Windkraft: Daten bleiben geheim

 Aufgrund der Ergebnisse der Artenschutzprüfung im Vorfeld der Genehmigung steht auch der Schwarzmilan im Fokus der Gutachter. Archivfotos: Dirk Manderbach  Das Verhalten des Rotmilan wird seit 2012 auf der Kalteiche untersucht.
  • Aufgrund der Ergebnisse der Artenschutzprüfung im Vorfeld der Genehmigung steht auch der Schwarzmilan im Fokus der Gutachter. Archivfotos: Dirk Manderbach Das Verhalten des Rotmilan wird seit 2012 auf der Kalteiche untersucht.
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dima - Seit 2011 drehen sich drei Windkraftanlagen der Firma Volkswind auf der Kalteiche, innerhalb der Gemarkungsgrenzen von Wilnsdorf. Voraussetzung der Genehmigung durch die Untere Landschaftsbehörde des Kreises Siegen-Wittgenstein ist ein Gutachten, das nach Inbetriebnahme der Anlagen über mehrere Jahre Flugverhalten und Neststandorte von Schwarzstorch, Rotmilan und Schwarzmilan untersucht. Von diesen Vogelarten ist bekannt, dass es aufgrund ihres Verhaltens zu tödlichen Kontakten mit den Rotoren von Windkraftanlagen kommen kann.

Die SZ fragte jetzt bei der Unteren Landschaftsbehörde nach den Ergebnissen dieses Monitorings und erhielt folgende Antwort: „[...] Für 2014 wurde gutachterlich hingegen aufgrund verschiedentlicher Annäherungen der beobachteten Tiere an die Anlagen eine mittelbare Kollisionsgefahr gesehen und bei einer vermehrten Frequentierung des Gebietes könne eine Kollision nicht ausgeschlossen werden. Da jedoch hinreichende Anhaltspunkte für das Vorliegen eines tatsächlichen Verbotstatbestandes nach Paragraf 44 Bundesnaturschutzgesetz bei Abschluss der Erfassungen 2014 nicht zu erkennen waren, wurde bisher auf den Betrieb der Anlagen kein Einfluss genommen.“ 

Die SZ wollte Details der Untersuchung erfahren. Doch die Kreisverwaltung wollte die Ergebnisse nicht mitteilen, verwies auf das Urheberrecht der Firma Volkswind, in deren Auftrag die Gutachten angefertigt worden waren. Deshalb könne man keine Details preisgeben. Deshalb wandte sich die SZ an einen der drei Geschäftsführer von Volkswind aus Ganderkesee in Niedersachsen, Dr. Malte Huchzermeier. Und erhielt eine Antwort, die zumindest in Teilen überraschte. Er habe die Frage mit Kollegen besprochen, so Huchzermeier. Und: „Im Ergebnis werden wir Ihnen die Daten nicht geben.“

Dann folgte die überraschende Begründung für die Geheimhaltung der Daten. Die öffentliche Diskussion und die entsprechende Berichterstattung in den Medien habe zu einem starken Ökotourismus im Bereich der Kalteiche-Windräder geführt. Um eine nachhaltige Beeinträchtigung der Natur zu vermeiden, werde man deshalb keine weiteren Untersuchungsergebnisse weitergeben. Dirk Manderbach

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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