Wenige Vor- und viele Nachteile

 Horst-Günter Linde und Marion Linde von der Bürgerinitiative gegen Windkraft, NABU-Vertreter Michael Düben, Heimatforscher Hans Günther Radenbach und Ornitologe Wolfram Martin machten am Rande von „Kilbe-Nord“ auf die Auswirkungen des geplanten Windparks in der ausgewiesenen Vorrangzone aufmerksam. Foto: Timo Karl
  • Horst-Günter Linde und Marion Linde von der Bürgerinitiative gegen Windkraft, NABU-Vertreter Michael Düben, Heimatforscher Hans Günther Radenbach und Ornitologe Wolfram Martin machten am Rande von „Kilbe-Nord“ auf die Auswirkungen des geplanten Windparks in der ausgewiesenen Vorrangzone aufmerksam. Foto: Timo Karl
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tika - Eines wollen sich die Gegner des geplanten Windparks „Kilbe-Nord“ später nicht vorwerfen lassen: Untätigkeit. „Unsere Intention, unser Vorhaben beschränkt sich nicht nur auf Berghausen, nicht nur auf Bad Berleburg, sondern auf ganz Südwestfalen“, erklärte Horst-Günter Linde. Der Mann aus Berghausen setzt sich seit Wochen gegen den Bau von Windkraftanlagen in der Vorrangzone zwischen Berghausen und Birkefehl aus. Wenige Tage vor einer Informationsveranstaltung gaben der Sprecher der Bürgerinitiative „Windkraft Stopp Bad Berleburg“ und seine Mitstreiter einen Einblick in die vielschichtigen Auswirkungen einer Realisierung.

Die Windkraftgegner lassen dieser Tage nichts unversucht, um die bis zu 200 Meter hohen Räder aus dem Altkreis Wittgenstein fernzuhalten. „Ich kämpfe nicht gegen die Windkraft, weil ich Berghäuser bin, sondern weil wir unser natürliches Kleinod im geografischen, historischen und biologischen Sinne erhalten müssen“, erklärte Hans Günter Radenbach. Der Heimatforscher wehrte sich strikt dagegen, dass sein Protest aus persönlicher Betroffenheit resultiert – gleichsam zu sämtlichen Gegner, von denen das Gros ebenfalls aus Berghausen stammt. Ganz bewusst hatte sich das Quintett für den Ortstermin Birkefehl als Aussichtspunkt auf die Vorrangzone „Kilbe-Nord“ ausgesucht – nicht nur des Überblicks über das etwa 146 Hektar große betroffene Gebiet wegen, sondern auch, weil die Vorrangzone direkt entlang des archäologisch-historischen Lehrpfades verläuft. Und damit jenes Projekt, das Hans Günter Radenbach vor einigen Jahren entscheidend begleitet hatte und dessen Neustrukturierung derzeit zur Diskussion steht (die SZ berichtete exklusiv). „Wenn die Windräder kommen, dann geben wir den Lehrpfad auf. Man kann dann keine Touristen mehr einladen“, konstatierte der Heimatforscher.

Touristisch – da waren sich die Gegner einig – wäre die Umsetzung der geplanten Windparks ein Dolchstoß für Wittgenstein. „Wir wollen die Region touristisch vermarkten, ihre Landschaft. Was dabei vergessen wird, ist aber, dass man das Kapital dahinter – die Natur – erhalten muss. Gerade dies ist die Perversion an der ganzen Geschichte“, monierte Michael Düben. Der Vertreter des Naturschutzbundes (NABU) machte keinen Hehl aus seiner Ablehnung gegen die Windparks. Zumal diese einen gravierend-schädlichen Einfluss auf die Tierwelt allgemein und speziell diverse gefährdete Vogelarten nehmen würden. Gerade Kilbe-Nord ist demnach eine Art Flugschneise für die Tiere, die den Rädern zwar ausweichen können, deren Lunge aber im Sog der Räder platzen. „Je nach Witterung sind die Tiere gezwungen, tief zu fliegen. Das macht sie dann zu sicheren Opfern“, wusste Michael Düben. Die Botschaft der Verantwortlichen war klar: Die Windkraft bringt nur wenige Vor-, aber viele Nachteile. „Im Endeffekt zerstört man das, was man mit der Windkraft erhalten will. Die Tierwelt, aber auch touristische Alleinstellungsmerkmale“, konstatierte Horst-Günter Linde.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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