt haben. Dies geht aus Informationen hervor, die der Focus in seiner Ausgabe am Samstag veröffentlicht. „Die Angeklagten wollten mit ihren Taten den Dschihad in Syrien und im Irak unterstützen“, beschrieb der Kölner Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn gegenüber dem Nachrichtenmagazin Focus die Motivlage der im November 2014 inhaftierten Bandenmitglieder.

Laut Anklage bezeichneten die Extremisten im Alter zwischen 21 und 36 Jahren Kirchen als Häuser der Mushrik (Götzendiener). Überdies soll die Bande Reisen deutscher Rekruten zu den Terror-Milizen IS und Junud al-Sham finanziert haben. „Wir müssen gucken, wie die Gelder runterkommen“, drängte einer der Kirchenräuber in einem belauschten Telefonat, „wie die dreckigen Kuffar unten abgeschlachtet werden. Das ist unsere Pflicht, dass ihnen die Kehle da unten durchgeschnitten wird.“

Ferner wirft die Staatsanwaltschaft den Angeschuldigten Raub, Erpressung, Handel mit gefälschten bulgarischen Pässen, Hartz-IV-Betrug sowie die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat vor. Nach Focus-Informationen absolvierte einer der Angeklagten im Herbst 2013 in Syrien eine kurze Militärausbildung bei den Terror-Garden Junud al-Sham. Nach seiner Rückkehr forcierte der 25-jährige Kölner Mustapha A. die kriminellen Aktionen der Bande.

Laut Anklage stand Mustapha A., Kampfname Asadullah al-Almani, „in engem Kontakt zum Salafistenprediger Pierre Vogel“. So fanden sich bei der Razzia im November 2014 Bilder, die den mutmaßlichen Einbrecher Arm in Arm mit dem Prediger zeigen, nebst Fahne „mit der seitens des IS verwendeten Symbolik“. Auf weiteren Aufnahmen weht das IS-Banner vor dem Deutschen Bundestag. Dazu ein Ortsausgangsschild, das ein „Ende der Demokratie“ sowie das islamistische „Kalifat“ als Ziel propagiert.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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