Osterholz, Ohrenbach, Kilbe-Nord

 Die Konzentrationszone Osterholz, wo sich aktuell noch vier Windräder drehen, soll nach dem Willen der Stadtverwaltung verdoppelt werden. Foto: Archiv
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vö - Kein anderes kommunalpolitisches Thema wurde in der jüngsten Vergangenheit so kontrovers und auf vielen Ebenen diskutiert wie die Windenergie. Die entscheidende Frage dabei: Wird die Stadt Bad Berleburg weitere Flächen als Konzentrationszonen für Windkraft aus-weisen und – falls ja – wo genau wird das der Fall sein?

Mit der Veröffentlichung der Tagesordnung für die Sitzung des Ausschusses für Planen, Bauen, Wohnen und Umwelt, der am Dienstag, 21. Juni (Beginn: 16 Uhr im Bürgerhaus), tagt, hat die Stadtverwaltung die Katze aus dem Sack gelassen. Demnach favorisiert die Kommune eine Erweiterung der bereits vorhandenen Fläche Osterholz zwischen Sassenhausen und Weidenhausen von aktuell 29 Hektar auf künftig 60,9 Hektar. zudem seien Flächen in den Bereichen Kilbe-Nord (141,9 Hektar) zwischen Altmühlbachtal und Forstbach bei Berghausen sowie Ohrenbach (41,7 Hektar) bei Arfeld als Konzentrationszonen auszuweisen. Dies sei unter Berücksichtigung der Beteiligung Träger öffentlicher Belange sowie der durchgeführten Bürgerbeteiligung erfolgt, zudem liege eine intensive Abwägung der relevanten Kriterien durch ein beauftragtes Fachbüro vor. Das ist offenbar definitiv der Fall: Die Ausführungen zum Thema sind 83 Seiten stark. Eine Entscheidung sei damit allerdings noch nicht gefallen: „Im Rahmen von späteren Genehmigungsverfahren sind vertiefende Prüfungen je konkretem Anlagenstandort (Immissionsschutz, Artenschutz, Landschaftsschutz etc.) durchzuführen“, argumentiert die Stadtverwaltung.

Dennoch: Auf den vorgeschlagenen drei Konzentrationszonen können nach Einschätzung der Verwaltung etwa zwölf bis 19 Windenergieanlagen der 2,0- bis 2,5-Megawatt-Klasse errichtet werden. Dies entspreche etwa einer installierbaren Leistung von 24 bis 48 Megawatt. Bei geschätzten 2000 Volllaststunden pro Jahr könnte damit ein Nettostromertrag von 48 000 bis 96 000 Megawattstunden im Jahr erzielt werden. Und auch das Fazit ist ein eindeutiges: „Die Größe der städtebaulich hergeleiteten Konzentrationszonen (Kilbe-Nord, Osterholz und Ohrenbach) genügt der Anforderung, der Windenergie im Stadtgebiet Bad Berleburg substanziell Raum schaffen zu müssen.“ Die vorgesehenen Planungsabsichten mit künftig drei Konzentrationszonen im Entwurf des sachlichen Teilplans Windenergie einschließlich Begründung und den wesentlichen bereits vorliegenden umweltbezogenen Stellungnahmen sollen nun für die Dauer eines Monats öffentlich ausgelegt werden.

Von ursprünglich 13 vorhandenen Potenzialflächen sind damit zehn dem Rotstift zum Opfer gefallen. Aus dem Rennen sind die Waldgenossenschaft Wingeshausen-Aue, die ihre Hausaufgaben zuerst erledigt hatte und – zumindest für Insider völlig überraschend – auch die von ABO Wind favorisierte Fläche Große Helle bei Diedenshausen. Dort hatte sich ja in den vergangenen Wochen ein enormer Bürgerprotest formiert.

Dass die Waldgenossenschaft Wingeshausen-Aue nicht zum Zug gekommen sei, „hat mich nicht mehr sonderlich überrascht, wir hatten mit dem Thema ohnehin weitgehend abgeschlossen“, sagte Vorsitzender Oliver Beitzel gestern Abend am SZ-Telefon. Bei einer anderen Entscheidung hätte man mit den Planungen ohnehin neu beginnen müssen, weil sich die Eckdaten in den vergangenen fünf Jahren komplett verändert hätten. Der Wingeshäuser wollte das Verfahren nicht weiter kommentieren – nur so viel: „Ich gratuliere der Stadt zu ihrer Entscheidungsfreudigkeit. Das Verfahren hat ja nur fünf Jahre gedauert.“

Bleiben die Standorte Osterholz, Kilbe-Nord und Ohrenbach. Eventuell könnten am Osterholz zwischen Sassenhausen und Weidenhausen weitere vier Windräder – zu den bereits bestehenden vier Anlagen – entstehen. Nach SZ-Informationen soll die Firma WWU die Fläche weiter verkauft haben. Nach einer ersten Einschätzung dürfte sich der Standort Ohrenbach – zumindest die auf 41,7 Hektar verkleinerte Fläche – im Besitz von Bernhardt Fürst zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein befinden, der mit Krug Energie als heimischem Projektierer zusammenarbeiten will. „Für eine abschließende Aussage ist noch zu früh, weil noch nicht das letzte Wort gesprochen ist. Wir würden es aber sehr befürworten, wenn hier ein regionales Unternehmen zum Zug kommen würde“, sagte Bereichsleiter Hans Hermann Zacharias von Krug Energie gestern am SZ-Telefon. Das wäre die Bestätigung dafür, „dass wir fair und qualitativ gut gearbeitet haben“.

Die Flächen am Standort Kilbe-Nord – mit 141,9 Hektar der mit Abstand größte im Stadtgebiet – gehören nach SZ-Informationen der Wittgenstein-Berleburg’schen Rentkammer sowie einigen kleineren Waldbesitzern.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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