"2G plus" in Rheinland-Pfalz
Geimpfte und Genesene erhalten deutlich mehr Freiheiten

Geimpfte und Genesene erhalten in Rheinland-Pfalz deutlich mehr Freiheiten. Es greifen drei Leitindikatoren mit verschiedenen Warnstufen.
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  • Foto: Pixabay (Symbolbild)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

sz Mainz/Kreis Altenkirchen. Der Alltag in der Pandemie wird in Rheinland-Pfalz ab Sonntag von einer Corona-Warnampel gesteuert, die neben der Zahl der Infektionen auch die Belegung der Krankenhäuser berücksichtigt. Dabei gebe es für Geimpfte und Genesene „ein sehr großes Stück Normalität“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in Mainz. Allen anderen solle bei einem negativen Test ebenso eine Teilnahme an Veranstaltungen oder der Besuch von Restaurants ermöglicht werden, allerdings in einem geringeren Umfang.

"2G plus" in Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz habe ein System entwickelt, das sich als „2G plus“ verstehe, sagte Dreyer. Dabei ist der Zugang zu weiten Teilen des öffentlichen Lebens für Geimpfte und Genesene (2G) frei. Zusätzlich wird einer begrenzten Zahl von Menschen der Zugang ermöglicht, die weder geimpft noch genesen sind, aber einen negativen Test vorweisen können. Kinder bis einschließlich elf Jahren zählen nicht mit, da eine Impfung derzeit erst ab zwölf Jahren zugelassen ist.

Das Land trete nun in eine neue Phase der Pandemie-Bekämpfung ein. „Grundsätzlich gilt in allen Warnstufen, dass Menschen, die immunisiert sind, so viel Normalität wie möglich zurückhaben sollen“, sagte Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD). „Unsere Impfquote hat noch nicht eine Größenordnung erreicht, dass wir entspannt in den Herbst blicken können.“

Ab Sonntag greift neue Corona-Landesverordnung

Die ab Sonntag gültige neue Corona-Landesverordnung berücksichtigt drei Leitindikatoren. Die bekannte Sieben-Tage-Inzidenz sei weiter ein Seismograph, der anzeige, „wie dynamisch das Virus in der Bevölkerung unterwegs ist“, sagte Hoch. Als zweiter Wert wird nun auch die Hospitalisierungsinzidenz herangezogen, also die Covid-Krankenhausfälle pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Als dritter Faktor kommt noch der prozentuale Anteil von Menschen mit Covid-19 auf den Intensivstationen der Krankenhäuser hinzu. Für alle drei Faktoren wurden konkrete Werte für die drei Warnstufen festgesetzt. Die Warnstufen 1, 2 und 3 werden erreicht, wenn mindestens zwei der drei Leitindikatoren auf dem jeweiligen Level sind.

Diese Corona-Bestimmungen greifen jetzt

Im Einzelnen gelten unter anderem künftig diese Bestimmungen (Immunisierte werden jeweils nicht mitgerechnet):

  • Öffentlicher Raum: gleichzeitiger Aufenthalt von maximal 25 Menschen. In Warnstufe 2 sind maximal zehn, in Stufe 3 maximal fünf Personen zugelassen.
  • Veranstaltungen innen: maximal 250 Menschen. In Warnstufe 2 sind maximal 100, in Warnstufe 3 maximal 50 Personen zugelassen.
  • Veranstaltungen außen: maximal 1000 Teilnehmer mit festen Plätzen. In Warnstufe 2 sind maximal 400, in Warnstufe 3 maximal 200 Personen zugelassen.
  • Gastronomie: gleichzeitiger Aufenthalt von maximal 25 Menschen ohne Maske im Innenbereich. In Warnstufe 2 sind maximal zehn, in Warnstufe 3 maximal fünf Personen zugelassen. Im Außenbereich entfällt nach Angaben Hochs die Testpflicht.
  • Schulen: Bei Warnstufe 1 besteht lediglich eine Maskenpflicht im Gebäude, nicht aber am Platz und im Freien. Bei Warnstufe 2 besteht die Maskenpflicht in den weiterführenden Schulen auch am Platz, also während des Unterrichts im Klassenraum. Erst in der Warnstufe 3 müssen auch die Kleinen in der Grundschule eine Maske im Unterricht tragen.

So blinkt die neue Warnampel in Rheinland-Pfalz

Die ab Sonntag geltende Warnampel berücksichtigt zwei zusätzliche Leitindikatoren. Alle drei entscheiden künftig darüber, in welcher von drei Warnstufen ein Landkreis oder eine Stadt sich befindet. Für jeden der drei Leitindikatoren gibt es jeweils drei Schwellenwerte. Die Warnstufen 1, 2 und 3 werden erreicht, wenn mindestens zwei der drei Leitindikatoren auf dem jeweiligen Level sind.
Infektionsinzidenz

  • Warnstufe 1: bis 100 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - dieser Wert wird wie bisher für die einzelnen Kreise und Städte berechnet.
  • Warnstufe 2: 100 bis 200 Neuinfektionen.
  • Warnstufe 3: über 200 Neuinfektionen.

Hospitalisierungsinzidenz

  • Warnstufe 1: bis fünf Covid-Krankenhausfälle pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - dieser Wert wird jeweils für die fünf Versorgungsgebiete im Krankenhausplan des Landes berechnet (für den Kreis Altenkirchen das Gebiet Mittelrhein-Westerwald),
  • Warnstufe 2: fünf bis zehn Covid-Krankenhausfälle.
  • Warnstufe 3: über zehn Covid-Krankenhausfälle.

Belegung der Intensivstationen

  • Warnstufe 1: bis zu 6 Prozent der verfügbaren Betten auf Intensivstationen von Covid-Patienten belegt.
  • Warnstufe 2: 6 bis 12 Prozent.
  • Warnstufe 3: mehr als 12 Prozent.
Autor:

Redaktion Altenkirchen aus Betzdorf

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