Testpflicht für Kunden hat negative Folgen für Betriebe
Friseure kämpfen mit Absagen

Wochenlange Schließungen mussten die Friseure auch im AK-Land verkraften, und auch jetzt gelten Auflagen für höchstmöglichen Gesundheitsschutz und Sicherheit beim Friseurbesuch.
  • Wochenlange Schließungen mussten die Friseure auch im AK-Land verkraften, und auch jetzt gelten Auflagen für höchstmöglichen Gesundheitsschutz und Sicherheit beim Friseurbesuch.
  • Foto: Privat
  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

sz Kreis Altenkirchen. Gerade die Friseur- und Kosmetikbetriebe im Kreis Altenkirchen sind besonders betroffen von den Corona-Einschränkungen der vergangenen Monate. Wochenlange Schließungen mussten verkraftet werden, und auch jetzt gelten Auflagen für höchstmöglichen Gesundheitsschutz und Sicherheit beim Friseurbesuch. Dazu zählt eine Schnelltest-Pflicht für Kunden, doch gerade diese sorgt nun für etliche Terminabsagen.

Dabei macht die Neufassung des Infektionsschutzgesetzes die größte Sicherheit beim Friseurbesuch möglich. Darauf weisen Friseur-Innungen, Kreishandwerkerschaft (KHS) Mittelrhein und Handwerkskammer (HwK) Koblenz im Sinne aller Betriebe in Rheinland-Pfalz hin. Seit Beginn der Pandemie wurden die Hygienekonzepte in den Salons bereits optimiert. Nun braucht es vor dem Friseurbesuch zusätzlich noch einen negativen Corona-Test. Und der, so heißt es in einer Mitteilung, biete handfeste Vorteile – für den Besucher und das Umfeld der 1768 Friseurbetriebe in Rheinland-Pfalz.

Verfahren gibt allen noch mehr Sicherheit"

„Das Verfahren gibt allen noch mehr Sicherheit, denn wir können so zuverlässig ausschließen, dass ein Kunde Coronaviren in den Salon mitgebracht hat“, sagt Gabi Berkler, kommissarische Obermeisterin der Innung Mittelrhein. Einem sorglosen Friseurbesuch stünde somit nichts mehr im Wege. Eigentlich eine gute Sache, sollte man meinen. Und doch wundern sich derzeit viele Saloninhaber über mehr und mehr Terminabsagen, die sie seit Inkrafttreten des neuen Infektionsschutzgesetzes erreichen.

„Offenbar ist mancher Kunde nicht bereit, den Corona-Test zu machen“, muss KHS-Hauptgeschäftsführer Helmut Weiler feststellen. Er und sein Team sorgen sich um „ihre“ Friseure. „Dabei gäbe es doch viele gute Gründe, hier mitzuziehen, zumal sich jede Bürgerin und jeder Bürger in Rheinland-Pfalz einmal pro Woche kostenlos testen lassen kann.“ Wem der Weg zur nächsten Teststelle zu weit ist, kann sich bei vielen Friseuren auch vor der Salontür testen lassen. Dies wird gegen einen geringen Aufpreis in Rechnung gestellt.

Mit negativem Corona-Test zu erscheinen, bedeute Rücksichtnahme gegenüber den anderen und mehr Sicherheit für sich selbst. Mit einer vor dem Friseurbesuch ausgestellten Bescheinigung, die 24 Stunden Gültigkeit hat, ließen sich im Anschluss noch weitere Erledigungen verbinden, die ebenfalls eine Testvorlage erfordern. Vor allem aber: „Gerade jetzt kann der Kunde Solidarität zeigen mit dem Friseur seines Vertrauens.“ Helmut Weiler ist der Überzeugung: „Wir freuen uns ja alle, dass Friseurbesuche noch möglich sind. Da sollten wir unsere Handwerksunternehmer nicht hängen lassen.“

Verlierer der Pandemie

Denn viele Friseure haben schwer zu kämpfen. Sie gehören eindeutig zu den Verlierern der Pandemie. Nach dem zweiten Lockdown standen zahlreiche Saloninhaber kurz vor dem Aus. Förderinstrumente wie Sofort- und Überbrückungshilfe kamen nicht zeitnah zur Auszahlung, und es fehlte an Unterstützung der Unternehmer selbst. Anders als zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen mussten die Betriebsinhaber in Rheinland-Pfalz auf den „fiktiven Unternehmerlohn“ verzichten.

Auch nach der Öffnung ging es nicht mit voller Kraft voraus: Nur noch jeder zweite Platz darf besetzt werden. Wegen der zusätzlichen Hygienemaßnahmen braucht es für jeden Kunden fünf bis zehn Minuten mehr Zeit. Dazu kommen die Kosten für die Maßnahmen. „Wir unterstützen den Aufruf, den Friseuren, deren Arbeit lange Zeit so schwer vermisst wurde, jetzt unter die Arme zu greifen“, betonen auch HwK-Präsident Kurt Krautscheid und Hauptgeschäftsführer Ralf Hellrich.

Autor:

SZ Redaktion aus Siegen

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