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Abfallaufkommen steigt deutlich
Corona produziert mehr Müll

Immer noch ist die Situation so, dass sich die Deckel mancher Tonnen kurz vor der Abfuhr nicht mehr schließen lassen, wie dieses Bild vom Struthof in Betzdorf zeigt. Im vergangenen Jahr hat der AWB ein deutlich erhöhtes Abfallaufkommen registriert.
  • Immer noch ist die Situation so, dass sich die Deckel mancher Tonnen kurz vor der Abfuhr nicht mehr schließen lassen, wie dieses Bild vom Struthof in Betzdorf zeigt. Im vergangenen Jahr hat der AWB ein deutlich erhöhtes Abfallaufkommen registriert.
  • Foto: rai
  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

thor Kreis Altenkirchen.  Hand aufs’ Herz bzw. auf die Deckel der Mülltonnen (und hoch damit): Wer hatte zuletzt nicht schon mal den Wunsch, mit einer mobilen Presse nochmals etwas mehr Platz zu schaffen. Corona ist Müll und produziert Müll. Diese „Gleichung“ wird keinen überraschen. Die subjektive Wahrnehmung wird nun auch von der Jahresbilanz des Abfallwirtschaftsbetriebs (AWB) des Kreises Altenkirchen bestätigt: Teilweise gab es beim Abfall-Aufkommen zweistellige Zuwachsraten. Das zeigt die Auswertung der Daten zwischen Januar und November (der Dezember fehlt dabei noch).
Dennoch ist AWB-Leiter Werner Schumacher weiterhin voll des Lobes über die „Kunden“, gerade auch was Müllvermeidung und Sortierverhalten angeht. Und: „Keiner produziert Abfälle bewusst.

thor Kreis Altenkirchen.  Hand aufs’ Herz bzw. auf die Deckel der Mülltonnen (und hoch damit): Wer hatte zuletzt nicht schon mal den Wunsch, mit einer mobilen Presse nochmals etwas mehr Platz zu schaffen. Corona ist Müll und produziert Müll. Diese „Gleichung“ wird keinen überraschen. Die subjektive Wahrnehmung wird nun auch von der Jahresbilanz des Abfallwirtschaftsbetriebs (AWB) des Kreises Altenkirchen bestätigt: Teilweise gab es beim Abfall-Aufkommen zweistellige Zuwachsraten. Das zeigt die Auswertung der Daten zwischen Januar und November (der Dezember fehlt dabei noch).
Dennoch ist AWB-Leiter Werner Schumacher weiterhin voll des Lobes über die „Kunden“, gerade auch was Müllvermeidung und Sortierverhalten angeht. Und: „Keiner produziert Abfälle bewusst.“
Doch die völlig veränderten Lebens- und Arbeitsbedingungen hinterlassen natürlich auch in den Tonnen vor den Häusern im AK-Land ihre Spuren. „Wenn die Leute mehr zu Hause, fällt da natürlich auch mehr Abfall an“, lautet die simple Erklärung von Schumacher. Die höheren Mengen sind bei allen Fraktionen zu beobachten – mit Ausnahme der blauen Tonnen. Hier hat der Rückgang zu einer leichten Erhöhung der Gebühren geführt (die SZ berichtete).

Gelbe Tonnen immer rappelvoll

Gelbe Tonne: Mit das größte Plus gab es bei den Verpackungen, die über die gelben Tonnen und Säcke entsorgt werden. Dies geschieht im AK-Land durch die Firma Remondis. Bundesweit geht die Branche für 2020 von einem Plus in Höhe von etwa 10 Prozent aus. Dies treffe auch für den Kreis Altenkirchen zu, berichtet Schumacher: „Es sind enorme Mengen, die da bewältigt worden sind.“
Graue Tonne: Beim Restfabfall gab es zwischen Januar und November einen Zuwachs von knapp über 6 Prozent. Die größte Menge fiel dabei im April mit fast 1000 Tonnen an. Der AWB hatte insofern auf die Entwicklung reagiert, als dass die Zahl der Freileerungen von vier auf sechs erhöht wurde.
Braune Tonne/Grünabfall: Auch hier muss man nicht unbedingt wissenschaftliche Studien betreiben, um den Ursachen für die Steigerungen auf die Spur zu kommen. Das Corona-Jahr war auch ein Jahr, in dem nicht nur viele Koch-Abfälle anfielen, sondern sich die Menschen auch sehr viel im heimischen Garten aufhielten. In den braunen Tonnen stieg das Abfuhrvolumen um 4,47 Prozent, beim Grünschnitt waren es sogar 8,55 Prozent. „Da sind dann auch mal Bäume geschnitten oder Hecken gestutzt worden. Alles Sachen, die man vielleicht nicht jedes Jahr macht“, sagt Schumacher.
Blaue Tonne: Wie schon erwähnt, der einzige Bereich im Minus. Der Werkleiter führt das auf deutlich weniger Druckerzeugnisse zurück, die normalerweise die Papiertonnen füllen. Zwar sei die Menge der Kartonagen durch den Online-Versandhandel gestiegen, habe die „Verluste“ aber nicht wettmachen können.

Hochbetrieb auf den Wertstoffhöfen

Sperrmüll/E-Schrott: Ja, 2020 war auch die Zeit des großen Aufräumens und Aussortierens in Garagen, Kellern und auf Speichern – und auch die Zeit der Neuanschaffungen. Viele Urlaube fielen flach, das gesparte Geld steckte mancher in eine neue Couch oder einen neuen Kühlschrank. Beim Sperrmüll gab es ein Plus von gut 6 Prozent, beim Elektro-Schrott gar von 10,83 Prozent. Entsprechend Betrieb herrschte dann auch auf den Wertstoffhöfen.
Schadstoffe: Hier taucht bei den Sammlungen zwar unterm Strich ein leichter Rückgang von 1,6 Prozent auf, den Schumacher so aber nicht unbedingt interpretieren will. „Die Menge ist prinzipiell gleichgeblieben. Man muss bedenken, dass wir sieben Wochen lang gar keine Sammlungen durchgeführt haben.“ Das hole man jetzt langsam wieder auf. Grundsätzlich sei es aber kein Problem, wenn der Farbeimer auch mal ein paar Wochen länger im Keller bleibe.
Doch wie gesagt: Der AWB-Leiter ist ob der gestiegenen Mengen nicht besorgt, eben weil er weiß, dass sie den besonderen Umständen geschuldet sind. „Insgesamt sind die Menschen sehr sensibel geworden.“ Was er auch auf die gute Beratung und Aufklärung seines Betriebs zurückführt. Schumacher glaubt nicht, dass der Trend weiter anhält: „Ich glaube eher, dass dass Abfallaufkommen 2021 stagnieren wird.“

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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