Ist es die Wende im Wisent-Streit?

Die Wisente sollen künftig nach Möglichkeit in Wittgenstein bleiben und nicht mehr den Weg in den Schmallenberger Raum suchen. Dort lassen sich die Tier nämlich Buchenrinde schmecken - ein Ärgernis für Waldbauern. Foto: Archiv
  • Die Wisente sollen künftig nach Möglichkeit in Wittgenstein bleiben und nicht mehr den Weg in den Schmallenberger Raum suchen. Dort lassen sich die Tier nämlich Buchenrinde schmecken - ein Ärgernis für Waldbauern. Foto: Archiv
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vö - Ist das unter Umständen doch noch die Kehrtwende im Rechtsstreit zwischen Waldbauern aus Schmallenberg und dem Trägerverein Wisent-Welt-Wittgenstein? Dafür ist es zu früh, dennoch machte die Verhandlung vor der Zivilkammer des Landgerichts Arnsberg im überfüllten Sitzungssaal 106 am Freitagmittag Hoffnung auf eine außergerichtliche Einigung. Absolut verhärtet und unversöhnlich schienen beide Seiten zunächst, ehe es Richter Jörg Maus gelang, doch noch Bewegung in die festgefahrene Kiste zu bekommen.

Unter dem Strich stand nach mehr als zweistündiger intensiver Verhandlung ein Zwischenvergleich, auf den sich der Wisent-Trägerverein auf der einen sowie die Oberkirchener Waldbauern Georg Feldmann-Schütte und Hubertus Dohle auf der anderen Seite einigten. Die Sauerländer hatten gerichtlich eingefordert, dass der Trägerverein dafür zu sorgen habe, dass die Wisente ihre Wälder nicht mehr betreten. Jetzt der Zwischenvergleich: Demnach hat der Wisent-Trägerverein jetzt sechs Monate Zeit, wirkungsvolle Maßnahmen zu treffen, um zu verhindern, dass die Wisente die Wälder der beiden Waldbauern weiterhin betreten.

Zudem verpflichtete sich der Verein, weiterhin für entstehende Schälschäden aufzukommen. Vielleicht das wichtigste Ergebnis des Tages ist die Bestellung eines neutralen Mediators durch das Landgericht, um beide Seiten an einen Tisch zu holen „und zu überlegen, wie das Wisent-Projekt für alle Beteiligten zufriedenstellend weitergeführt werden kann“, wie es Richter Jörg Maus formulierte. Ein Zwischenvergleich, der auf ein halbes Jahr befristet ist. Am Freitag, 16. Oktober, sehen sich beide Parteien vor dem Landgericht wieder – Ende offen.

Der Vorsitzende Richter machte gleich zu Beginn deutlich, dass ihm wenig daran gelegen war, das Wisent-Projekt juristisch zu unterstützen oder eben nicht. „Gibt es nicht doch eine Möglichkeit, dass sich beide Parteien einigen?“, so lautete die Eingangsfrage. Den Ball nahm Stephan Hertel, Anwalt des Trägervereins, auf, und brachte die sechsmonatige „Schonzeit“ für das Projekt ins Spiel, um den Projektverantwortlichen geeignete Möglichkeiten zu eröffnen, die Wisente vom Schmallenberger Gebiet fern zu halten. Der Jurist kündigte außerdem an, dass die Wildforschungsstelle damit beauftragt werde, dass sie die Voraussetzungen für bessere Äsungsverhältnisse im Süden des Projektgebietes schaffe, um die Tiere aus „der nördlichen Zone“ wegzulocken. Zudem brachte Hertel eine Teilabzäunung im nördlichen Bereich ins Gespräch.

Die Idee mit dem Zaun skizzierte Johannes Röhl als 3. Vorsitzender des Wisent-Trägervereins: Angedacht sei ein 1,3 Kilometer langer Zaun in der Verlängerung der Weihnachtsbaumschonungen am Albrechtsplatz bis Schanze: „Keine Einzäunung, sondern eine offene Zaunlinie.“ Es gehe darum, die Hauptwechsel zu verhindern, die man festgestellt habe.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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