SZ

Studie im Impfzentrum Wissen durchgeführt
70 bis 80 Prozent ohne Nebenwirkungen

Im Impfzentrum Wissen wurden rund 700 über 80-Jährige nach dem ersten Biontech-Piks befragt: Die große Mehrheit gab an, überhaupt keine Nebenwirkungen verspürt zu haben.
  • Im Impfzentrum Wissen wurden rund 700 über 80-Jährige nach dem ersten Biontech-Piks befragt: Die große Mehrheit gab an, überhaupt keine Nebenwirkungen verspürt zu haben.
  • Foto: rai
  • hochgeladen von Marc Thomas

dach Altenkirchen. Rund 700 Männer und Frauen über 80 Jahre, die im Wissener Impfzentrum das Serum von Biontech verabreicht bekommen haben, sind in den vergangenen Wochen befragt worden. Das Vorab-Ergebnis: „70 bis 80 Prozent zeigen keinerlei Negativreaktionen“, sagte am Dienstagabend Prof. Dr. Helmut Wieler – und bezog sich damit auf die jeweilige Erstimpfung.

Der Nuklearmediziner im Ruhestand gehört zur Mannschaft im Impfzentrum Wissen und hat die Datenerhebung dieser Studie, die demnächst auch entsprechend publiziert werden soll, eben am Dienstag abgeschlossen. Mit dieser Information wartete er bei einer medizinischen Talk-Runde des FDP-Kreisverbands auf, die im Rahmen des Landtagswahlkampfs im Internet übertragen wurde.

dach Altenkirchen. Rund 700 Männer und Frauen über 80 Jahre, die im Wissener Impfzentrum das Serum von Biontech verabreicht bekommen haben, sind in den vergangenen Wochen befragt worden. Das Vorab-Ergebnis: „70 bis 80 Prozent zeigen keinerlei Negativreaktionen“, sagte am Dienstagabend Prof. Dr. Helmut Wieler – und bezog sich damit auf die jeweilige Erstimpfung.

Der Nuklearmediziner im Ruhestand gehört zur Mannschaft im Impfzentrum Wissen und hat die Datenerhebung dieser Studie, die demnächst auch entsprechend publiziert werden soll, eben am Dienstag abgeschlossen. Mit dieser Information wartete er bei einer medizinischen Talk-Runde des FDP-Kreisverbands auf, die im Rahmen des Landtagswahlkampfs im Internet übertragen wurde.

Auf Nachfrage der SZ erläuterte Helmut Wieler, Bruder des Chefs des Robert-Koch-Instituts, Prof. Dr. Lothar Wieler, dass 70 bis 80 Prozent der Befragten weder lokale Nebenwirkungen – etwa Rötungen der Einstichstelle – noch systemische Nebenwirkungen – beispielsweise Fieber – angegeben hätten. Und der Arzt kommt zu dem Schluss: „Eine tolle Zahl.“

Kosten trägt Prof. Wieler selbst

Zwar ist Prof. Wieler derzeit noch mit der Auswertung befasst („mein kompletter Schreibtisch liegt voller Daten“), den Großteil der anonymisierten Angaben hat er aber bereits durchforstet.

Die Studie mit dem Titel „Häufigkeit von Impfreaktionen nach Gabe der Erstimpfung mit dem Impfstoff COMIRNATY® bei über 80-Jährigen im Impfzentrum Wissen (Kreis Altenkirchen)“ sei nicht von der Industrie gesponsert, betont Wieler. Etwaige Kosten, z. B. für die Beantragung bei der Ethik-Kommission der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz, trage er selbst. Die habe im Übrigen äußerst schnell auf seine Anfrage reagiert, binnen 24 Stunden die Genehmigung auf den Weg gebracht.

Prof. Wieler geht es nach eigener Aussage darum, Ängste abzubauen. Denn die lange Liste an potenziellen Nebenwirkungen des Impfstoffs würde bei vielen Menschen Befürchtungen wecken. Dabei gehe es ihm auch darum, dazu beizutragen, die Zahl der Impfverweigerer zu minimieren. Schließlich gehe man davon aus, dass rund zwei Drittel der Bevölkerung geimpft sein müssten, um die sogenannte Herdenimmunität zu erreichen.

Herdenimmunität bei 80-prozentiger Impfquote

Allerdings: Sollte sich bewahrheiten, dass die nun bekannten Mutanten des Corona-Virus tatsächlich deutlich infektiöser seien als der ursprüngliche Erreger, müsse man von einem ganz anderen Anteil ausgehen. Wären die Mutanten um 50 Prozent ansteckender, setze die Herdenimmunität erst bei einer rund 80-prozentigen Impfquote ein, rechnete der Professor vor. Dem stellt er ein Umfrageergebnis entgegen, wonach sich 12 Prozent der Deutschen auf keinen Fall impfen lassen wollten – und lediglich 59 Prozent auf jeden Fall. Daher gehe es ihm um die positive Botschaft: „Es ist wichtig, sich impfen zu lassen.“

Zurück zur Medizin-Talkrunde: Die FDP-Bundestagsabgeordnete Sandra Weeser aus Betzdorf hatte das Gespräch mit einer Frage an Landrat Dr. Peter Enders eröffnet: Wie es denn im einzigen Impfzentrum des AK-Lands laufe. „Nur positiv“ seien die Reaktionen bisher gewesen, so Enders. Wie er höre, agiere das Team vor Ort „professionell und mit menschlicher Wärme“. Das mache ihn stolz, so der Landrat.
Derzeit würden dort 140 Spritzen pro Tag gesetzt. Es gebe aber die Idee, das Procedere auf eine zweite Schicht auszudehnen, die abends und an den Wochenenden impfen könne. Damit sei es denkbar, die Impfgeschwindigkeit zu verdoppeln. Allerdings habe die Kreisverwaltung weder die Terminvergabe in der Hand, die landesweit koordiniert werde, noch könne sie die Menge an verfügbarem Impfstoff beeinflussen.

Lediglich von einem unglücklichen Vorfall im Wissener Zentrum habe er bislang Kenntnis erhalten, als rund 50 Personen auf ein und denselben Termin geladen worden seien. „Wo Menschen arbeiten, werden Fehler gemacht“, so Enders. Aber auch diese Situation habe man schließlich in den Griff bekommen.

Rat zur Impfung

Prof. Wieler wies auf Nachfrage darauf hin, dass in Wissen bisher vor allem das Serum von Biontech verimpft worden sei. Mit dem Mittel von AstraZeneca beginne man aber jetzt auch. Die Menschen, die sich zur Impfung anmeldeten, könnten allerdings nicht wählen, welches Serum im Einzelfall verabreicht werde. Klar, er wisse auch, dass bei dem Mittel von AstraZeneca eine geringere Wirksamkeit als bei dem von Biontech nachgewiesen worden sei. Aber: „Ich rate allen, die Impfung anzunehmen.“ Viele Grippe-Impfstoffe hätten im Übrigen eine ähnliche Wirksamkeit wie das AstraZeneca-Mittel, im Bereich von 60 bis 70 Prozent. Ohne Impfung liege der Schutz hingegen bei 0 Prozent.

Und auch Wieler stimmte ins Loblied auf die Atmosphäre im Wissener Impfzentrum ein. Dort herrsche eine „super Stimmung“, das Gebäude biete zudem ein „nettes Ambiente“. Die Menschen, die zur Impfung kommen, müssten quasi nicht warten, und wer Hilfe benötige, bekomme sie auch. Die Helfer des Roten Kreuzes könne er nur „hochgradig loben“.

Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

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