Kostenloses W-LAN für alle

- Per Smartphone überall in ein frei verfügbares W-LAN? Das ist das Ziel von Freifunk Siegerland. Foto: Archiv
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jak Jeder nutzt Youtube, Whatsapp & Co. Doch wenn der Datenhunger des Smartphones im Mobilfunk-Netz zu groß ist, wird die Geschwindigkeit gedrosselt. Zudem gibt es immer noch „weiße Flecken“, auf denen Videostreaming oder andere datenintensive Dienste nicht funktionieren. Eine Lösung für stabiles Internet ohne Drosselung wäre ein flächendeckendes W-LAN-Netz. Und genau das könnte man durch eine Initiative der Freifunker relativ kostengünstig spinnen. 21 Router, die kostenloses und ohne jede Anmeldung nutzbares W-LAN verteilen, gibt es in Siegen bereits. Nun hoffen die Siegerländer Freifunker darauf, dass sich noch mehr Gastronomen, Unternehmer und Privatleute an der Initative beteiligen.
Bislang scheiterten größere Initiativen für ein flächendeckendes kostenloses W-LAN meist an der Störerhaftung. Denn werden in Deutschland über W-LAN krumme Geschäfte gemacht oder illegale Dinge heruntergeladen, wird nicht nur derjenige in die Haftung genommen, der den Download verursacht, sondern auch derjenige, der den Zugang zur Verfügung gestellt hat.
Die Freifunker in ganz NRW umgehen diese Störerhaftung ganz legal, indem sie über den Verein Freifunk Rheinland ins Internet gehen. Der wiederum hat den Providerstatus erlangt, steht also netz-juristisch gesehen auf einer Augenhöhe mit der Telekom oder Vodafone. „Auf der Ebene des Providers wird nicht gehaftet“, erklärt Klaus Stricker, der derzeit mit fünf anderen Freifunkern in Siegen die unsichtbaren W-LAN-Fäden zieht.
Was muss jemand tun, der sich an dem nicht-kommerziellen Projekt beteiligen möchte? „Am besten nimmt er mit uns über www.freifunk-siegerland.de Kontakt auf“, sagt Stricker. Lediglich der W-LAN-Router eines bestimmten Herstellers müsse angeschafft werden. Der wird völlig legal mit einer modifizierten Software bestückt und anschließend per Netzwerkkabel mit dem bereits bestehenden Internet-Router in dem betreffenden Haushalt, Geschäft oder Lokal verbunden. Mit etwas Fachkenntnis kann man die Software sogar selbst installieren, die rührigen Tüftler helfen jedoch auch dabei. Der Vorteil für den Hausherren: Für ihn ändert sich nichts. Er behält sein privates W-LAN Netzwerk mit allen bekannten Sicherheitsstandards. Die „W-LAN-Gäste“ buchen sich hingegen ohne Anmeldung oder Passwort über den neu installierten Router ein. Von dort aus werden die Daten durch einen „virtuellen Tunnel“ zu Freifunk Rheinland geschleust.
Das „Brot- und Buttermodell“ der Freifunker ist schon für 15 Euro zu haben. Hinzu kommen laut Stricker 50 Cent Stromkosten pro Monat.
Autor:Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen |
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