„Gründlichkeit vor Schnelligkeit“
Die Konsequenzen aus dem Greensill-Debakel

Die Folgen der Greensill-Pleite werden den AWB noch jahrelang beschäftigen. Aktuell wird geprüft, wie derartige Debakel künftig vermieden werden können.
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  • Foto: Pixabay/Symbolfoto
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damo Altenkirchen. Geahnt haben es alle, jetzt ist es spruchreif: Die Causa Greensill wird den Abfallwirtschaftsbetrieb – und damit den Kreis Altenkirchen – noch einige Jahre beschäftigen. Denn mittlerweile ist die Gläubigerversammlung über die Bühne gegangen, berichtete der zuständige Kreisbeigeordnete Gerd Dittmann den Mitgliedern des Werk- und des Kreisausschusses. Und die Botschaft sei eindeutig: Es lasse sich nicht solide prognostizieren, ob die Gläubiger mit Rückzahlungen rechnen dürfen.

Ein Insolvenzverfahren ist ein Marathon

Und auch die zweite Botschaft aus Bremen ist keine Überraschung: „Vieles wird gerichtlich geklärt werden müssen, und das wird Jahre dauern“, stellte Dittmann klar. „Ein Insolvenzverfahren ist kein Spaziergang, sondern ein Marathonlauf: Dieser Satz trifft es.“

Keine erfreulichen Botschaften also, die am späten Montagnachmittag im Wissener Kulturwerk verkündet worden sind – schließlich geht es für den Kreis um die stolze Summe von 3,6 Millionen Euro.
Aber auch wenn die finanziellen Auswirkungen der Greensill-Pleite noch völlig offen sind: Die missglückte Finanztransaktion wird im AK-Land nicht ohne Folgen bleiben. Denn am Montag ging es nicht nur um den aktuellen Sachstand, sondern vor allem darum, wie künftig ähnliche Szenarien vermieden werden können.

Fraktionen beraten über neue Regelungen

So standen die Spielregeln im Fokus, die die AWB-Werkleitung künftig bei finanziellen Transaktionen einhalten muss. Noch ist die alte „Dienstanweisung über das Kassen- und Rechnungswesen des AWB“ aus dem Jahr 2006 zwar nicht durch eine neue ersetzt worden – aber dass es dazu kommen wird, steht außer Frage.

Ein entscheidender Passus in der Vorlage für die Neufassung ist der, dass die Werkleitung künftig über Geldanlagen nur noch in Abstimmung mit dem Werkausschuss oder dem Kreisvorstand entscheiden darf. Eine dieser Varianten wird’s werden – welche, wollen die Fraktionen erst nach weiterer Beratung entscheiden.

Landrat Dr. Peter Enders ließ durchblicken, dass er die Entscheidungsbefugnis gerne dem Kreisvorstand (Landrat plus Beigeordnete) an die Hand geben würde. Denn: Die Angebote für Anlagen haben oft nur ein kurzfristige Gültigkeit – und da könne der Kreisvorstand einfach schneller entscheiden als ein großes Gremium.

Freigrenze soll gestrichen werden

Und noch ein Passus aus der Rohfassung der neuen Dienstanweisung wurde im Ausschuss intensiv beraten: Die Kontrollinstanz Kreisvorstand oder Ausschuss soll erst ab einer Anlagesumme von einer Million Euro greifen – aber der Liberale Udo Piske steht nicht allein mit seinem Vorschlag, die „Freigrenze“ von einer Million Euro ersatzlos zu streichen. „Wir sind da ganz offen“, machte Dittmann im Gespräch mit der SZ deutlich, dass er mit dieser Änderung gut leben könnte.

Die offenen Fragen müssen jetzt noch in den Fraktionen diskutiert werden – was hingegen für alle Beteiligten unstrittig sein dürfte, ist Dittmanns Credo: „Gründlichkeit muss vor Schnelligkeit gehen.“

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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