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SZ-Gespräch mit Martin Lucke und Oliver Günther
„Es bleibt ein tragischer Unglücksfall“

Pfarrer Oliver Günther warnt eindringlich vor einer Vorverurteilung des nun Beschuldigten.
  • Pfarrer Oliver Günther warnt eindringlich vor einer Vorverurteilung des nun Beschuldigten.
  • Foto: Christian Schwermer (Archiv)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

cs Alchen. Nachdem SZ-Recherchen ergeben hatten, dass die Siegener Staatsanwaltschaft gegen ein einzelnes Vorstandsmitglied des Heimat- und Verschönerungsvereins wegen fahrlässiger Tötung, sprach die Siegener Zeitung mit Vorsitzendem Martin Lucke und Pfarrer Oliver Günther. Das Duo gibt bemerkenswert offene Stellungnahmen ab – und warnt eindringlich vor einer Vorverurteilung des nun Beschuldigten. Wie das wohl anstehende Verfahren ausgehe, sei schließlich vollkommen offen.
Martin Lucke: „Das ist eine etwas erschreckende Nachricht. Viele Fragen treiben uns nun am. Was bedeutet das für die Hinterbliebenen? Für die Menschen in Alchen? Für den Verein? Und insbesondere für denjenigen, den es nun betrifft?

cs Alchen. Nachdem SZ-Recherchen ergeben hatten, dass die Siegener Staatsanwaltschaft gegen ein einzelnes Vorstandsmitglied des Heimat- und Verschönerungsvereins wegen fahrlässiger Tötung, sprach die Siegener Zeitung mit Vorsitzendem Martin Lucke und Pfarrer Oliver Günther. Das Duo gibt bemerkenswert offene Stellungnahmen ab – und warnt eindringlich vor einer Vorverurteilung des nun Beschuldigten. Wie das wohl anstehende Verfahren ausgehe, sei schließlich vollkommen offen.

  • Martin Lucke: „Das ist eine etwas erschreckende Nachricht. Viele Fragen treiben uns nun am. Was bedeutet das für die Hinterbliebenen? Für die Menschen in Alchen? Für den Verein? Und insbesondere für denjenigen, den es nun betrifft? Er ist eines unserer aktivsten Vorstandsmitglieder, in weiteren Vereinen aktiv in der Jugendarbeit. Ich kenne ihn als sehr sorgfältigen und bedachten Menschen, der immer sehr gewissenhaft unterwegs ist. Er hat ein Risiko nicht einmal erahnt, sonst hätte er die Bratpfanne sofort aus dem Verkehr gezogen. Wir haben nach dem Unglück eine große Solidarität aus dem Ort für den Heimatverein und sein Personal erfahren – die Menschen hier sehen keinen Schuldigen. Es stellt sich auch die Frage nach der Außenwirkung. Wir sind Ehrenamtler, in vielen Bereichen keine Fachleute. Ich fürchte, in Zukunft wird sich so mancher sein Engagement überlegen, wenn man sieht, wie schnell man vor Gericht landen kann. Durch die jetzige Mitteilung werden noch nicht verheilte Wunden wieder aufgerissen. Nun steht uns wieder eine lange Wegstrecke bevor, schließlich ist offen, wie das Verfahren ausgeht. Wir können das Ereignis erst hinter uns lassen, wenn das abgeschlossen ist. Die Trauer wird immer bleiben – das Andenken an die Opfer werden wir immer hochhalten.“ 
  • Pfarrer Oliver Günther: „Es bleibt ein tragischer Unglücksfall, durch den die Verantwortlichen des Heimatvereins alle zu Opfern geworden sind. Ich möchte mir nicht anmaßen, ein juristisches Urteil abzugeben. Wenn eine Einzelperson für eine Verkettung unglücklicher Umstände verantwortlich gemacht wird, tue ich mich von meinem Rechtsempfinden her damit sehr, sehr schwer. Gerade die Akteure des Heimatvereins gehen mit bestem Gewissen und großer Sorgfalt an die Sachen heran. Nun ist die Situation so, wie sie ist. Wir müssen damit umgehen, und das wird uns auch gelingen. Das Miteinander hier hat uns in dieser schweren Zeit ausgezeichnet, das sollten wir weiter so halten.“

Anmerkung der Redaktion: Am Montagabend berichtete die Siegener Zeitung exklusiv, dass die Staatsanwaltschaft Siegen Anklage wegen fahrlässiger Tötung gegen ein Vorstandsmitglied des Heimat- und Verschönerungsvereins erheben werde. Am Dienstagvormittag teilten Staatsanwaltschaft und Polizei mit, dass der Mann im Ermittlungsverfahren zunächst als Beschuldigter geführt werde. Hier hat er zunächst die Möglichkeit, zum Vorwurf der fahrlässigen Tötung Stellung zu nehmen und ggf. einzelne entlastende Beweiserhebungen zu beantragen. Oberstaatsanwalt Patrick Baron von Grotthuss erklärte auf Anfrage der SZ, dass es nicht zwingend zu einer öffentlichen Anklage kommen müsse; es könne etwa auch sein, dass das Verfahren gegen Auflagen (Strafbefehlsverfahren) eingestellt werde. Es liege keine abschließende Entscheidung seitens der Staatsanwaltschaft vor.

Autor:

Christian Schwermer (Redakteur) aus Siegen

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