Tanzen und schwitzen mit Jan Delay

 Der Rock-Star des Abends: Jan Delay. Mit seiner großartigen Band Disko No. 1 brachte der Hamburger Sänger am Montagabend bei KulturPur die Besucher zum Hopsen, Tanzen, Singen und Schwitzen. Foto: Dirk Manderbach
  • Der Rock-Star des Abends: Jan Delay. Mit seiner großartigen Band Disko No. 1 brachte der Hamburger Sänger am Montagabend bei KulturPur die Besucher zum Hopsen, Tanzen, Singen und Schwitzen. Foto: Dirk Manderbach
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zel - Wer sich mit Jan Delay verabredet, darf sich, muss sich bitteschön mit ihm zusammen richtig daneben benehmen. „Wir werden euren Eltern nichts erzählen.“ Das Zelt möge durchdrehen, und es tat es, rappelvoll wie es war. KulturPur hatte sich den Galopper des Jahres bis zum Schluss aufgehoben – es war das (natürlich subjektiv gesehen) beste Konzert seit Jahren! Der ehemalige Absolute Beginner und Neu-Rock-und-Roller bot im Verbund mit seiner besten Band der Welt, Disko No. 1, eine Hammer-Show für Auge und Ohr im Leoparden-Look und mit einem Soul-Funk-Reggae-„Schweinerock“-Mix, der zwei schweißtreibende Stunden hielt.

„Wo geht die Party ab? Hier geht die Party ab!“ Der bekennende Hamburger nahm freundlich und bestimmt Kontakt zum Publikum auf und hielt ihn wie selbstverständlich, aber nie, ohne die coole Attitüde des Stars zu verlassen. Er ließ seine Gäste Herzen mit den Händen bilden bei „Liebe“, sie reckten ihm bei „Wacken“ die „Pommesgabeln“ entgegen und ließen Schals, Pullis oder irgendwas anderes über den Köpfen kreisen – das von Jan Delay entdeckte Wedel-Loch schloss sich wie von selbst. Ein guter Gag war der Stopptanz, bei dem alle mitmachten und „eingefroren“ „Thomas Gottschalk“ riefen. Der dünne Mann in Anzug, Krawatte, Hut und Sonnenbrille leistete ganze Arbeit, den Besuchern einen denkwürdigen Abend zu verschaffen, weil er wirklich für sie spielte und nicht einfach nur ablieferte. Es schien aber auch so, als hätte der „Chefstyler“ mit der unverwechselbaren weil näselnden Sprech-Gesangs-Stimme selbst ein bisschen Spaß auf der Bühne. Sein Super-Slim-Fit-Hemd war schnell durchgeschwitzt.

Die großartige große Band Disko No. 1 spielte relaxten Reggae und haute Anleihen bei den größten Gitarren-Partykrachern nur so raus: Wer auf „Paradise City“ oder Beastie Boys steht, auf „Whole Lotta Love“ oder Blur, wurde bestens bedient. Jan-Delay-Hits wie „Oh Jonny“ und „Klar“ wechselten geil und laut mit „‘Türlich ’türlich“ von Rapperkollege Das Bo (das Intro mit Cameos „Word Up“ allein ist schon ein Grund zum Jubeln). Die drei Bläser mit dem schönen Namen Johnny Blazers funkten, was das Zeug hielt, und unterlagen im Tanzwettstreit den charmanten Deladies, den Backgroundsängerinnen, die Jan Delay allerdings prominent vorne rechts auf der Bühne untergebracht hatte.

Wie nett, dass Jan Phillip Eißfeldt, wie der Entertainer privat heißt, das Jubiläum von KulturPur ansprach und dass das Publikum seit 25 Jahren auf diesen Berg pilgere. Sie kann vielleicht nicht tanzen, wie es in der zweiten Single-Auskopplung aus dem Nr.-1-Album „Hammer & Michel“ heißt, aber Siegen kann, wie Jan Delay bemerkte. Dass hier in der Provinz die Menschen so abgehen, schien den derben Disko-Dienstleister ein wenig zu überraschen. Bevor alles zu „herzlich hier oben“ wurde, forderte er eine gute Portion Hass vom Publikum, aber nicht für lange.

Die guten Vibrationen, von der Bühne ausgesendet, fanden allzeit Resonanz im Zelt, das geschlossen hopste, tanzte, klatschte, sang und schließlich Zugaben wollte. Mit „St. Pauli“ machten Jan Delay und Disko No. 1 für dieses Jahr das Licht aus. Das denkwürdige Konzert wird im nächsten Jahr KulturPur schwer zu toppen sein. Unmöglich ist das aber nicht.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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