Kriminalitätsstatistik Direktion Neuwied
Deutlicher Rückgang bei Ladendiebstählen

Nur 13,5 Prozent der Wohnungseinbrüche konnten in den Landkreisen Neuwied und Altenkirchen aufgeklärt werden.
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  • Foto: Pixabay (Symbolbild)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

sz Kreis Altenkirchen. Bestürzung herrschte im August 2020 in Niederschelderhütte: Ein Mann hatte mit einem Beil und einem Messer seine eigene Mutter getötet. Der Totschlag war eines von sieben Tötungsdelikten, die die Polizeidirektion Neuwied in ihrer Jahresbilanz aufführt.
Insgesamt zählte die polizeiliche Kriminalstatistik der Direktion, die die Landkreise Neuwied und Altenkirchen umfasst, 15 838 Straftaten – laut Pressemitteilung der niedrigste Stand seit mehreren Jahren. Die sogenannte Kriminalitätsbelastung sank auf 5083 Straftaten je 100 000 Einwohner, im Jahr 2019 waren es noch 5407. Eine Entwicklung, bei der Corona sicher mal im positiven Sinne eine Rolle spielt – Stichwort: fehlende Tatgelegenheiten.

Starker Anstieg bei Fällen von Kinderpornographie

Aufgeklärt haben die Beamten im Bereich der Polizeidirektion Neuwied insgesamt 10 766 Straftaten – die Aufklärungsquote von 68 Prozent ist demnach die höchste seit zehn Jahren.
Einige Zahlen und Besonderheiten aus den einzelnen Deliktgruppen:
Tötungsdelikte: Hier gab es die erwähnten sieben Fälle, wobei drei Fälle von der Polizeidirektion Neuwied selbst bearbeitet wurden. Die Bearbeitung von vier Totschlagsdelikten übernahm die Kriminaldirektion Koblenz, darunter auch den Fall aus Niederschelderhütte, zu dem kürzlich im Landgericht das Urteil gesprochen wurde (die SZ berichtete).

Acht Jahre Haft wegen Totschlags

Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung: Einen starken Anstieg um 58 auf 118 Fälle gibt es bei der Verbreitung von kinderpornographischer Schriften. Laut Pressemitteilung ist das zum einen auf die Auswertung von Handys und Datenträgern zurückzuführen, die zur Aufklärung mehrer Fälle geführt habe, zum anderen auf die zunehmende Nutzung des „NCMEC-Verfahrens“. Hinter NCMEC verbirgt sich eine US-amerikanische Nichtregierungsorganisation, von der das Bundeskriminalamt Hinweise zu Dateien mit kinderpornographischen Inhalten bekommt. Insgesamt hatte die PD Neuwied 288 Fälle von Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung zu bearbeiten.

Eigentumsdelikte nehmen deutlich ab

Eigentumsdelikte: In dieser Gruppe hinterließ die Pandemie deutliche Spuren. Insgesamt waren 3327 Fälle zu verzeichnen – ein Minus von fast 10 Prozent –, wobei es insbesondere einen Rückgang bei Ladendiebstählen und sogenannten einfachen Diebstählen aus Büroräumen, Werkstätten und Co. gab. Viele Geschäfte durften schließlich wegen Corona nicht öffnen, also gab es für Langfinger weniger Gelegenheiten.
Allerdings gab es einen markanten Anstieg bei Diebstählen in bzw. aus Banken, Postfilialen, -agenturen etc. Der Anstieg sei auf Taten, die sich in einem Postfachzentrum ereigneten, zurückzuführen. Letztlich, so schreibt die Polizei, dürfte es auch am erhöhten Bestellaufkommen liegen – in der Pandemie erfreut sich das Online-Shopping bekanntermaßen großer Beliebtheit.
In Wohnungen eingebrochen wurde 2020 insgesamt 222 Mal (ein Plus von knapp 8 Prozent). Hiervon entfielen 110 Fälle auf Einbruchsversuche. Aufgeklärt werden konnten 13,5 Prozent der Wohnungseinbrüche (2019 lag die Quote bei 18 Prozent).
Schlagzeilen machte im AK-Land eine Serie von Diebstählen von Autos, die mit „Keyless-Go“ ausgestattet waren. Eine Ermittlungsgruppe wurde eingerichtet, Durchsuchungen und Zugriffe erfolgten im September.

Brandserie wirkt sich auf die Statistik aus

Branddelikte: Insgesamt 139 Fälle – ein Plus von 33. Im Verbreitungsgebiet der SZ ist der Anstieg auf eine Serie zurückzuführen, in der Unterholz, Holzstapel und eine Wiese angezündet wurden, so die Mitteilung. Und zwar in Herdorf, Daaden und Grünebach.
Rauschgiftkriminalität: Die Kriminalinspektion Neuwied und die Kriminalinspektion Betzdorf schlossen erfolgreich mehrere Verfahren u. a. wegen des Handels mit Betäubungsmitteln ab. Insgesamt wurden 1860 Rauschgiftdelikte verzeichnet (114 mehr als 2019).
Menschenhandel: Hier war der Kreis AK betroffen – zehn Fälle wurden von der Inspektion Betzdorf bearbeitet. Ein Beschuldigter hatte demnach Jugendliche via Facebook-Chat aufgefordert, gegen Bezahlung sexuelle Handlungen an sich vornehmen zu lassen. Die Jugendlichen gingen aber nicht darauf ein.
Gewalt in engen sozialen Beziehungen: In diesem Bereich gab es 702 Fälle und damit 83 mehr als noch im Jahr zuvor. Ein deutlicher Schwerpunkt liegt dabei bei den Körperverletzungen (500 Fälle).

Autor:

Redaktion Altenkirchen aus Betzdorf

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