Projekt junger Filmemacher

 „Captain“ Marcel Barion (sitzend) und Massimo Müller in dem gerade entstehenden Raumschiff. Foto: bö
  • „Captain“ Marcel Barion (sitzend) und Massimo Müller in dem gerade entstehenden Raumschiff. Foto: bö
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bö - Der Weg ins All beginnt auf einer selbstgezimmerten Holztreppe. Ganz vorsichtig, step by step, und sicherlich nicht NASA-kompatibel. Die hat hier aber auch keine Richtlinienkompetenz. Hier ist Wittgenstein, nicht Cape Canaveral, Feudingen, nicht Hollywood. Hier wird (vermutlich) kein Blockbuster entstehen, sondern hier arbeiten unabhängige junge Filmemacher an dem Independent-Projekt „Das letzte Land“. Entern wir das Raumschiff. Ganz schön eng. Ein Kompaktfahrzeug unter den Raumgleitern. Die schon eingebaute Technik sieht ganz schön spacy aus, entpuppt sich aber bei näherem Hinsehen unter anderem als Teil eines Videorekorders. Der Bau läuft auf Hochtouren.

Auffällig ist der Sessel im Kommandostand. Zu dem gibt es, wie zu so vielen anderen Accessoires, wie Massimo Müller, zuständig für die Bauten der Produktion, berichtet, eine Geschichte: „Das ist ein Zahnarztbehandlungsstuhl, den haben wir bei E-Bay für einen Euro ersteigert.“ Jetzt ist klar, was eine Low-Budget-Produktion ist und was sie verlangt. Erfindungsreichtum, pfiffige Ideen, einen Blick für scheinbar nutzlose Dinge.

Übrigens, so low-budget ist die Produktion (sie hält sich inzwischen zumindest über Wasser) gar nicht mehr, wie der Filmemacher Marcel Barion, Student der Medienwissenschaft und quasi der Captain Kirk des Unternehmens, im Gespräch mit der SZ erklärt. Das Crowdfunding-Projekt sei richtig erfolgreich, der angepeilte Betrag von äußerst knapp kalkulierten 8500 Euro bereits übertroffen. „Und“, so Marcel Barion, „die Aktion läuft noch bis 13. April!“ Einfach mal anklicken, schon mit einem Euro ist man dabei. Ein Dankeschön gibt es übrigens auch.

Neben Barion und Müller sind Johannes Bade, in dessen Elternhaus das Studio/die Werkstatt betrieben werden, und der „Elektro-Mensch“ Philipp Bojahr aus Kreuztal im Einsatz. Zum Teil kennen sie sich schon aus der Schule, dem Gymnasium Wilnsdorf, oder aus der Uni, und machen seit dieser Zeit Filme. Alte Seilschaften also, die an einem Strang ziehen. Dies gilt auch für Kai Naumann, mit dem Marcel Barion das Drehbuch für „Das letzte Land“ schreibt. Die Grundidee von ein paar Leuten, die im Raumschiff durchs All treiben, stammt von Barion, der sich zwar als SciFi-Fan, aber nicht als Nerd sieht. Er mag allerdings Genrefilme.

Gemeinsam entwickelten die Filmfreaks die Idee dann weiter. Und beschlossen, die Sache diesmal größer aufzuziehen. jetzt sieht der Plot in groben Zügen so aus: Zwei Männer brechen in einer fernen Zukunft auf einem mindestens genauso fernen Planeten aus dem Knast aus, finden ein gestrandetes, abgewracktes Raumschiff und wollen versuchen, die Erde, von der sie nicht wissen, ob es sie überhaupt noch gibt, zu erreichen ...

Die Zuschauer dürfen sich auf ein packendes kammerspielartiges SciFi-Roadmovie mit unheimlichen Untertönen freuen, das auf Computergrafiken verzichten, dafür aber mit optischen Tricks glänzen will. Man darf gespannt sein, ob sich die Crew einen Stern vom Himmel holt. Als Schauspieler für den 90 bis 120 Minuten langen Film gewannen die Filmemacher, das verwundert nicht wirklich, zwei alte Bekannte, den freien Schauspieler Torben Föllmer und Milan Pesl, der am Stadttheater Gießen engagiert ist. Echte Profis also.

Wer nicht bis zum Sommer oder Herbst 2015 warten will, dann soll „Das letzte Land“ komplett im Kasten sein, der kann sich am Sonntag, 30. März 2014, 16 Uhr, im Siegener Lÿz den Fantasyfilm „Aloryon“ anschauen, an dem Barion und seine Freunde acht Jahre gefeilt haben. Anschließend können die Besucher mit den Filmemachern diskutieren.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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