Verteidiger verlas Erklärung

 Rechtsanwalt Martin Kretschmer gestern vor dem Landgericht Siegen: Der Olper hat seine Kanzlei in Bonn und die Verteidigung des 15-jährigen Jungen übernommen, der wegen des Totschlags eines Mitschülers angeklagt ist. Foto: win
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win -  Der junge Angeklagte wurde streng von der Öffentlichkeit abgeschirmt; im Gericht wiesen zusätzliche Info-Zettel noch ausdrücklicher als ohnehin darauf hin, dass weder Bild- noch Tonaufnahmen erlaubt seien. Der Gerichtssaal blieb für Zuschauer verschlossen.

Gericht und Staatsanwaltschaft haben beschlossen, dass die Öffentlichkeit erst dann informiert wird, wenn ein Urteil gefallen ist. Der Verteidiger des Angeklagten, der Olper Rechtsanwalt Martin Kretschmer, nutzte eine Unterbrechung der Verhandlung, um kurz gegenüber den Medien Stellung zu beziehen.

Er berichtete, nach der Anklageverlesung habe er für seinen Mandanten eine über 20 Seiten starke Erklärung verlesen. Zum Inhalt werde er keine Stellung beziehen und sich ansonsten dem Vorgehen des Gerichts anschließen. Er könne lediglich sagen, dass zentraler Punkt der Erklärung sei, dass sein Mandant wie auch bei den Vernehmungen und Befragungen der Polizei „einräumt, für den Tod des 16-Jährigen verantwortlich zu sein“. Das Gericht habe nach der Erklärung eine Unterbrechung beschlossen, um darüber zu beraten, ob nach der ausführlichen Einlassung möglicherweise einige Zeugen ausgeladen werden könnten. Weitere Fragen beantwortete Kretschmer nicht.

„Meinem Mandanten geht es nicht sehr gut, wie man sich vorstellen kann“, so Kretschmer zur Verfassung des gerade 15 Jahre alt gewordenen Jungen, der zur Tatzeit 14 Jahre alt war, „ein sehr, sehr junger Angeklagter, der sich jetzt natürlich einem gewaltigen Justizapparat gegenübersieht und die Tat und alles, was damit in Zusammenhang steht, verarbeiten muss.“ Das Verfahren sei für den Jungen so schwer wie für die anderen Verfahrensbeteiligten auch.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 15-Jährigen Totschlag vor, der mit einer bis zu zehnjährigen Jugendstrafe geahndet werden kann. Bislang sind sechs Verhandlungstage angesetzt; das Urteil soll am 11. Juni verkündet werden.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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