Beschämt über Nazi-Schmierereien

 Bei einer Gedenkfeier in Yad Vashem legte eine Reisegruppe der ev. Kirchengemeinde Hilchenbach Kränze an der Gedenkwand von NRW nieder. Foto: privat
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sz/js - Mit „Betroffenheit, demokratischer Sorge und der gebotenen Wachsamkeit“ hat Hilchenbachs Bürgermeister Hans-Peter Hasenstab die nationalsozialistischen Schmierereien zur Kenntnis genommen, die vor gut einer Woche an Gedenksteinen für jüdische Mitbürger entdeckt worden waren.

Stellv. Bürgermeister Klaus Stötzel, der erst wenige Tage zuvor mit Realschülern die Stolpersteine in der Innenstadt poliert hatte, waren die Schmierereien – u. a. Hakenkreuze – am 14. Mai aufgefallen: auf Wahlplakaten, einigen Stolpersteinen und dem erst im vergangenen Jahr neben der ev. Kirche aufgestellten Gedenkstein. Stötzel informierte die Polizei, die wiederum den Staatsschutz alarmierte. „Dieser ermittelt in dieser beschämenden Angelegenheit“, teilte Hasenstab jetzt im Rat mit. „Die Beschädigungen durch Rechtsextreme verurteile ich ausdrücklich.“

Hasenstab rief „alle Menschen weiterhin dazu auf, gegen jede Art nationalsozialistischer und rechtsextremistischer Äußerungen und Handlungen eindeutig Stellung zu beziehen und, sofern möglich, zur Aufklärung dieser verwerflichen Straftaten in Hilchenbach beizutragen“. Er habe den städtischen Ordnungsdienst angewiesen, seine Kontrollen zu verstärken. „Weitere Maßnahmen sind abhängig vom Ermittlungsergebnis.“

Der Rat nahm die Taten ebenfalls mit Betroffenheit zur Kenntnis. „Diese Schande dürfen wir uns nicht erlauben“, ärgerte sich Barbara Roth (SPD). „Entsetzt“ zeigte sich auch Renate Becker (UWG). „Einfach nur fertig“ bezeichnete sich Klaus Stötzel (SPD) – nicht nur aufgrund seiner Entdeckung, sondern auch wegen einer anonymen Postkarte, die ihm zugesandt wurde, und in der er als „Judenschwein“ betituliert worden sei.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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