Handwerk startet mit Schwung ins Jahr
Ausbildungssituation deutlich verbessert

Das Handwerk im Kammerbezirk Koblenz startet mit viel Schwung ins neue Ausbildungsjahr. So hat sich die Zahl neu abgeschlossener Ausbildungsverträge im Straßenbauerhandwerk fast verdoppelt.
  • Das Handwerk im Kammerbezirk Koblenz startet mit viel Schwung ins neue Ausbildungsjahr. So hat sich die Zahl neu abgeschlossener Ausbildungsverträge im Straßenbauerhandwerk fast verdoppelt.
  • Foto: Handwerkskammer
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

sz Koblenz/Kreis Altenkirchen. Eine Ausbildungsoffensive, die ankommt, ein deutliches Plus neu abgeschlossener Lehrverhältnisse und ein Perspektivplan für handwerksinteressierte Jugendliche: Das Handwerk im Bezirk der Handwerkskammer (HwK) Koblenz ist mit viel Schwung ins Lehrjahr 2021 gestartet. „Die Momentaufnahme zeigt ein Plus von 14 Prozent. Diese Entwicklung ist kein Zufall und auch kein Selbstläufer“, kommentiert die HwK-Spitze diese deutliche Steigerung im Corona-Umfeld. 807 neue Lehrverhältnisse zum 30. April 2021 – das sind mehr als 100 zusätzlich abgeschlossene Ausbildungsverhältnisse im Vergleich zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres.

„Sehen wir das Gesamtminus zum Jahresende 2020 von 8 Prozent, ist diese Kehrtwende beeindruckend und stimmt optimistisch. Nun müssen wir alles unternehmen, diese Welle weiter anzutreiben“, kommentieren HwK-Hauptgeschäftsführer Ralf Hellrich und Präsident Kurt Krautscheid diese Entwicklung. Da auch die Zahl offener Lehrstellen deutlich gestiegen ist, „können wir eindeutig festhalten: Das Ausbildungsengagement im Handwerk ist hoch! Anderslautende Schlagzeilen, die Betriebe würden sich zurückziehen und Jugendlichen keine Ausbildungsplätze anbieten, haben mit der tatsächlichen Lage im Handwerk unseres Kammerbezirks nichts zu tun“.

Über 1300 Ausbildungstellen zu vergeben

Das lässt sich auch über Zahlen belegen: 1360 freie Ausbildungsstellen sind für das Jahr 2021 noch zu vergeben. Ende April 2020 waren es gerade einmal 225. „Rechnen wir die bereits abgeschlossenen Lehrverhältnisse 2021 mit der Zahl offener Stellen zusammen, liegen wir weit über 2000. Das ist Rekordniveau – trotz Corona!“

„Die Pandemie-bedingten Einschränkungen wirken sich nach wie vor auf die Vermittlung von Ausbildungsplätzen aus, „doch diese Rahmenbedingungen kennen wir nun aus den zurückliegenden Monaten, haben sie analysiert und neue Lösungen bei der Ansprache Jugendlicher für das Handwerk erschlossen“, erklären Krautscheid und Hellrich. Denn auch wenn Ausbildungsmessen oder Praktika in den Betrieben wie Präsenzveranstaltungen insgesamt immer noch mit angezogener Handbremse oder nur digital stattfinden können, sind die Handwerksbetriebe ansprechbar und stehen unter Einhaltung der Corona-Auflagen offen.

Praktikum trotz Pandemie

So bei der Praktikumsoffensive „Eine Woche – Deine Chance“, die nach der erfolgreichen Premiere in den Osterferien mit 100 teilnehmenden Praktikanten nun auch in den Pfingstferien durchgeführt wird. „Mit Test und FFP-2-Maske sind Praktika Corona-konform möglich. Warum sollten wir, die Betriebe und Jugendlichen also diese Chance nicht nutzen? Das es etwas bringt, zeigen die Zahlen!“.

Auch die Arbeit der Ausbildungs-Coaches direkt an der Schnittstelle zwischen Ausbildungsbetrieben, Jugendlichen, Elternhaus und Schule haben auf die Corona-Situation reagiert und die Werbemöglichkeiten und Aktivitäten intensiviert. Im Ergebnis verzeichnen die Ausbildungszahlen in einigen Gewerken starke Zuwächse. Beispielhaft werden die Bau- und Ausbauberufe genannt.
Spitzenreiter sind hier die Straßenbauer (von 18 Lehrverträgen in April 2020 auf aktuell 30) wie auch Maler und Lackierer mit einer Verdopplung neuer Lehrverträge zum 30. April 2021. Auch die Handwerksberufe der Kfz-Branche, zuletzt mit Rückgängen, stehen in diesem Frühjahr mit Pluszeichen da.

„Besonders erfreulich: Auch bei den Nahrungsmittelhandwerken haben wir mehr Auszubildende. Spitzenreiter hier sind momentan die Fleischer.“ „Die gute Entwicklung wird durch die Breite getragen. Das stimmt uns sehr optimistisch beim Blick auf den weiteren Verlauf des Ausbildungsjahres 2021. Denn auch das hat die Corona-Krise bewiesen. Das Handwerk hat sich als stabilisierende Säule der Wirtschaft behauptet“, betonen Krautscheid und Hellrich.

Autor:

Redaktion Altenkirchen aus Betzdorf

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