Die „Große Helle“ nicht aufgegeben

 Vor der Berleburger Ratssitzung im Februar protestierten Bürger aus Diedenshausen und Umgebung gegen die mögliche Windkraft-Vorrangzone „Große Helle“. Die schien bereits ad acta gelegt, doch nun macht ABO-Wind noch einmal Dampf für das favorisierte Gebiet. Archivfoto: Björn Weyand
  • Vor der Berleburger Ratssitzung im Februar protestierten Bürger aus Diedenshausen und Umgebung gegen die mögliche Windkraft-Vorrangzone „Große Helle“. Die schien bereits ad acta gelegt, doch nun macht ABO-Wind noch einmal Dampf für das favorisierte Gebiet. Archivfoto: Björn Weyand
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bw - Dass die „Große Helle“ nicht unter den letzten drei Potenzialflächen war, die im Stadtgebiet Bad Berleburg als Vorrangzone noch in Betracht kommen, dürfte für Erleichterung in Diedenshausen und Alertshausen gesorgt haben. Viele Bürger aus den umliegenden Ortschaften hatten gegen Windräder auf der „Großen Helle“ protestiert – scheinbar erfolgreich, denn in der Offenlegung werden derzeit bekanntlich drei andere Vorrangzonen der Öffentlichkeit präsentiert: Osterholz bei Weidenhausen, Ohrenbach bei Arfeld sowie Kilbe-Nord nahe Berghausen. Bei Letzterer soll auch ABO-Wind als Projektfirma im Spiel sein – doch das Unternehmen aus Wiesbaden hat die „Große Helle“ noch nicht aufgegeben.

ABO-Wind hat eine Stellungnahme abgegeben, die der Siegener Zeitung vorliegt. Tenor: Die Projektfirma hält den Entwurf der Berleburger Verwaltung für die Änderung des Flächennutzungsplans für fehlerhaft. Die „Große Helle“ sei aufgrund einer Stellungnahme der Unteren Landschaftsbehörde aus der Auswahl ausgeschieden. Die Stellungnahme begründe sich auf Vogelbeobachtungen Dritter. So habe selbst die Untere Landschaftsbehörde eingeräumt, dass sie „keinen Anspruch auf ein vollständiges und umfassendes Abbild der Gesamtsituation erheben kann“. Daraus leitet ABO-Wind ab, dass die Hinweise der Behörde wenig belastbar seien. „Sie können schon alleine deshalb nicht zum Ausschluss der Fläche ,Große Helle‘ oder einer anderen Fläche im Gemeindegebiet führen“, heißt es von ABO-Wind.

Zudem nimmt ABO-Wind aber auch die Fläche Kilbe-Nord ins Visier, die offenbar für das Unternehmen deutlich weniger attraktiv ist. Bei Kilbe-Nord habe die Stadt weniger artenschutzfachliche Bedenken – obwohl sich in unmittelbarer Nähe ein Vogelschutzrastbiotop befände. Und noch ein weiteres Problem spricht laut ABO-Wind gegen Kilbe-Nord: Von Seiten der Bundeswehr hat die Projektfirma eine Einschätzung erhalten, wonach das Radar auf dem Ebschloh die Möglichkeiten zur Errichtung von Windkraft-Anlagen im Bereich Kilbe-Nord erheblich beschränkt. Gerade Windräder auf jenen Höhenzügen von Kilbe-Nord ragten in den Erfassungsbereich des Radars. Dies führe der Bundeswehr zufolge zu Problemen bei der Funktionsfähigkeit des Radars und sei daher nicht zulässig, zitiert ABO-Wind ein Schreiben der Bundeswehr.

Das Wiesbadener Unternehmen zweifelt auch an, ob die Stadt Bad Berleburg mit dieser Auswahl an Vorrangzonen tatsächlich der Windkraft substantiellen Raum gewähre. Die drei Flächen seien wegen der Topographie und durch Einschränkungen des Radars „keinesfalls vollständig bebaubar“. Ein Flächenanteil von 2,2 Prozent in Bezug auf das große Berleburger Potential sei als gering einzustufen, kritisiert ABO-Wind in der Stellungnahme. Die Firma regt daher an, den Flächenanteil für Windkraft-Vorrangzonen deutlich zu erhöhen. Und dass ABO-Wind die „Große Helle“ auch weiterhin als besonders geeignet erachtet, ist sicherlich kein allzu großes Geheimnis.

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