Eisschlag: Rothaarsteig gesperrt

 Seit zwei Wochen wird der Rothaarsteig bei Gernsdorf auf einer Strecke von 1,5 Kilometern umgeleitet. Ein Ranger hatte beobachtet, dass Eis von einer Windkraftanlage mit stehenden Rotoren in die Nähe des Wanderweges abgefallen war. Foto: dima
  • Seit zwei Wochen wird der Rothaarsteig bei Gernsdorf auf einer Strecke von 1,5 Kilometern umgeleitet. Ein Ranger hatte beobachtet, dass Eis von einer Windkraftanlage mit stehenden Rotoren in die Nähe des Wanderweges abgefallen war. Foto: dima
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dima - Blauer Himmel und eine tief verschneite Landschaft, Fichten tragen weiße Zipfelmützen, der Schnee glitzert märchenhaft: Die Wälder links und rechts des Rothaarsteiges zwischen Wilgersdorf, Gernsdorf und Hainchen gleichen zurzeit Postkartenmotiven. Schöner geht es kaum. Eigentlich ist jetzt die richtige Zeit für einen Winterspaziergang.

Doch wo der beliebte Wanderweg eigentlich entlangführt, versperrt seit beinahe zwei Wochen ein Flatterband mit Rothaarsteig-Logo den Weg. Weitere Flatterbänder in den Bäumen machen auf eine Umleitung aufmerksam. An einem Baumstamm nebenan steht die Lösung des Rätsels: Waldbesucher werden dort auf eine „befristete Sperrung“ des Weges aufmerksam gemacht. Die „Ranger Südwestfalen“ von „Wald und Holz NRW“ warnen vor Eisschlag im Bereich der Windkraftanlagen: „Bitte folgen Sie den rot/weißen Bändern mit Rothaarsteig-Logo.“

Auf einer Strecke von 1,5 Kilometern werden die Wanderer umgeleitet. Und zwar auf einen Umweg, der ebenso lang ist. Was getestet wird, war bisher nicht zu erfahren. Auf Nachfrage bei AVIA-Windkraft in München, dem derzeitigen Betreiber der drei neuen Dillbrechter Windkraftanlagen, erklärte man, der Techniker sei zurzeit nicht zu sprechen.

Details waren erst von Rothaarsteig-Ranger Matthias Speck zu erfahren. Er habe vor knapp zwei Wochen beobachtet, dass Eisbrocken von den Rotoren einer Windkraftanlage in die Nähe des Rothaarsteiges gefallen seien. Es habe sich allerdings um deutlich kleinere Eisbrocken gehandelt als im vergangenen Jahr. Außerdem sei das Eis diesmal nicht auf den Weg geschleudert worden.

Rückblick: Zu Beginn des vergangenen Jahres berichtete die SZ von Eisplatten mit einer Kantenlänge von bis zu 60 Zentimetern. Die Bauaufsicht des Lahn-Dill-Kreises hatte damals erklärt, dass beheizte Rotorblätter Teil der Genehmigung gewesen seien. Bei Eis starte eine Heizung, der Betreiber müsse die Anlage dann sofort abstellen. Die Windkraftfirma Vestas Central Europa, Standort Husum, hatte anschließend erklärt, dass eine Eiserkennung installiert werde.

Fred Josef Hansen, Einsatzleiter der Ranger Südwestfalen, betonte gestern auf Nachfrage der SZ, dass die Eisbrocken nur von einer Anlage abgefallen seien, deren Rotoren sich nicht mehr im Wind gedreht hätten. Die Rotoren hätten nur noch schwach „gependelt“. Kein Eis sei dagegen von den übrigen beiden Anlagen abgefallen. Nachdem man den Betreiber informiert habe, seien die beiden übrigen Windkraftanlagen abgeschaltet worden. Hansen betonte auch, dass es häufiger zu vergleichbaren Umleitungen des beliebten Wanderweges käme. Zum Beispiel, wenn Eis von Bäumen falle oder bei Jagdveranstaltungen.

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