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Gender Pay Gap in Rheinland-Pfalz
Frauen verdienen 15 Prozent weniger

Frauen verdienen noch immer weniger als Männer. In Rheinland-Pfalz liegt die Lohnlücke derzeit bei 15 Prozent.
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  • hochgeladen von Dominik Jung

dach Mainz/Kreis Altenkirchen. Frauen bekommen für ihre Arbeitsleistung weniger Geld als Männer. Das ist auch noch im Jahr 2022 so. Das Statistische Landesamt hat alle möglichen Zahlen und Fakten zu dieser Lohnlücke, neudeutsch Gender Pay Gap, gesammelt, erhoben und analysiert. Herausgekommen ist eine eigene Veröffentlichung, die Frauenministerin Katharina Binz (Grüne) am Freitag in Mainz vorgestellt hat.
Geschlechter-Lohnlücke hat sich verkleinert
15 Prozent weniger Lohn bzw. Gehalt bekommen Frauen in Rheinland-Pfalz weniger als Männer. Bundesweit sind es 18 Prozent, betonte die Ministerin genauso wie den achten Platz für Rheinland-Pfalz unter den 16 Bundesländern. Hier ist im Übrigen eine deutliche Kluft zwischen Ost und West auszumachen.

dach Mainz/Kreis Altenkirchen. Frauen bekommen für ihre Arbeitsleistung weniger Geld als Männer. Das ist auch noch im Jahr 2022 so. Das Statistische Landesamt hat alle möglichen Zahlen und Fakten zu dieser Lohnlücke, neudeutsch Gender Pay Gap, gesammelt, erhoben und analysiert. Herausgekommen ist eine eigene Veröffentlichung, die Frauenministerin Katharina Binz (Grüne) am Freitag in Mainz vorgestellt hat.

Geschlechter-Lohnlücke hat sich verkleinert

15 Prozent weniger Lohn bzw. Gehalt bekommen Frauen in Rheinland-Pfalz weniger als Männer. Bundesweit sind es 18 Prozent, betonte die Ministerin genauso wie den achten Platz für Rheinland-Pfalz unter den 16 Bundesländern. Hier ist im Übrigen eine deutliche Kluft zwischen Ost und West auszumachen. Während die Lohnlücke in Hamburg, Bremen oder Bayern bei über 20 Prozent liegt, ist sie im Bereich der ehemaligen DDR kaum zu spüren, beträgt etwa in Brandenburg oder Thüringen 5 Prozent.

In keinem anderen Bundesland, so Binz, sei der Abbau des Gender Pay Gap in den vergangenen 10 Jahren besser vorangekommen als in Rheinland-Pfalz. Was die Zahlen der Statistiker aber auch verraten: Das muss nicht unbedingt an verbesserten Bedingungen der Frauen liegen. Es geht schließlich um den Abstand zu den Männern, also eine relative Größe. Und so sind in den vergangenen 10 Jahren die Entgelte von Frauen um 30,8 Prozent gestiegen, die der Männer um 20,5 Prozent. Bundesweit liegt dieser Frauenwert in etwa deckungsgleich, der der Männer aber rund drei Prozentpunkte darüber. Heißt: Dass sich die Geschlechter-Lohnlücke in Rheinland-Pfalz im Vergleich zu anderen Bundesländern verkleinert hat, liegt nicht unbedingt an einer deutlich besseren Situation der Frauen, sondern eher an der Schwächung der Verdienste der Männer.

Es gebe weniger Frauen in Führungspositionen

So oder so, angesichts der 15-Prozent-Lücke zwischen Männlein und Weiblein meint Ministerin Binz: „Die Ungleichheit hält sich hartnäckig.“ Und: „Im Laufe der Lebenszeit summiert sich das.“ Da kämen Frauen durchschnittlich auf etwa die Hälfte dessen, was Männer nach Hause bringen. Das bedeute auch weniger Rentenansprüche und eine höhere Gefahr von Altersarmut für Frauen.

Gründe für den Pay Gap sieht Binz darin, dass Frauen häufiger in Teilzeit angestellt seien, um zu Hause unbezahlter Sorgearbeit nachgehen zu können. Zudem gebe es deutlich weniger Frauen in Führungspositionen. Und: Von Frauen dominierte Berufe seien generell schlechter bezahlt, etwa in der Pflege.

,,Es gibt noch viel zu tun''

Julia Bieler, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Altenkirchen, stellt daher die Frage: „Weshalb bekommt ein Kfz-Mechatroniker mehr Geld als eine Erzieherin?“ Auf Anfrage der Siegener Zeitung schreibt sie: „Um den Gender Pay Gap zu überwinden, brauchen wir nicht nur Gesetze oder Quoten. Es muss ein gesamtgesellschaftlicher Wandel stattfinden. Wir müssen uns von klassischen Rollenbildern lösen, faire Chancen und befriedigende Bedingungen schaffen, damit sowohl Mütter als auch Väter eine erfolgreiche Karriere verfolgen, in Teilzeitarbeit und in Elternzeit gehen und danach uneingeschränkt und ohne Nachteile wieder in ihre Berufe einsteigen können. Dazu gehört natürlich auch, gute Betreuung für die Kinder zu gewährleisten.“

Die Bilanz von Familienministerin Katharina Binz klingt derweil so: „Es gibt noch viel zu tun.“ Schließlich sei die Entgeltgleichheit das große Ziel.

Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

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