,,Eigentliche Spaltung findet global statt''
Gerechtere Versorgung von Impfstoff

Superintendentin Andrea Aufderheide bei ihrer Andacht zum Auftakt der Synode. Zum zweiten Mal in Folge kamen die rund 70 Abgeordneten nur per Online-Schalte zusammen.
  • Superintendentin Andrea Aufderheide bei ihrer Andacht zum Auftakt der Synode. Zum zweiten Mal in Folge kamen die rund 70 Abgeordneten nur per Online-Schalte zusammen.
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sz Altenkirchen. Viel Einmütigkeit herrschte bei der Synode des Ev. Kirchenkreises Altenkirchen, die pandemiebedingt zum zweiten Mal in Folge online tagen musste. Einstimmig setzte man als Synode auch ein deutliches Zeichen in Sachen „weltweite Impfgerechtigkeit“. Außerdem würdigte die Synode all diejenigen, die sich seit zwei Jahren den Auswirkungen der Pandemie mit ihrer Arbeitskraft entgegenstellen; verurteilt wurden hingegen Gewaltaktionen und demokratiefeindliche Missbräuche der sogenannten „Montagsspaziergänge“.

Weltweit gerechtere Versorgung von Impfstoff

„Während bei uns bereits geboostert und sogar über eine vierte Impfung diskutiert wird, gibt es in vielen Entwicklungsländern nur für 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung ein ,Einmal-Impfangebot“, prangerte Superintendentin Andrea Aufderheide in ihrer Online-Andacht zur Jahreslosung an: „Das ist der wirkliche Skandal!“

Die wahre Spaltung bestehe somit global zwischen Impfberechtigten in den reichen Industrienationen und den Impfstoff-Unterversorgten in den verarmten Nationen (in der Regel) des Südens.

So seien bis Ende 2021 in der Demokratischen Republik Kongo, wo der Altenkirchener Partnerkirchenkreis Muku liegt, bislang lediglich 0,1 Prozent der Menschen geimpft. Die Kreissynode will über ihren zuständigen Fachausschuss den Menschen in Muku Hilfen zukommen lassen und bat die Abgeordneten des Kirchenkreises, sich in dieser Woche während der Landessynode der Ev. Kirche im Rheinland (EKiR) für eine weltweit gerechtere Versorgung von Impfstoff einzusetzen.

Pandemie verstärkt globale Ungerechtigkeit

In einer „Öffentlichen Erklärung“ dankten die Synodalen Superintendentin Andrea Aufderheide für die Ausführungen. Sie habe klare Worte zu den Themen „Impfgerechtigkeit“ und den Auswüchsen der sogenannten „Montagsspaziergänge“ sowie deren Folgen für unser demokratisches Zusammenleben gefunden.

Während bei uns bereits geboostert und sogar über eine vierte Impfung diskutiert wird, gibt es in vielen Entwicklungsländern nur für 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung ein Einmal-Impfangebot.
Andrea Aufderheide
Superintendentin

Hier Auszüge der Erklärung: „Mit großer Sorge nimmt die Synode wahr, dass durch die Pandemie die globale Ungerechtigkeit verstärkt wird. Wir sehen es als eine christliche und humanitäre Aufgabe an, dies öffentlich zu machen und nationale Egoismen zu überwinden! .... Die Kreissynode sendet ein solidarisches Zeichen an all diejenigen, die sich seit zwei Jahren den Auswirkungen der Pandemie mit ihrer Arbeitskraft entgegenstellen.

Nein zu Hetze und Gewalt

Wir wenden uns entschieden gegen diejenigen, die unter dem Deckmantel der sogenannten ,Montagsspaziergänge’ nur vordergründig persönliche Freiheits- und Selbstbestimmungsrechte postulieren. Sie agieren demokratiefeindlich und missbrauchen die Unsicherheiten und ehrlichen Ängste von Menschen für ihre Zwecke. Wir verurteilen jegliche Form von Gewalt gegen Menschen sowie gegen öffentliche und private Sachwerte – wie hier in Altenkirchen geschehen bei den Brandanschlägen auf das Gesundheitsamt und auf das Rathaus. Wir sehen dies als Angriff auf unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung.

Rund 70 Abgeordnete kommen digital zusammen

In der Auseinandersetzung mit allen Fragen einer Bekämpfung der Pandemie streben wir einen achtsamen, einander wertschätzenden Austausch zwischen unterschiedlichen Positionen an. Frieden im Sinne des biblischen Schalom bedeutet in diesem Kontext Unversehrtheit in Gerechtigkeit und nimmt grundsätzlich und vor allem die Perspektive der Schwächsten am Konflikt Beteiligten wahr. Das sind alle diejenigen, die weltweit überhaupt keinen Zugang zu Impfstoffen, Diagnostika, Therapeutika und medizinischer Versorgung haben. Nur wenn deren Wohlergehen im Blick bleibt und künftig gewährleistet wird, leben wir auch in Zeiten einer Pandemie mit anderen, mit uns selbst und mit Gott im Frieden.

Autor:

Redaktion Altenkirchen aus Betzdorf

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