Flüchtlinge schwer misshandelt

Asylbewerber sind in Burbach gedemütigt und misshandelt worden. Foto: Polizei In der Notunterkunft in Burbach hat der Sicherheitsdienst Flüchtlinge misshandelt und gedemütigt. Foto: böt
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kalle Das Handyfoto, das seit Sonntag in Deutschland für eine Welle der Empörung sorgt, zeigt einen 28 Jahre alten Algerier, der auf dem Bauch liegt. Seine Hände sind auf dem Rücken geknebelt. Zwei Männer eines Sicherheitsdienstes, die in der Burbacher Asylsuchenden-Unterkunft gearbeitet haben, grinsen frech in das Objektiv. Einer hat seinen Fuß in den Nacken des Afrikaners gedrückt. Das Bild muss nach Polizeiangaben zwischen dem 10. und 15. September aufgenommen worden sein. Ein dramatischer Vorfall, der der Polizei am Freitag bekannt wurde. Neben diesem Foto, dessen Quelle weder Polizei noch Staatsanwalt mitteilen wollten, gibt es noch eine zwölf bis 15 Sekunden lange Videosequenz, die einen Asylbewerber zeigt, der aufgefordert wird, sich auf einer Matratze in Erbrochenes zu legen.

Seit Freitag arbeitet eine Sonderkommission unter der Leitung des Polizeipräsidiums Hagen an den dramatischen Vorfällen. Am Sonntag wurde in einer eiligst einberufenen Pressekonferenz in Hagen der derzeitige Kenntnisstand öffentlich gemacht. Demzufolge, so Hagens Polizeipräsident Frank Richter, würden aktuell 24 Beamte an dem Fall arbeiten. Eine politisch motivierte Tat könne nach derzeitigem Ermittlungsstand ausgeschlossen werden, so Frank Richter weiter. Bisher habe man mit Hilfe von drei Dolmetschern in Burbach 96 Flüchtlinge befragen können. Dabei hätten sich drei Männer über schlechte Behandlung durch den Sicherheitsdienst beschwert.

Der Sprecher der Siegener Staatsanwaltschaft, Oberstaatsanwalt Johannes Daheim, berichtete, dass die beiden Männer des Wachdienstes identifiziert seien. Bei den Tatverdächtigen hätte es Hausdurchsuchungen gegeben. Beide seien der Polizei wegen anderer Straftaten wie Körperverletzung, Betrug und Drogenhandel bekannt. Wie die Siegener Zeitung erfuhr, ist die Betreiberin des Sicherheitsdienstes die Frau eines Polizeibeamten.

Der Arnsberger Regierungspräsident Gerd Bollermann drückte sein Entsetzen und Bedauern über die Vorfälle in Burbach aus. „So etwas darf in unserer Gesellschaft nicht vorkommen“, sagte der Regierungspräsident. Es seien in Burbach unentschuldbare Vorgänge passiert. Bollermann legte ein „Sieben-Punkte-Programm zum Schutz der Flüchtlinge in Burbach“ vor und will damit auch den Betreiber der Burbacher Unterkunft stärker in die Verantwortung nehmen. 

Im Rahmen der weiteren Untersuchungen stellte die Polizei bei zwei anderen Sicherheitsmitarbeitern Schlagwerkzeuge sicher. Die Männer haben aber mit den unwürdigen Vorgängen ihrer zwei Kollegen nach bisherigen Erkenntnissen der Sonderkommission nichts zu tun.

------------ Unsere erste Berichterstattung von Sonntagmittag ------

Die Mitarbeiter des Security-Dienstes sollen in der ehemaligen Siegerlandkaserne Asylbewerber betrunken gemacht haben. Anschließend sind die Flüchtlinge gedemütigt und schwerst misshandelt worden. Des Weiteren kam es zu gewalttätigen Übergriffen. Die Bezirksregierung Arnsberg sowie Staatsanwaltschaft und Polizei in Hagen haben für 14 Uhr zu einer Pressekonferenz eingeladen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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