SZ

Kirchensteuereinnahmen werden sinken
Bistum Trier stößt Haushaltssicherungsprozess an

Das Bistum Trier stößt einen Haushaltssicherungsprozess an.
  • Das Bistum Trier stößt einen Haushaltssicherungsprozess an.
  • Foto: Pixabay (Symbolfoto)
  • hochgeladen von Michael Sauer

sz Trier/Kreis Altenkirchen. „Notwendig“: Dieses Wort stand in der Mitte der „Wortwolke“, die die Teilnehmer am Ende ihrer Beratungen über den Prozess der Haushaltssicherung entstehen ließen. Denn: Ab 2035 werde das Bistum mit rund 130 Millionen Euro weniger Kirchensteuereinnahmen im Jahr auskommen müssen, erläuterte Generalvikar Dr. Ulrich von Plettenberg bei der Beratung über die Rahmenbedingungen, an der Bischof Dr. Stephan Ackermann teilnahm sowie die diözesanen Räte, Dechanten und Vertretungen von Berufsgruppen, Einrichtungen und Diensten. Das Treffen fand statt in der ehemaligen Reichsabtei St. Maximin in Trier.

Unternähme das Bistum nichts, wären die Rücklagen spätestens 2028 aufgebraucht, so der Generalvikar.

sz Trier/Kreis Altenkirchen. „Notwendig“: Dieses Wort stand in der Mitte der „Wortwolke“, die die Teilnehmer am Ende ihrer Beratungen über den Prozess der Haushaltssicherung entstehen ließen. Denn: Ab 2035 werde das Bistum mit rund 130 Millionen Euro weniger Kirchensteuereinnahmen im Jahr auskommen müssen, erläuterte Generalvikar Dr. Ulrich von Plettenberg bei der Beratung über die Rahmenbedingungen, an der Bischof Dr. Stephan Ackermann teilnahm sowie die diözesanen Räte, Dechanten und Vertretungen von Berufsgruppen, Einrichtungen und Diensten. Das Treffen fand statt in der ehemaligen Reichsabtei St. Maximin in Trier.

Unternähme das Bistum nichts, wären die Rücklagen spätestens 2028 aufgebraucht, so der Generalvikar. Und Johannes Thielmann (Abteilungsleiter Finanzen im BGV) legte dar, dass im Falle eines „Weiter so“ das Defizit im Bistumshaushalt 2026 bei 40 Millionen Euro liegen werde, 2035 bei 130 Millionen Euro.

Haushaltssicherung des Bistums Trier: Entlastung bei den Pensionsrückstellungen

Von Plettenberg nannte aber auch die Chance, die in der Haushaltssicherung liegt: „Geringere Ressourcen zwingen uns dazu, uns noch mehr zu fokussieren, unser Tun noch mehr zu schärfen.“ Das helfe, „mehr Kirche zu sein im Sinne unserer Bistumssynode. Das ist unser Ziel: mithilfe von Kriterien, die wir aus dem Synodenschlussdokument ableiten, die Schwerpunktfelder kirchlichen Lebens herauszukristallisieren, die der Vision der Synode am meisten entsprechen“.

Die Zeichen der Zeit stehen auf grundlegender Veränderung.
Dr. Ulrich von Plettenberg
Generalvikar

Dr. Hans-Günther Ullrich (Abteilungsleiter Ehrenamt, Bildung und Gesellschaft) zeigte mögliche Maßnahmen auf. Neben absehbaren kostensenkenden Effekten etwa infolge des Rückgangs des pastoralen Personals würden Möglichkeiten der Entlastung bei den Pensionsrückstellungen untersucht. Daneben könnten Verwaltungsprozesse kosteneffizienter gestaltet werden; Synergieeffekte mit anderen kirchlichen Rechtsträgern seien ebenso in den Blick zu nehmen wie Einnahmeerhöhungen oder die Bereinigung von überdimensionierten kirchlichen Angeboten und Strukturen. Auch die Gemeindefinanzierung müsste neu gestaltet werden.

Haushaltssicherung des Bistums Trier: Mehrere Kriterien zur Kostenreduktion

Im Rahmen der Kostenreduktion will das Bistum mehrere Kriterien zur Entscheidung nutzen. Vorgeschlagen wurden: diakonisch, missionarisch, Kirche entwickelnd, innovativ, traditionsreich und verlässlich, einzigartig und besonders, gemeindebildend, kooperativ und vernetzend sowie überzeugend. Hinweise der Teilnehmer sollen noch eingearbeitet werden.
Auch wenn die materiellen Ressourcen zurückgingen und die Kirche in Deutschland künftig mehr eine ehrenamtliche als eine hauptamtliche Kirche sein werde, sei sie dennoch „eine reiche Kirche“, befand Dr. Stephan Bischof Ackermann. Dabei bezog er den Reichtum vor allem auf das große Engagement der kirchlich Engagierten.

„Die Zeichen der Zeit stehen auf grundlegender Veränderung“, betonte Generalvikar von Plettenberg. Diese sei getrieben durch Entwicklungen wie Klimawandel und Digitalisierung, Corona und Flutkatastrophe; „vielleicht am spürbarsten für uns alle und an unsere Existenz gehend sexueller Missbrauch von Kindern und Machtmissbrauch jeglicher Art; auf der anderen Seite aber auch als Konsequenz das Streben nach mehr Synodalität und einer zeitgemäß aufgestellten Kirche“. Als Christen gelte es, Wege zu finden, den Polarisierungen entgegenzutreten und „eine gesunde Mitte“ zu stärken.
Das Haushaltssicherungskonzept soll bis Juni 2022 erarbeitet sein und in konkrete Entscheidungen münden.

Autor:

SZ Redaktion aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

6 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen