Kreisschau ist noch nicht in Gefahr

 Wer Hühner im Freien hält, muss derzeit noch nichts befürchten. Siegen-Wittgenstein gehört noch nicht zum Risikogebiet. Das kann sich jedoch ganz schnell ändern, wenn sich die Geflügelpest weiter ausbreitet. Foto: Archiv
  • Wer Hühner im Freien hält, muss derzeit noch nichts befürchten. Siegen-Wittgenstein gehört noch nicht zum Risikogebiet. Das kann sich jedoch ganz schnell ändern, wenn sich die Geflügelpest weiter ausbreitet. Foto: Archiv
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bw - Noch scheint zwar die Geflügelpest H5N8 für die heimischen Züchter weit weg. Noch zählt der Kreis Siegen-Wittgenstein nicht zu den Regionen, in denen die Stallpflicht angeordnet ist. Im Regierungbezirk Arnsberg wurde bisher nur der Kreis Soest zum Risikogebiet erklärt. Dennoch verfolgen natürlich auch die heimischen Züchter die Entwicklung mit Sorge. Jörg Sureth, 1. Vorsitzender des Kreisverbands der Rassegeflügel-Züchter, ist zwar noch entspannt, denn die am kommenden Wochenende geplante Kreisschau ist noch nicht in Gefahr. „Aber das kann sich schnell von heute auf morgen ändern.“ Unklar sei auch, ob die Bundesschau in Leipzig stattfinden könne, betont der Erndtebrücker.

Im Wittgensteiner Kreisverband mit acht Ortsvereinen gibt es 750 Mitglieder, damit ist der Kreisverband einer der größten innerhalb des Landesverbands Westfalen-Lippe. Ingo Dietrich ist 1. Vorsitzender des Rassegeflügelzüchtervereins (RGZV) Erndtebrück. Er hat sich intensiv mit der Thematik beschäftigt und eine ganz klare Haltung dazu: „H5N8 kommt aus der industriellen Massentierhaltung“, weiß er zu berichten und fragt deshalb: „Warum tritt die Geflügelpest denn in hermetisch abgeriegelten Massentierbetrieben auf?“ Die Frage kann er gleich beantworten: Bei so einer Tierhaltung finden die Erreger einen sehr guten Nährboden. „Dass sich da Krankheiten entwickeln, ist ja nicht weiter verwunderlich“, stellt Ingo Dietrich fest. Die angeordnete Aufstallung treffe allerdings nicht die Großbetriebe, denn dort würden die Hühner ohnehin in den Ställen gehalten. Die Verordnung treffe vielmehr die Kleintierbestände. Das sei bei dem Wetter freilich noch zu ertragen, denn im Winter sind die Hühner eh im Stall. Schwieriger werde es beim Wassergeflügel.

An die letzte Seuche vor rund zehn Jahren kann sich Ingo Dietrich noch sehr gut erinnern. Damals galt die Aufstallung für die heimischen Züchter. Einige hätten dadurch jedoch den Spaß an der Hühnerhaltung verloren, berichtet der 1. Vorsitzende des RGZV Erndtebrück. Sie wollten nicht, dass ihre Tiere im Stall bleiben mussten. Ähnliches drohe, so befürchtet Ingo Dietrich, wenn es jetzt wieder zur Stallpflicht kommen werde. Einige Züchter mussten ja vor zehn Jahren ihren Bestand reduzieren. Er selbst habe damals auch noch Wassergeflügel gehabt – davon musste er sich damals schweren Herzens trennen. Dass einige Züchter ihren Bestand deutlich reduzieren müssen, glaubt Jörg Sureth dagegen nicht. Jetzt im Winter würden eh die Tierbestände heruntergefahren.

Sehr pragmatisch nimmt Mirko Sonneborn vom Sonnenhof in Wingeshausen die Angelegenheit: „Dann müssen die Tiere in den Stall.“ Genug Platz hat er für die rund 1100 Hühner, nur für seine rund 50 Gänse müsste er etwas bauen, wenn es auch hier in Wittgenstein zu einer Aufstallung kommen sollte. Derzeit sei der heimische Kreis aber nicht betroffen, verrät Stefanie Stoltenberg aus der Pressestelle der Kreisverwaltung. Für solche Szenarien liegen indes immer gewisse Notfallpläne vor.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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