Ermittlungen gegen Pastor

Auf der Youtube-Seite von Olaf Latzel ist die umstrittene Predigt abrufbar. Screenshot: SZ

jak - Schon in seiner Zeit in Siegen setzte Pastor Olaf Latzel ob seiner klaren, evangelikalen Prägung Duftmarken, als er für die Gläubigen in Trupbach und Seelbach sowie als Fachberater für Seelsorge bei der Feuerwehr Siegen tätig war. Seit 2007 in einer evangelischen Gemeinde in Bremen tätig, sorgte eine seiner Predigten dort kürzlich für große Diskussionen. Ausgehend von einer Bibelstelle im Buch der Richter („Gideons Eifer für Gott“) überschrieb Latzel seine Predigt mit den Worten „Die Reinigung von den fremden Göttern lernen“

Zahlreiche Medien hatten in den vergangenen Tagen über Auszüge aus der rund halbstündigen Predigt berichtet. Eine Aussage Latzels: „Der Islam gehört nicht zu Deutschland.“ Allerdings betonte er im Nachsatz auch: „Die Muslime, die hier leben, ja, absolut.“ Allah sei jedoch nicht der Gott, von dem im Grundgesetz die Rede sei. Mittlerweile ermittelt die Staatsanwaltschaft, ob der Tatbestand der Volksverhetzung vorliegt. Viele Medien bezeichnen ihn mittlerweile als „Hassprediger“.

Latzel unterstrich seine stramme Linie vor allem gegenüber dem Islam vor rund 300 Gläubigen: „Wir können keine Gemeinsamkeit mit dem Islam haben. Das heißt nicht, das sage ich auch in aller Klarheit, dass wir nicht den Muslimen in Liebe und Nähe begegnen zu haben. (…) Wir haben den Menschen muslimischen Glaubens in Liebe und Barmherzigkeit zu begegnen. Und wenn die verfolgt werden, dann haben wir uns vor sie zu stellen. Das ist unsere Aufgabe als Christen. Um da nicht missverstanden zu werden. Das ist unsere Aufgabe, denen wirklich mit Nächstenliebe zu begegnen. Aber zu falscher Lehre müssen wir uns genau so klar hinstellen und sagen: ,Das geht nicht.’“

Doch nicht nur der Islam bekam sein Fett weg. Auch die katholische Kirche ging Olaf Latzel im Rahmen der Predigt an: „Dieser ganze Reliquiendreck und -kult ist heute noch in der katholischen Kirche verbreitet. Auch da muss man sagen, bei aller Ökumene: ,Da können wir nicht mitmachen.’“ Er erinnerte an das einstige Vorhaben Martin Luthers, der nicht eine neue Kirche habe gründen wollen, sondern die Kirche von den falschen Dingen habe reinigen wollen: „Wenn du das schaffst, wenn du ein richtig guter Mann bist, dann wirst du auch zehn Mal pro Spiel gefoult, dann holt dich jeder Verteidiger von den Füßen. Und so ist es als Christ. Wenn du klar für Jesus einstehst, dann gibt es, bildlich gesehen, auf die Beine. Und wenn das nicht mehr ist, dann stimmt was mit deinem Christsein nicht. Wenn du Stürmer in der Bundesliga bist, und bist in 34 Spielen nicht einmal gefoult worden, dann deshalb, weil du nichts drauf hast.“

Nach der Berichterstattung in zahlreichen Medien formiert sich nun auch in der Bremischen Evangelischen Kirche (BEK) Protest. Mehrere Gremien der Landeskirche stehen offenbar hinter einer Resolution gegen Latzel, mit der die Forderung verbunden ist, dass sich die Kirche klar in den von Latzel angesprochenen Fragen positionieren möge. Sogar von einer Änderung der Kirchenverfassung ist da die Rede, damit man den Pastor suspendieren könne. Und auch die Gemeinde des ehemaligen Siegener Pastors ist ins Kreuzfeuer geraten. Sollten alle Mittel nicht ausreichen, denken Angestellte der BEK gar über einen Ausschluss der Gemeinde nach. Die Predigt im Wortlaut.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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