Schulen vorerst ohne Luftfilteranlagen
Auch nach den Ferien heißt es: Fenster auf!

In den meisten Schulen des AK-Landes wird es vorerst keine Luftfiltergeräte geben.
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dach Altenkirchen. Das Schreckgespenst der vierten Welle geistert durch die (sozialen) Medien, die Delta-Variante gehört mittlerweile zum Alltag in den Laboren. Dennoch: In den meisten Schulen des AK-Landes wird dem Coronavirus auch nach den Sommerferien per Lüften der Garaus gemacht. Das ist zumindest die Hoffnung, die mit dem Verzicht auf die Anschaffung von Lüftungsgeräten einhergeht.
Nahezu nirgendwo im Kreis Altenkirchen werden entsprechende Apparate gekauft. Das wurde im Laufe der Woche bei diversen Sitzungen unterschiedlicher Gremien deutlich. Wie berichtet, würde es den Kreis etwa 24 Millionen Euro kosten, alle weiterführenden Schulen mit zentralen Lüftungsanlagen zu versorgen. 2,7 Millionen wären es im Falle von mobilen Geräten.

Gute Erfahrungen mit CO2-Ampeln

Gerade im zweiten Fall stellt aber Tobias Gerhardus die Frage: „Wie effektiv ist das?“ Außerdem müsse dann trotzdem gelüftet werden. Und: Die Geräte seien laut. Der zuständige Kreisbeigeordnete kommt also zu dem Schluss: „Nicht nur Geld spielt eine Rolle.“ Außerdem seien die Schulen bisher sehr zurückhaltend gewesen, was Forderungen in diese Richtung angeht. Gute Erfahrungen hätten die Schulen hingegen mit den angeschafften CO2-Ampeln gemacht, die anzeigen, wann die Fenster geöffnet werden sollten. 200 mobile Geräte hatte der Kreis gekauft, knapp 740 Räume gibt es in den Schulen in seiner Trägerschaft. Derzeit prüfe man, weitere Ampeln anzuschaffen, so Gerhardus.

Das Prinzip der Lüftung hat Vorrang

Ganz konkret will es die Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf so machen. Man sei „schon dabei“, CO2-Messgeräte für jeden Klassenraum der drei Grundschulen zu beschaffen. Ansonsten habe weiterhin „das Prinzip der Lüftung absoluten Vorrang“, so Bürgermeister Wolfgang Schneider. Gerade im Hinblick auf etwaige zentrale Lüftungsanlagen sprach er von einer „wahnsinnigen Kostendimension“ – und einem „fraglichen Nutzen“. Man halte sich lieber an das Fachgutachten des Robert-Koch-Instituts. Diesen Weg honoriert offenbar auch die Volksbank Daaden, die aktuell 4000 Euro für jede Grundschule überwiesen hat, auch für die in Weitefeld und Herdorf, die in Trägerschaft der Ortsgemeinde bzw. Stadt steht.

Förderung nun auch für mobile Geräte

In Weitefeld hatte man bereits zu Beginn des Jahres 35.000 Euro investiert. Neun mobile Luftfilteranlagen schaffte die Ortsgemeinde für Grundschule und Kita an. Man habe sich für „den Mercedes“ entschieden, so Ortsbürgermeister Karl-Heinz Keßler. „Der Trümmer“ sei zwar 1,20 hoch, dafür aber sehr leise. Und laut Keßler funktioniert es: „Wir können es beweisen.“ Das könne man über professionelle CO2-Messgeräte belegen. Dass etwa Bildungsministerin Stefanie Hubig den Nutzen solcher mobiler Geräte in Zweifel ziehe, findet Keßler „schäbig von meiner roten Schwester“. Hier gelte es lediglich zu vermeiden, Geld ausgeben zu müssen.

Das passt zumindest zu den Förderprogrammen: Das Land hatte bisher nur fest verbaute Geräte gefördert – in Räumen, die sich schlecht belüften lassen. So ist es auch im neuen Programm der Bundesregierung. Hier sind zwar seit dieser Woche auch mobile Geräte förderfähig, aber auch hier gilt: Nur, wenn sich Fenster nicht oder nur unzureichend öffnen lassen. Außerdem gilt es nur für Zimmer, in denen Kinder unter zwölf Jahren sitzen.

Trotz der Geräte muss gelüftet werden

In der Verbandsgemeinde Kirchen folgt man eher der Keßler’schen Sichtweise. 180.000 Euro hat man dort in einem Nachtragshaushalt für das laufende Jahr hinterlegt. Das muss nun die Kommunalaufsicht genehmigen. In vier Wochen sei man schlauer, so Bürgermeister Andreas Hundhausen. Dann sollte es aber zügig gehen. 55 Klassenzimmer sollen bis zum Herbst – ein formaler Beschluss des Rates vorausgesetzt – ausgestattet werden.

In der Verbandsgemeinde Wissen verzichtet man auf eine solche Investition. 328.000 Euro wären es für 82 mobile Geräte (Grundschulen und Kitas), wie Bürgermeister Berno Neuhoff dem Verbandsgemeinderat jetzt mitteilte. Er verwies auch auf 108.000 Euro jährliche Wartungskosten – und die Tatsache, dass dann trotzdem noch gelüftet werden müsse.

70 Geräte wären es in der Verbandsgemeinde Betzdorf-Gebhardshain. Doch auch hier bleibt man zunächst zurückhaltend. Man werde die Förderprogramme und auch die neuesten Forschungsergebnisse im Auge behalten. Beigeordneter Joachim Brenner: „Sobald man uns sagt, die Sicherheit ist da, werden wir das Thema in den Gremien zur Sprache bringen.“

Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

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