DDR-Spione an der Uni Siegen

Verschiedene Forschungsbereiche der heutigen Universität Siegen wurden Ende der 80er-Jahre von der Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) ausspioniert. Foto: pl
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sz/kalle - Der ehemalige Staatssicherheitsdienst der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) hatte in den 80er-Jahren auch an der Universität Siegen Spione im Einsatz. Ziel war dabei der Baubereich der Hochschule am Haardter Berg. Gut 25 Jahre nach dem Mauerfall und dem faktischen Ende der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands liegen erste Erkenntnisse zu den Stasi-Aktivitäten in Weidenau vor.

Es sind Ergebnisse aus dem durch die Gauck-Behörde geförderten Forschungsprojekt zur „Stasi an der Uni Siegen“. „Im Einzelnen fand an der Universität Siegen umfangreiche Industriespionage statt“, so Prof. Bellers, Leiter des Projektes. So haben Mitarbeiter Informationen aus dem Forschungsvorhaben „Steinzerfall, Mörtel und Steinergänzungstoffe“, das vom Bundesforschungsministerium finanziert wurde, im Jahr 1988 an die Stasi weitergeleitet. Im Februar 1989 schrieb der zuständige Mitarbeiter des MfS in seine Akte: „Das Material (aus Siegen) ist von mittlerem Wert und von Bedeutung für die militärische angewandte Forschung. Wir bitten um Bereitstellung der neuesten Ergebnisse von Tests und Untersuchungen sowie Maßnahmen für den Bautenschutz.“ Die Siegener Quelle wurde in Ostberlin als vertrauenswürdig eingestuft. Der Bericht vom Haardter Berg war immerhin 260 Blatt Papier stark. Weitergeleitet wurden die Unterlagen an die damalige Bauakademie der DDR in Berlin.

Stasi unterstützte mit Siegener Ergebnissen „VEB Rohrleitungen“

Auch der Bereich „Oberflächentechnik im Bauwesen“ (1989) und das Forschungsprojekt „Experimentelle Untersuchung großflächiger Spaltdichtungen aus elastisch gebetteten Keramikplättchen“ (1987) wurden ausspioniert. Hier interessierte sich der „VEB Rohrleitungen“ für die Siegener Untersuchungen.

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