„Tuning-Terror“ in Neunkirchen?

Anwohner berichteten jetzt der SZ, dass die Hauptstraßen der Gemeinde immer wieder von pubertierenden Jugendlichen und jungen Männern zur Rennstrecke umfunktioniert würden. Foto: wette
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wette - Anwohner berichteten jetzt der SZ, dass die Straßen in der Ortsmitte immer wieder von pubertierenden Jugendlichen und jungen Männern zur Rennstrecke umfunktioniert würden; gleichzeitig nutzten sie Straßen und Parkplätze, um lautstark auf ihre aufgemotzten Wagen aufmerksam zu machen. „Sie fahren hin und her, beschleunigen auf 100 km/h und bremsen abrupt wieder ab – so, dass die Bremsen quietschen“, sagt Jürgen Grisse als einer der Betroffenen. Mehrfach hätten die Anwohner das Gespräch mit den Jugendlichen gesucht. Eine Antwort, erzählen die aufgebrachten Anwohner, würden sie fast nie bekommen. Und wenn doch, dann lasse diese nur wenig Interpretationsspielraum zu: „Sie lachen uns frech ins Gesicht und geben Gas, drehen die Musik noch lauter, zeigen uns den Mittelfinger oder haben uns auch schon Prügel angedroht“, berichtet Dorothea Plate.

Der Ärger – die Anwohner sprechen von Terror – gehe mittlerweile so weit, dass einige darüber nachdenken, Haus und Hof zu veräußern. „Viele Alte und Kranke liegen im Bett und zittern, wenn sie diesen Lärm hören“, ergänzt Dorothea Plate. Das Problem liegt in der Topografie des Ortes: „Es geht uns nicht um den normalen Straßenverkehr. Wer an einer vielbefahrenen Straße wohnt, der weiß, was ihn erwartet. Es geht uns aber um den Lärm, den diese getunten Autos und die laute Musik verursachen. Das schallt durch den ganzen Ort, auch nachts“, ärgert sich Jürgen Grisse.

Das Problem, sagt Ute Müller, bestehe nun seit etwa zwei Jahren. Zum einen gehe es um Rollerfahrer, deren Auspuff viel zu laut sei und die oft sogar ohne Heck und ohne Kennzeichen unterwegs seien. Zum anderen gehe es eben um die Gruppe der jungen Autofahrer. „Mit ihren Autos treffen sie sich auf dem Rewe- oder Volksbankparkplatz. Da machen sie dann Musik, und das möglichst laut. Die haben eine Ausdauer von spätnachmittags bis morgens früh“, staunt Jürgen Grisse. Unerträglich seien die Zustände, erzählen die Anwohner. „Wir fühlen uns von Polizei und Gemeinde im Stich gelassen“, spricht Ute Müller Klartext. Eine andere Anwohnerin ergänzt: „Irgendwann werfe ich aus dem Fenster eine Colaflasche, auch wenn ich dafür in den Knast gehe. Die Polizei ist ja nicht in der Lage, uns zu helfen.“

Von der SZ auf diese Probleme angesprochen, bestätigte Johannes Schneider, zuständig für den Fachbereich Soziales, Schulen und Ordnung: „Die Problematik ist hier bekannt.“ Dass sich etwas ändern soll, ließ der Leiter des Ordnungsamtes zwischen den Zeilen erkennen: „Fakt ist, dass das Ordnungsamt und die Polizei in den nächsten Wochen und Monaten zu den bekannten Zeiten anders auftreten werden.“

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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