Wieder ein Wolf auf dem Stegskopf

Erneut gelang Tristan Irle ein Foto von einem Wolf auf dem Stegskopf. Die Aufnahme entstand mit einem Handy durch ein Fernglas.
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damo - Erneut ist auf dem Stegskopf ein Wolf gesichtet worden: Tristan Hast, Sohn des Revierförsters Christof Hast, hat das Tier am Donnerstagmorgen gegen 7 Uhr fotografiert. Diesmal kamen die beiden dem Wolf deutlich näher als bei der ersten Begegnung im Mai: Der Förster schätzt die Fotodistanz auf rund 30 Meter.

Er nimmt an, dass Meister Isegrim sich auf dem Stegskopf pudelwohl fühlt und somit als standorttreu gelten darf – denn Hast geht davon aus, dass sein Sohn zweimal denselben Wolf fotografiert hat. Das macht er vor allem an einer dunklen Fellfärbung am Rücken des vierbeinigen Foto-Models fest. Aber auch das Verhalten der Rehe spreche für eine dauerhafte Anwesenheit eines Raubtiers auf dem Stegskopf: Die Beutetiere zeigen sich laut Hast schon seit geraumer Zeit viel seltener, sie sind vorsichtiger geworden.

Ob der Wolf aber wirklich dauerhaft auf dem Stegskopf lebt, kann nur ein DNS-Test beweisen: Das betonten die Großkarnivorenbeauftragte Birgit Hausherr und der Wolfsexperte Dr. Frank Wörner auf Nachfrage der SZ unisono. „Es kann natürlich derselbe Wolf sein wie im Mai“, meinte Birgit Hausherr, „aber es muss eben nicht so sein“.

Auch Frank Wörner hält andere Erklärungen für denkbar – zum Beispiel die, dass der erste Wolf längst weitergezogen ist und nun ein zweites Tier gesichtet worden ist. Fakt sei jedenfalls, dass der Stegskopf allein mit seinen rund 2000 Hektar zwar nach menschlichem Dafürhalten recht groß erscheinen mag, für ein Wolfsrudel aber viel zu klein sei. „Die Territorialgröße eines Rudels hängt stark von der Wilddichte ab“, erklärte Wörner. In der Lausitz, wo es reichlich Schalenwild gibt, reichen 250 Quadratkilometer; im wildarmen Sibirien hingegen beanspruche ein einziges Wolfsrudel die Fläche von halb Rheinland-Pfalz.

Noch offen ist übrigens auch, wo die Wurzeln des Wolfs liegen, der im Mai gesichtet wurde – aber bald dürfte Klarheit bestehen: Christof Hast hat schon vor gut zwei Wochen Wolfslosung gefunden und eine Probe eingeschickt. Noch liegt der genetische Fingerabdruck nicht vor: „Das dauert rund vier Wochen“, informierte Birgit Hausherr. Sobald aber der DNS-Test vollendet ist, wissen die Experten, ob der Stegskopf-Wolf aus Norddeutschland, Frankreich oder dem Osten Deutschlands ins AK-Land gewandert ist. 

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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