Hesselbach nicht ganz umzingeln

 Für die Prüfung der Windkraft-Potenzialflächen ließ die Stadt Bad Laasphe ein gesamträumliches Planungskonzept erstellen. Der Bau von Windrädern soll auf die Flächen 6, 8 und 9 beschränkt bleiben – alle anderen Flächen wären dann raus. Grafik: Stadt
  • Für die Prüfung der Windkraft-Potenzialflächen ließ die Stadt Bad Laasphe ein gesamträumliches Planungskonzept erstellen. Der Bau von Windrädern soll auf die Flächen 6, 8 und 9 beschränkt bleiben – alle anderen Flächen wären dann raus. Grafik: Stadt
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bw - Für die Laaspher Kommunalpolitiker steht nach dem Ende der Sommerpause ein Thema zur Beschlussfassung an, das sich schon seit einigen Jahren hingezogen hat: die Ausweisung von Windkraft-Vorrangzonen im Stadtgebiet. Die Verwaltung hat für die Sitzung des Bauausschusses am Montag, 29. August (Beginn ist um 17.30 Uhr), eine Vorlage erstellt, in der die Konzentrationsflächen konkretisiert werden. Insgesamt neun potentielle Gebiete führt die Stadt an, aus dem Rathaus kommt der Vorschlag einer Reduzierung auf drei Vorrangzonen, um eine weiträumige Verspargelung von Windrädern über das gesamte Stadtgebiet zu verhindern.

Mit einem neuen gesamträumlichen Planungskonzept aufgrund geänderter Rahmenbedingungen haben sich die Zuschnitte der Potenzialflächen etwas verändert, heißt es in der Beschlussvorlage. Dieses Planungskonzept wird in der Sitzung des Bauausschuss vorgestellt. Die drei auserwählten Flächen wären jedoch keine große Überraschung, denn es sind genau jene Gebiete, auf denen entweder schon Windkraft-Anlagen stehen oder bereits Genehmigungen erteilt waren oder noch immer sind. Sprich: Die Stadt schlägt eine Vorrangzone Ahlertsberg/Wartholzkopf/Spreitzkopf vor – hier stehen bereits acht Windkraft-Anlagen der Wittgenstein New Energy. Die zweite Vorrangzone wäre direkt an der Landesgrenze zu Hessen hinter dem „Armen Mann“ zwischen Hesselbach und Bad Laasphe – hier plant die Wittgenstein New Energy wie bereits berichtet zwei weitere Windkraft-Anlagen. Und die dritte Vorrangzone wäre im Prinzip das Gebiet des geplanten Juwi-Windparks zwischen Bernshausen, Sohl und Fischelbach. Hier waren schon einmal sieben Windräder genehmigt, das Genehmigungsverfahren ist neu angelaufen, nachdem es massive Widerstände gegen dieses Projekt gegeben hatte.

Diese drei Vorrangzonen sieht die Verwaltung als ausreichend an, um der Windenergie substanziellen Raum im Laaspher Stadtgebiet zu verschaffen. Die drei Zonen würden sich auf rund 744 Hektar Potentialfläche summieren, das entspreche einem Anteil von 5,5 Prozent am gesamten Stadtgebiet, argumentiert die Stadt. Damit wären andere Flächen aus dem Rennen – unter anderem die Höhenzüge oberhalb von Feudingen und vom Ilsetal, oberhalb von Puderbach und oberhalb von Holzhausen. Für die gleiche Sitzung des Bauausschusses gibt es eine weitere Vorlage, die sich um die drei beantragten Windenergie-Anlagen für das Gebiet oberhalb des Hesselbacher Sportplatzes dreht.

Hier schlägt die Stadtverwaltung vor, das notwendige Einvernehmen der Kommune zu verweigern. Das begründet das Rathaus mit einer nicht hinnehmbaren Umzingelung von Hesselbach. Nordöstlich stehen bereits die erwähnten acht Windräder, südöstlich von Hesselbach entsteht auf hessischer Seite ein Windpark und sieben weitere Anlagen sind darüber hinaus im Westen im Juwi-Windpark geplant. „Der Bau weiterer Anlagen im Süden würde zu einer unzulässigen Einkreisung und damit zu einer nicht hinnehmbaren Umzingelung des Stadtteils führen“, betont die Stadtverwaltung.

Fraglich ist, ob die Stadt mit ihrer Verweigerung die Genehmigung der drei Anlagen tatsächlich noch verhindern kann. Und: Ein offenes Rennen dürfte es auch um die vier Windräder auf dem Benfer Rücken geben, die wiederum die Wittgenstein New Energy plant. Hier ist die Frage, ob das Unternehmen im Genehmigungsverfahren schneller ist oder die Stadt mit dem Beschluss der Vorrangzonen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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