Autobahnbrücken bröckeln

 In den 60er-Jahren wurde die Talbrücke Rinsdorf im Zuge der Sauerlandlinie gebaut. Wie für die Ewigkeit gemacht sieht sie aus, aber der Eindruck täuscht: Die Pfeiler können die Last des Verkehrs auf Dauer nicht mehr verkraften. Foto: Dirk Manderbach
  • In den 60er-Jahren wurde die Talbrücke Rinsdorf im Zuge der Sauerlandlinie gebaut. Wie für die Ewigkeit gemacht sieht sie aus, aber der Eindruck täuscht: Die Pfeiler können die Last des Verkehrs auf Dauer nicht mehr verkraften. Foto: Dirk Manderbach
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ihm - Die maroden Brückenbauwerke der Sauerlandlinie müssen erneuert werden, daran führt schon aus Sicherheitsgründen kein Weg vorbei. Die beiden Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) aus Nordrhein-Westfalen und Tarek Al-Wazir (Grüne) aus Hessen trafen sich unter der Talbrücke Rinsdorf, um ihre Entschlossenheit zu demonstrieren, die A 45 zu ertüchtigen. Nicht zuletzt im Interesse der Siegerländer Wirtschaft, wie Groschek betonte.

Elf der 17 statisch nachberechneten Brücken auf der Sauerlandlinie müssen kurzfristig verstärkt und mittelfristig erneuert werden, 20 Brücken auf hessischer Seite kommen hinzu. Dass die Brücken heute nicht mehr standhalten, liege an den deutlich höheren Gewichten – 1960 lag das zulässige Gesamtgewicht eines Lkw bei 24 Tonnen, heute sind es 44 Tonnen – und an dem massiv gestiegenen Verkehrsaufkommen. Bis zu 70 000 Fahrzeuge sind täglich auf der A 45 unterwegs. Davon sind 30 Prozent Lkw, nachts sogar bis zu 50 Prozent. Ein 40-Tonnen-Lkw, rechnete Tarek Al-Wazir vor, verursacht die gleiche Materialermüdung wie 40 000 Pkw. Dazu kommt noch die Vielzahl von genehmigungspflichtigen Schwertransporten gerade aus den Siegerländer Betrieben.

Die Belastung der Brücken hat längst schwerwiegende Folgen: Die Rinsdorfer Talbrücke ist ebenso wie die Rälsbachtalbrücke für Lkw über 44 Tonnen gesperrt. Schwertransporte haben hier also bereits keine Chance. Mehr noch: Auf der Talbrücke Rälsbach haben Nachberechnungen im Jahr 2013 ergeben, dass ein Lkw-Überholverbot erlassen werden musste und die Laster 50 Meter Abstand halten müssen – auch im Stau. Die Ingenieure haben die Restnutzungsdauer der Brücke auf weniger als fünf bis sieben Jahre taxiert.

Während bei Rinsdorf also schleunigst gebaut wird, sieht der Plan für die übrigen Sanierungsfälle eine zeitliche Staffelung vor. Als letzte wird die Siegtalbrücke in Eiserfeld an die Reihe kommen, ihre Fertigstellung ist bis 2029 vorgesehen. Diese 15 Jahre werden, so Tarek Al-Wazir, auch in Hessen nötig sein, um der „Königin der Autobahnen“ wieder zu voller Leistungsfähigkeit zu verhelfen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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