Panzerfaust-Schießbahn in Planung

Auf dem Werksgelände der Dynamit Nobel Defence, das mit zwei weiteren Unternehmen aus der Dynamit Nobel AG hervorgegangen ist, soll eine Schießbahn für nicht scharfe Übungsköpfe von Panzerabwehrwaffen entstehen. Foto: Wikipedia/Sonaz
  • Auf dem Werksgelände der Dynamit Nobel Defence, das mit zwei weiteren Unternehmen aus der Dynamit Nobel AG hervorgegangen ist, soll eine Schießbahn für nicht scharfe Übungsköpfe von Panzerabwehrwaffen entstehen. Foto: Wikipedia/Sonaz
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dima - Den Ort, an dem das Würgendorfer Unternehmen Dynamit Nobel Defence wirkt, muss man nicht lange suchen. Man hört ihn. Je nach Wetterlage trägt der Schall den Knall der Sprengplattierungen kilometerweit von den Hängen der Kalteiche in die benachbarten Ortschaften. Verantwortlich dafür ist Dynaplat, eines von drei Unternehmen, das aus der Dynamit Nobel AG hervorgegangen ist. Dynamit Nobel Defence, ein zweites dieser Unternehmen, ist seit Jahrzehnten führend in der Produktion von panzer-, struktur- und bunkerbrechenden Infanteriewaffen. Panzerfäuste testete man seit 40 Jahren auf dem Truppenübungsgelände Daaden. Seit der Stegskopf Anfang des Jahres zum Nationalen Naturerbe erklärt wurde, ist das Geschichte. Dort gebe es eben „sehr viele Pilze, Vögel, Kaulquappen und rote Ameisenvölker“, erklärte Thomas Meuter, Leiter der strategischen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Dynamit Nobel Defence.

Auf Nachfrage der SZ berichtete Meuter, dass die Pläne des Unternehmens, die Schießbahn auch nach dem Abzug der Bundeswehr in eigener Regie zu betreiben, vom Einspruch benachbarter Gemeinden und Bürgerinitiativen zunichte gemacht worden seien. Selbst Gemeinden in über zehn Kilometer Entfernung zum Truppenübungsgelände hätten ihr Veto eingelegt. Seither müsse man für die Tests auf den verbliebenen Truppenübungsplätzen der Bundeswehr quer durch ganz Deutschland fahren. Um das zu ändern, plane man jetzt eine 50 bis 100 Meter lange Schießbahn auf dem 100 Hektar großen Würgendorfer Werksgelände. So wolle man auch die Arbeitsplätze erhalten und aufstocken.

Die Planung, die nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz genehmigt werden soll, befindet sich laut Meuter in einem „ganz, ganz, ganz frühen Stadium“. Involviert seien bisher „ortsansässige Behörden und der Bund“.

Der Pressesprecher weiter: „Da ist noch nichts Konkretes in der Umsetzung.“ Man habe bisher nur laut nachgedacht. Entstehen soll eine „Übbahn“ für nicht scharfe Übungsköpfe von Panzerabwehrwaffen. Der Aufprall der zwei Kilo schweren Betonköpfe auf das Hindernis solle mit Hochgeschwindigkeitskameras gefilmt werden.

Zu hören sei nur ein 100 bis 120 Dezibel lauter Abschussknall. Einen vergleichbaren Knall verursache ein Silvesterböller. „Hier rummst es eben ab und zu“, so Meuter im Gespräch mit der SZ. Aber bereits am Werkstor des Würgendorfer Unternehmens werde man davon nichts mehr hören.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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