Andreas Müller neuer Landrat

Andreas Müller (Mitte, mit Blumenstrauß) ist der neue Landrat des Kreises Siegen-Wittgenstein. Der 31-Jährige löste am Sonntag bei der Landratsstichwahl den bisherigen Amtsinhaber ab. Eine schwere Schlappe für Paul Breuer (CDU).
  • Andreas Müller (Mitte, mit Blumenstrauß) ist der neue Landrat des Kreises Siegen-Wittgenstein. Der 31-Jährige löste am Sonntag bei der Landratsstichwahl den bisherigen Amtsinhaber ab. Eine schwere Schlappe für Paul Breuer (CDU).
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ch - Es ist ein Sieg beinahe auf ganzer Linie für den SPD-Mann Andreas Müller, der an diesem Wahlsonntag die Landratsstichwahl deutlich gewonnen hat. In neun von elf Kommunen überzeugte der 31-jährige Herausforderer des bisherigen Landrates Paul Breuer (CDU) die Wähler von sich und gewann dort jeweils die absolute Mehrheit; so erhielt Müller am Ende insgesamt 44.388 bzw. 59,48 Prozent der Stimmen. Die absolute Mehrheit also auch im gesamten Kreisgebiet für den neu gewählten Landrat Siegen-Wittgensteins, der am 23. Juni sein Amt antreten wird. Zugleich ist der ordentliche Vorsprung eine schwere Schlappe für Breuer, ihm haben die Wähler die rote Karte gezeigt. Am Ende reichte es bloß für 30.238 Stimmen (40,52 Prozent) - satte 20.000 Stimmen weniger als vor drei Wochen. Beim ersten Urnengang am 25. Mai hatte keiner der zunächst sechs Kandidaten die absolute Mehrheit erzielen können, deshalb war die Stichwahl notwendig geworden.

Dass sie einen derart klaren Ausgang nehmen würde, damit hatte keiner gerechnet. Mit dem Schließen der Wahllokale um 18 Uhr wurde auch schon die erste Schnellmeldung auf den Bildschirmen im Kreishaus in Siegen aufgerufen bzw. war über das Internet für jeden lesbar: Breuer lag bei 43 Prozent, Müller bei 57 Prozent der Stimmen. Nachdem 10 Prozent aller Stimmer ausgezählten worden waren - über 228.000 Frauen und Männer waren zur Stichwahl aufgerufen,  nur rund 75.000 machten tatsächlich mit (Wahlbeteiligung: 32,89 Prozent, 25. Mai: 51,67 Prozent) - verfestigte sich das Bild. Im Foyer des Kreishauses, die Wahlparty fand diesmal nicht im Lyz statt, wich der Unglauben aus den Gesichtern der Genossen, angespannte Vorfreude kam auf. Und die Christdemokraten machten mit jeder Schnellmeldung längere Mienen, bis zwei Drittel aller Stimmen im System waren - da war Breuers Niederlage besiegelte Sache.

„Dass es eine knappe Kiste wird, war klar“, sagte Volkmar Klein (MdB), „doch mit dieser Deutlichkeit des Ergebnisses haben wir nicht gerechnet!“ Der Kreisvorsitzende der CDU Siegen-Wittgenstein machte aus seiner Enttäuschung keinen Hehl. „Das hat Breuer nicht verdient“, meinte Hermann-Josef Droege, CDU-Regionalratsvorsitzender, „die Zahlen spiegeln bloß eine generelle Abwahlstimmung wieder, haben aber nichts mit den objektiven Verdiensten des Landrates zu tun“. So oder so ähnlich kommentierten am Sonntagabend viele CDU-Kommunalpolitiker, -Funktionäre und -Bürgermeister die Tatsache, dass Breuer nun seinen Stuhl in der Kreisverwaltung räumen muss.

Breuer selbst „akzeptierte“ das schlechte Abschneiden am Abend: In einer kurzen Rede betonte der Landrat, dass er verstanden habe, dass er abgewählt worden ist. „Dennoch bleibe ich dabei, dass die vergangenen elf Jahre gute Jahre waren, für mich und für den Kreis. Ich habe etwas bewirkt, jede Menge Spaß gehabt und eine gute Basis für die Zukunft geschaffen“, wandte er sich an die Adresse von Andreas Müller, dem er im neuen Amt alles Gute wünschte. Breuer: „In der Politik gibt es halt Gwinner und Verlierer. Und als fairer Verlierer stehe ich hier und werde gleich aufrechten Ganges das Kreishaus verlassen!“

Das hatte wenige Minuten zuvor der Sieger des Abends unter großem Jubel der Genossen betreten. Andreas Müller selbst jubelte zunächst noch verhalten, „dass ich diesen Wahlgang mit einem solchen Vorsprung für mich entscheiden konnte, das ist schon eine Überraschung.“  Müller, bislang SPD-Ratsherr in Burbach und Kreistagsmitglied, betonte, „dass die Mobilisierung der Wähler gelungen ist (Anm. d. Red.: Er holte absolut gesehen fast 3000 Stimmen mehr als am 25. Mai), ist ein gemeinsamer Erfolg der Partei!“ Auch Willi Brase, SPD-Unterbezirksvorsitzender, zog „sehr zufrieden“ Bilanz: „Unser Konzept hat gezogen, unsere Partei ist der heißen Wahlkampfphase in den vergangenen zwei Woche nochmals hochmotiviert und prima mitgelaufen.“

Brase äußerte sich überzeugt davon, dass Andreas Müller trotz „bzw. gerade wegen seines jungen Alters“ sehr gut in das Landratsamt hineinwachsen werde. Brase: „Er wird gute Dezernenten und Berater im Hause und an seiner Seite haben.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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