SZ

Kein „Schlöng ronner“, kein „Hau ruck“
Das zweite Jahr in Folge kein Karneval

Beeindruckendes Bühnenbild, gut gefüllte Sitzreihen, üppiges Programm: Ein Foto aus besseren Narren-Tagen in Friesenhagen. Doch Prunksitzungen wird es in diesem Jahr nicht geben.
  • Beeindruckendes Bühnenbild, gut gefüllte Sitzreihen, üppiges Programm: Ein Foto aus besseren Narren-Tagen in Friesenhagen. Doch Prunksitzungen wird es in diesem Jahr nicht geben.

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damo/nb/rai Kreis Altenkirchen. Eigentlich würde jetzt an Büttenreden, Sketchen und Hebefiguren gefeilt und die Kamelle für die Umzüge bereit gelegt. Doch die Närrinnen und Narren in den karnevalistischen Hochburgen des Oberkreises werden einmal mehr von der Pandemie ausgebremst. Ob Prunksitzung, Kinderkarneval oder kunterbunter Zug durch die Straßen: Die Sicherheit geht für die Vereine vor, und so fällt der Karneval im zweiten Jahr in Folge ins Wasser. Die Absagen aus Herdorf und Wehbach hat die SZ bereits vermeldet – aber auch aus den anderen Karnevalshochburgen kommen keine besseren Nachrichten.
Nachwuchsförderung ist eine Herausforderung
„Eine Sitzung unter diesen Umständen können wir nicht mit gutem Gewissen machen“, meint Janina Niklas, Vorsitzende des Herkersdorfer Carneval Clubs.

damo/nb/rai Kreis Altenkirchen. Eigentlich würde jetzt an Büttenreden, Sketchen und Hebefiguren gefeilt und die Kamelle für die Umzüge bereit gelegt. Doch die Närrinnen und Narren in den karnevalistischen Hochburgen des Oberkreises werden einmal mehr von der Pandemie ausgebremst. Ob Prunksitzung, Kinderkarneval oder kunterbunter Zug durch die Straßen: Die Sicherheit geht für die Vereine vor, und so fällt der Karneval im zweiten Jahr in Folge ins Wasser. Die Absagen aus Herdorf und Wehbach hat die SZ bereits vermeldet – aber auch aus den anderen Karnevalshochburgen kommen keine besseren Nachrichten.

Nachwuchsförderung ist eine Herausforderung

„Eine Sitzung unter diesen Umständen können wir nicht mit gutem Gewissen machen“, meint Janina Niklas, Vorsitzende des Herkersdorfer Carneval Clubs. Bei der Proklamation war man noch hoffnungsvoll, die Prunk- und Klatschweiber-Sitzung durchführen zu können. Als NRW allerdings den Hallenkarneval abgesagt hat, war auch unterm „Köppel“ klar: keine Hallenveranstaltungen. Der Kinderkarneval war ohnehin schon gestrichen. „Für uns ist es schade“, so Niklas. Es werde immer mehr eine Herausforderung, die Leute wieder zurückzuholen und zu motivieren. Gerade den Nachwuchs: „De facto haben die zwei Jahre nicht mehr getanzt.“

Das trifft auch auf die Aktiven der KG Brachbach zu – und rauschende Auftritte wird’s im Februar 2022 nicht geben. Auch dort ist schon vor Wochen entschieden worden, die Sitzung abzusagen: „Es ist einfach nicht möglich, irgendwas zu planen oder vorzubereiten“, sagt Sitzungspräsident Steffen Kappes. Allerdings: Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt – und in Brachbach ist noch ein ganz schwacher Herzschlag zu spüren: „Sollte die Corona-Lage am Karnevalswochenende doch irgendetwas zulassen, dann würden wir zumindest noch irgendetwas Kleines auf die Beine stellen“, ergänzt Kappes. Wirklich daran glauben tut er allerdings auch nicht.

,,Wir konnten gar nicht vernünftig üben''

Gedrückt ist auch die Stimmung beim KV Scheuerfeld. „Nicht gerade toll“, bringt es Pressewartin Christin Rozsan auf den Punkt, aber ändern könne es natürlich keiner – und es gehe eben einfach um die Sicherheit. So sind die üblichen Scheuerfelder „Feier-Tage“ zwischen Altweiber und Rosenmontag gestrichen. Der KV freut sich aber schon einmal auf die Feier zum 40-jährigen Bestehen – diese soll vom 13. bis 15. Mai stattfinden.

Es ist einfach nicht möglich, irgendwas zu planen
oder vorzubereiten.
Steffen Kappes
Sitzungspräsident KG Brachbach

Schon legendär sind die Sketche und die Menge an Lokalkolorit bei den Sitzungen der Niederfischbacher Pfadfinder, doch auf dem Rothenberg bleibt es in diesem Jahr ruhig. „Wir konnten gar nicht vernünftig üben“, blickt Eric Weier auf die vergangenen Wochen zurück. Schon das war der Pandemie geschuldet – als dann die Zahlen immer mehr stiegen, fiel die endgültige Entscheidung rasch, dass es am Samstag vor Rosenmontag und dem Rosenmontag selbst keine Sitzungen geben wird. Das Risiko – für die Menschen auf der Bühne und die Zuschauer – wolle man nicht eingehen, so Weier, der im Vorstand der Pfadfinderschaft und im Elferrat ist.

Karneval komplett abgesagt

Auch in Friesenhagen wird’s nichts mit Karneval. Der Elferrat hat entschieden, erneut auf die Prunksitzung und den Kinderkarneval zu verzichten: „Schweren Herzens“, meint Stephan Schmallenbach, „aber die Hürden und das Risiko wären einfach zu groß“. Und auch die Ortsgemeinde hat die Reißleine gezogen und den Seniorenkarneval abgesagt: „Zu risikoreich für diese Altersgruppe“, erklärt Ortsbürgermeister Norbert Klaes.

Die Planungssicherheit fehlt

Wenig überraschend sieht’s auch in Katzwinkel nicht anders aus. Dort hat sich die KG schon seit geraumer Zeit darauf verständigt, dass es keinen Kinderkarneval geben wird, so Sitzungspräsident Ernst Becher: „Wie sollten wir das kontrollieren, die Pänz?“ Zuversichtlich arbeitete man da noch an der Prunksitzung, bis kurz vor Weihnachten alles abgesagt wurde: „Die Gesundheit aller Beteiligten geht vor“, unterstreicht Becher. Seien nur 40 Prozent der Plätze ausgelastet, dann komme auch nicht die Lockerheit auf – und: „Es wäre eine geschlossene Gesellschaft geworden.“ Es hätte auch an Planungssicherheit gefehlt, sagte Becher mit Blick auf die Profis und die eigenen Leute, die den Abend gestalten, und die Fixkosten für die Technik. Abgesagt ist auch der Umzug am Sonntag.

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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