Siegerländer finanzierten Terror

Eines der möglichen Ziele war womöglich die kath. St.-Augustinus-Kirche in Dahlbruch. Archivbild: kalle

kalle - Sechs Siegerländer sitzen seit Mittwoch wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat in Untersuchungshaft. Einem der sechs Dschihadisten – Kais B. O., 31 Jahre alt, – sowie dem in Bergisch-Gladbach wohnenden pakistanischen Staatsangehörigen Mirrza Tamoor B. (58) wirft der Generalbundesanwalt vor, drei in Syrien agierenden Terrorgruppen unterstützt bzw. junge Männer in Deutschland für den Kampf in Nahost rekrutiert zu haben.

Dabei war es dem Duo offenbar egal, dass sich die drei Terrorgruppen aktuell sogar gegenseitig bekämpfen. „Ahrar al Sham“ (Freie Männer Syriens) und „Junud al Sham“ (Soldaten Syriens) befinden sich in heftigen Gefechten mit ISIS, der wohl brutalsten Terrorgruppe. Beide Tatverdächtige sind ebenfalls dem Haftrichter in Karlsruhe vorgeführt worden. Jetzt sitzt das Duo ebenso in Untersuchungshaft, wie die Generalbundesanwaltschaft gegenüber der SZ bestätigte.

Eines der möglichen Ziele war womöglich die kath. St.-Augustinus-Kirche in Dahlbruch. Dort wurden kurz vor Heiligabend 2013 die Opferstöcke aufgebrochen sowie der Tresor entwendet. Der Sprecher der Kölner Staatanwaltschaft, Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn, dessen Behörde für die fünf anderen festgenommenen Dschihadisten, Männer aus Dreis-Tiefenbach, Kreuztal und Siegen, zuständig ist, wollte Informationen der Siegener Zeitung, dass die Gruppe auch in andere Kirchen im Kreis Siegen-Wittgenstein eingebrochen ist, nicht bestätigen – aber auch nicht negieren. Willuhn: „Dies ist Täterwissen, welches wir aktuell noch nicht mitteilen wollen.“ 

Nach einem Bericht von „Bild online“ sollen die Siegerländer Dschihadisten mit ihren Kölner Freunden mit ungewöhnlichen Ideen versucht haben, an Geld für die Terrorgruppen in Syrien zu kommen. Bei den abgehörten Telefonaten durch den Staatsschutz, so das Portal, habe man in Erwägung gezogen, mit Überfällen auf Diamant-Minen schneller an Geld zu kommen. Doch die Mittel für die Flugreisen nach Südamerika hätten gefehlt. Man habe „sogar“ erwogen, arbeiten zu gehen, um Teile des Lohns für die Unterstützung der Terrorgruppen bereit zu stellen.

Offenbar schwache Nerven zeigten am Mittwochabend vermutlich Familienmitglieder und Freude der vier Brüder B. O. Als ein Kamerateam das Haus in Dreis-Tiefenbach filmen wollte, in dem die Familie B. O. zu Hause ist, soll das vierköpfige Team von drei Männern verbal angegangen worden sein. Einer der Angreifer soll direkt aus dem Haus gekommen sein. Erst eine herbeigerufene Polizeistreife konnte dem Filmteam, das mittlerweile in einer nahe gelegenen Pommesbude Zuflucht gesucht hatte, helfen, den Einsatzort zu verlassen. Es wurde Anzeige erstattet. Da von einem unmittelbaren Zusammenhang mit den Ermittlungen der Kölner Staatsanwaltschaft gegen die vier Brüder auszugehen ist, hat die aktuellen Ermittlungen der Hagener Staatsschutz übernommen. Dort wird nun wegen des Verdachts der Nötigung ermittelt. Die Polizei konnte die drei Männer am Mittwochabend nicht ermitteln.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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