Haltestelle an der Obernau

 Ulrich Langenbachs Environment „Obernautalsperre/Ost“ wurde am Sonntagnachmittag unter den Augen zahlreicher Zuschauer feierlich enthüllt. Foto: stö
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stö - Gefühlte 35 Grad und strahlender Sonnenschein – wer als ahnungsloser Spaziergänger am Sonntagnachmittag an der Obernautalsperre bei Brauersdorf unterwegs war, kam sicherlich ins Grübeln, als er mitten auf dem Weg eine große Menschenmenge sah. Der Grund für die Ansammlung: Der Siegener Künstler Ulrich Langenbach enthüllte das Geheimnis um sein Environment mit dem Titel „Obernautalsperre/Ost“. Die mit Hüten und Sonnenbrillen ausgestatteten Kunstfreunde wurden von einem bekannten Anblick überrascht: einem original Haltestellenschild.

Zusammen mit einer überdachten Ruhebank und einem Mülleimer, die bereits an dieser Stelle vorhanden waren, wurde von Langenbach die Illusion einer Bushaltestelle geschaffen. Diese wurde jedoch zum ersten und letzten Mal angefahren – vom Shuttlebus, der mehrmals am Nachmittag eine Runde um die Talsperre drehte und dabei die Besucher zum Kunstwerk fuhr. Der Kleinbus diente auch als Auskunft, denn wer die dreieinhalb bzw. sechs Kilometer – je nachdem, ob man vom Parkplatz aus links oder rechts herum ging – zu Fuß beschritt, suchte vergeblich nach wegweisenden Schildern.

Bevor das zu Beginn verhüllte Kunstwerk präsentiert wurde, bedankten sich der Künstler und Netphens Bürgermeister Paul Wagener bei den Sponsoren und den Mitwirkenden. Langenbach erklärte den Hintergrund der Idee und betonte, dass für die Kunst der Kontext das Entscheidende sei. „Der Begriff Environment bedeutet, dass das Kunstwerk Teil der Umgebung ist!“ Er bezog sich auch auf die sogenannten Readymades, bei denen etwas Alltägliches und Bekanntes zum Kunstwerk erklärt wird. Das Haltestellenschild war eine Überraschung, die zuvor zum Spekulieren anregte. Bis zum Schluss wusste kaum jemand, was sich unter der schwarzen Plane verbarg. Wagener verriet: „Alle Mitwirkenden haben dichtgehalten.“

In Zukunft bietet Langenbach auch anderen die Möglichkeit, in dem kleinen Rahmen, in dem sich derzeit der Fahrplan der fiktiven Linie 27 befindet, auszustellen. Wer demnächst um die Talsperre läuft, kann also lange auf seinen Bus warten. Einziger Vorteil: Den Bus verpassen kann hier keiner.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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