Wilhelmsburg bald ohne Förderer

 18 Jahre lang hat der Förderverein die Institutionen in der Wilhelmsburg unterstützt. Jetzt findet er keine Nachfolger für den Vorstand und lädt für Ende Oktober zur Auflösungsversammlung ein. Archivfoto: Jan Schäfer
  • 18 Jahre lang hat der Förderverein die Institutionen in der Wilhelmsburg unterstützt. Jetzt findet er keine Nachfolger für den Vorstand und lädt für Ende Oktober zur Auflösungsversammlung ein. Archivfoto: Jan Schäfer
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js - Der Förderverein Wilhelmsburg – Verein zur Förderung von Museum, Bücherei und Archiv – steht vor dem Aus. Der Unterstützerkreis, der sich im Jahr 1999 zusammengefunden hatte, um den drei in der Wilhelmsburg untergebrachten städtischen Einrichtungen finanziell unter die Arme zu greifen, soll am 26. Oktober in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung aufgelöst werden.

Grund für diesen finalen Schritt sind Nachwuchsprobleme im Vorstand. Sowohl 1. Vorsitzender Christoph Heilmann als auch Kassenwart Bernd Schmitz stellten sich bei der jüngsten Jahreshauptversammlung im Juni nicht mehr für ihre Ämter zur Verfügung. Ersatz war trotz längerfristiger Vorwarnung nicht in Sicht – die beiden Vorstandsposten blieben damit vakant. Heilmann war seit 2005 im Amt, als Nachfolger von Friedrich Goswin (1999 bis 2000/Gründungsvorsitzender) und Walter Hein (2000 bis 2005). 

„Dies hat zur Folge, dass der Förderverein nicht mehr weitergeführt werden kann“, heißt es nun in einem Schreiben der 2. Vorsitzenden Gerda Siemann an die Vereinsmitglieder. Sie lädt nun zur vielleicht letzten Versammlung des Vereins. Dieser kann nur dann aufgelöst werden, wenn mindestens die Hälfte der gut 60 Mitglieder erscheint. Sollte das nicht der Fall sein, muss satzungsgemäß binnen vier Wochen eine zweite Versammlung einberufen werden. Diese kann dann ohne Rücksicht auf die Anzahl der erschienenen Mitglieder den Auflösungsbeschluss fassen. „Ich habe mich redlich darum bemüht, Nachfolger zu finden“, erklärte Gerda Siemann im Gespräch mit der SZ. Bedauerlicherweise habe das nicht zum Erfolg geführt. „Es tut mir leid, aber wir sehen keine andere Möglichkeit.“

Mit dem Verein wollten die Unterstützer seinerzeit der Ebbe in den öffentlichen Kassen begegnen. Regelmäßig unterstützte der Förderverein Archiv, Stadtbücherei und Stadtmuseum. Bücher und andere Medien wurden für die Bibliothek angeschafft, das Archiv bekam immer wieder Zuschüsse – beispielsweise für die seit Jahren durchgeführten Entsäuerungen alter Dokumente. Das nunmehr letzte größere Projekt war die Verlegung des Parkettbodens im Stadtmuseum, an dessen Finanzierung sich der Förderverein maßgeblich beteiligte.  Zum Vereinsleben gehörten das Café, das stets an den Tagen des Hilchenbacher Weihnachtsmarkts im Museum angeboten wurde und ab diesem Jahr nicht mehr stattfinden wird. Auch Ausflüge, etwa zum Bad Berleburger Schloss und zu anderen Museen, standen auf dem Programm. Achtmal fand die kulturelle Veranstaltung „Guten Abend in der Wilhelmsburg“ statt, mit Musik und Schauspiel.

Reinhard Gämlich, Stadtarchivar und Museumsleiter, bedauert das bevorstehende Verschließen des Fördertopfes. Der Verein habe immer wieder Anschaffungen ermöglicht, die aus städtischen Mitteln einfach nicht zu stemmen gewesen seien. Das Restvermögen des Vereins wird nach der Auflösung an die Stadt überwiesen. Die muss es dann zu je einem Drittel den geförderten Institutionen zukommen lassen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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