AK-Lockdown geht weiter
Grundschulen und Baumärkte machen auf

Während im Kreis Altenkirchen weiterhin alles "dicht" ist und der Lockdown verlängert wird, öffnen die Baumärkte und die Grundschulen wieder ihre Pforten.
  • Während im Kreis Altenkirchen weiterhin alles "dicht" ist und der Lockdown verlängert wird, öffnen die Baumärkte und die Grundschulen wieder ihre Pforten.
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  • hochgeladen von Marc Thomas

sz Kreis Altenkirchen. Der „AK-Lockdown“ geht weiter: Angesichts der nach wie vor hohen Infektionszahlen und einer Sieben-Tage-Inzidenz über 100 verlangt die Landesregierung, die bisher geltende Allgemeinverfügung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie um eine weitere Woche bis zum 28. März zu verlängern. Damit gelten die nächtliche Ausgangsbeschränkung, die Maskenpflicht in Fußgängerzonen, eingeschränkte Besuchsregeln für Seniorenheime und Einrichtungen der Eingliederungshilfe weiterhin.

Kindertagesstätten sind gemäß Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes bereits seit der laufenden Woche im Normalbetrieb. Neu ist: Ab kommender Woche starten die Grundschulen und Förderschulen bis zur vierten Klasse in den Wechselunterricht. Das ist das Ergebnis eines Gesprächs zwischen Kreisverwaltung und Vertretern der Landesregierung.

Die Regel zum Aufenthalt im öffentlichen Raum nur alleine oder mit den Angehörigen des eigenen Hausstands und einer Person eines weiteren Hausstands gilt damit ebenfalls weiter, ebenso alle Beschränkungen für Handel und Dienstleistungen, wobei Baumärkte nun öffnen dürfen, und das bereits ab Samstag.

Unüberschaubares Infektionsgeschehen

Die Regeln für Amateur- und Freizeitsport, Museen, Ausstellungen, Galerien, Gedenkstätten und ähnliche Einrichtungen gelten weiterhin.

Landrat Dr. Peter Enders zu Verlängerung der Maßnahmen: „Wir haben weiterhin Inzidenz-Werte von über 100. Es gibt ein weiterhin unüberschaubares Infektionsgeschehen mit wenigen größeren Herden wie an unseren Krankenhäusern in Altenkirchen und Kirchen. Wir haben keine Wahl bei der Gestaltung der Allgemeinverfügung.“ Gemäß den Vorgaben des Landes müsse man die wesentlichen Beschränkungen und Präventionsmaßnahmen aufrechterhalten. „Immerhin konnten wir weiterhin die Einschränkung des Bewegungsradius verhindern, der in der Muster-Verfügung des Landes vorgesehen ist“, so Ender weiter.

Beim Wechselunterricht für die Grundschule argumentiere das Land damit, dass die Kinder zumindest für ein paar Tage vor den Ferien soziale Kontakte haben sollen. Bei den Kindertagesstätten gelte: Es gebe keine Pflicht zum Besuch, aber viele Eltern seien eben darauf angewiesen.

Andere Parameter als bloße Orientierung an Inzidenz 

„Ich persönlich stelle mittlerweile die bloße Orientierung an der Inzidenz infrage, wir müssten auch andere Parameter betrachten. Außerdem dürfen wir unsere Regeln nicht an Kreis- oder Landesgrenzen festmachen. Wir bekommen Regelungs- Flickenteppiche, die niemand mehr überblickt. Ich appelliere an Bund und Land, hier andere Grundlagen zu schaffen“, so der Landrat.

Ihm bleibe weiterhin nur die Bitte an die Bevölkerung zu Vorsicht, Abstand, Hygiene und Geduld, auch wenn das abgenutzt klinge. Und: Die Impfkampagne müsse durch Beteiligung der Hausärzte an Fahrt aufnehmen. Ein erster Schritt seie da die Extra-Dosen Impfstoff für den Kreis, der ab nächster Woche verimpft werde. Enders: „Aber das muss so schnell wie möglich verstetigt werden. Jede Impfung schützt vor einer schweren Erkrankung.“

KOMMENTAR:

Völlig unverständlich Vorweg: Auch ich habe zwei Kinder im Grundschulalter, und beide vermissen ihre Freundinnen, ihre Lehrerinnen, ihre geregelten Abläufe, kurzum: die Schule. Und ich kenne den Spagat, den man als Berufstätiger immer wieder hinlegen muss, um den Kindern im Homeschooling gerecht zu werden. Natürlich wünsche auch ich mir, dass die Schule bald wieder regulär läuft. Trotzdem macht mich die Nachricht aus Altenkirchen sprachlos: Im Angesicht einer 135er-Inzidenz und eines diffusen Infektionsgeschehens wird beschlossen, dass die Grundschulen am Montag wieder in den Wechselunterricht gehen. Mit anderen Worten: Eine Woche vor den Osterferien wird das ganze System wieder hochgefahren, die Schüler knubbeln sich in den Bussen, es entstehen Kontakte noch und nöcher. Gleiches gilt für die Kindergärten: Auch die sind im AK-Land seit dieser Woche wieder im Regelbetrieb. Wie konsequent Zweijährige die Hygieneregeln einhalten, kann sich jeder selbst ausrechnen. Das wirft Fragen auf. Zum Beispiel diese: Was bleibt noch von der Notbremse, was bleibt von der Allgemeinverfügung, die sich der Kreis Anfang des Monats auferlegen musste? Welche Regeln sollen den Hotspot-Kreis AK wieder in ruhigere Fahrwasser bringen? Etwa die Maskenpflicht in den Fußgängerzonen, wo angesichts geschlossener Geschäfte kaum mehr los ist als in den Weiten Kamtschatkas? Oder die nächtlichen Ausgangssperren in Zeiten, in denen nahezu alle denkbaren Anlaufstellen ohnehin geschlossen sind? Und noch eine Frage drängt sich auf: Wer, bitteschön, soll diese Entscheidungen noch verstehen? Allerdings wird’s ohne Verständnis auch mit der Akzeptanz allmählich schwierig. Daniel Montanus d.montanus@siegener-zeitung.de
Autor:

Redaktion Altenkirchen aus Betzdorf

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