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Umgestaltung der Kliniklandschaft
FDP stellt Strategiepapier vor

Ihr Konzept für die zukünftige medizinische Versorgung in der Region stellten die FDP-Vertreter am geplanten neuen Klinik-Standort bei Müschenbach vor.
  • Ihr Konzept für die zukünftige medizinische Versorgung in der Region stellten die FDP-Vertreter am geplanten neuen Klinik-Standort bei Müschenbach vor.
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nb Kreis Altenkirchen. Nachdem auf den Höhen zwischen Müschenbach, Hachenburg, Altenkirchen und Hattert in den vergangenen Monaten – Corona geschuldet – Ruhe in das Thema Krankenhausneubau eingekehrt war, kommen nun die Freien Demokraten mit einem Strategiepapier um die Ecke, das die „Ecke“ auch im Titel trägt. Und mit dem dürften sie teils anecken – und zumindest für Gesprächstoff in der Region sorgen.  „Qualität und Professionalität – statt nur um die Ecke“, so der komplette Titel des gemeinsamen Papiers der FDP im Kreis Altenkirchen und im Westerwaldkreis. Vorgestellt wurde es gestern Vormittag in einem Pressegespräch von Prof. Dr. Helmut Wieler, Dr.

nb Kreis Altenkirchen. Nachdem auf den Höhen zwischen Müschenbach, Hachenburg, Altenkirchen und Hattert in den vergangenen Monaten – Corona geschuldet – Ruhe in das Thema Krankenhausneubau eingekehrt war, kommen nun die Freien Demokraten mit einem Strategiepapier um die Ecke, das die „Ecke“ auch im Titel trägt. Und mit dem dürften sie teils anecken – und zumindest für Gesprächstoff in der Region sorgen.  „Qualität und Professionalität – statt nur um die Ecke“, so der komplette Titel des gemeinsamen Papiers der FDP im Kreis Altenkirchen und im Westerwaldkreis. Vorgestellt wurde es gestern Vormittag in einem Pressegespräch von Prof. Dr. Helmut Wieler, Dr. Klaus Kohlhas, der Bundestagsabgeordneten Sandra Weeser, den Kreisvorsitzenden Christian Chahem und Thorsten Koch sowie Udo Piske, Fraktionschef im Kreistag Altenkirchen, und dessen Amtskollege im Kreistag des Westerwaldkreises, Rudolf Schwaderlapp.

Weg von der Flächendeckung

Grundgedanke des Konzepts, so die Macher: die Krankenhausstrukturen von der Qualität her betrachten. Im Klartext: weg von der Flächendeckung.„Mir ist es eigentlich völlig egal, wohin es kommt“, blickte Prof. Wieler auf die Diskussion um den genauen Neubau-Standort zurück. „Hier hat ein großes Krankenhaus zu stehen.“ Es gelte: Qualität schlägt den Begriff der Flächendeckung.

Wie auch diverse Studien zeigten, gebe es in Deutschland zu viele Krankenhäuser – und die Entwicklungen ließen für die Zukunft noch eine Zunahme von Klinik-Insolvenzen befürchten, so die FDP. Deshalb sei eine grundlegende Reform der Krankenhauslandschaft in der Region Westerwald unabdingbar.Reform, das bedeutet laut Strategiepapier:

  • die Schließung kleinerer Krankenhäuser;
  • Trägervielfalt, trägerübergreifendes Denken und ein Ende des kommunalen „Kirchturmdenkens; 
  • zentrierte größere Einheiten, wie etwa der Neubau bei Müschenbach; 
  • ein Ende paralleler Mehrfachstrukturen (wie z. B. der Kardiologien in Selters, Dernbach und Montabaur). 

Auch die Patienten, so meinte Dr. Kohlhas, fragten nicht mehr danach, wo die nächste Klinik sei, sondern wo sie am besten versorgt würden. Der Gebhardshainer Mediziner gehört wie Wieler und Jens Schwietring zu den drei Autoren des Papiers, die alle Mitglied im Landesfachausschuss Gesundheit und Gesundheitswirtschaft der FDP Rheinland-Pfalz sind. 

Angestrebte Qualitätsverbesserungen

Dass sie mit dem Konzept aber nicht nur reine Jubelstürme auslösen dürften, ist den Machern ebenso bewusst. Aber: die Transformation sei nötig. Zu der damit angestrebten Qualitätsverbesserung gehörten demnach:

  • die Stärkung von Pflegestützpunkten und hausärztlicher Strukturen;
  • die Umwandlung kleinerer Krankenhäuser in Gesundheitszentren mit ambulanter und teilstationärer Versorgung; 
  • zentrierte, größere Krankenhäuser sollten „24-7-Standby-Hilfeleistung“ gewährleisten, also z. B. permanente Herzkatheterbereitschaft für jeden Herzinfarkt; 
  • unter anderem eine Onkologie oder Perinatalzentren höherer Stufe gebe es bisher in der Region nicht – auch dies sei nur mit größeren Klinikeinheiten möglich; 
  • nur große Häuser stellten den medizinischen Nachwuchs sicher, da nur sie eine Facharztweiterbildung innerhalb eines Hauses ermöglichten. 

Zudem, so betonte Kohlhas, bedeute die Transformation, die auf zehn bis 15 Jahre angelegt sein dürfte, keineswegs eine reduzierte Zahl von Ärzten und Pflegepersonal.Prof. Wieler trommelte für mehr Wettbewerb und schoss dabei auch immer wieder gegen den Koalitionspartner SPD, der Krankenhäuser „gegen die Wand laufen lasse“.
Gleichzeitig hofft man, dass die Denkanstöße Partei- und Regionengrenzen überwinden. Sandra Weeser abschließend: „Besser jetzt die Weichen stellen.“

Autor:

Nadine Buderath (Redakteurin) aus Betzdorf

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