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Projekt „ReStart“
Hilfe beim Neubeginn nach Corona

Das Projekt „ReStart“ richtet sich an Soloselbstständige und Kleinstunternehmer, deren Geschäft durch die Corona-Pandemie und die staatlich verhängten Einschränkungen ins Trudeln geraten ist.
  • Das Projekt „ReStart“ richtet sich an Soloselbstständige und Kleinstunternehmer, deren Geschäft durch die Corona-Pandemie und die staatlich verhängten Einschränkungen ins Trudeln geraten ist.
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dpa/lrs Altenkirchen. Guter Rat ist teuer? Nicht immer. In Rheinland-Pfalz beraten Experten Soloselbstständige und Kleinstunternehmer, deren Geschäft durch die Corona-Pandemie und die staatlich verhängten Einschränkungen ins Trudeln geraten ist. Und das gratis. Finanziert wird das Förderprogramm „ReStart“ mit Mitteln der EU.

„ReStart“ ist Teil eines Maßnahmenbündels, mit dem das rheinland-pfälzische Arbeitsministerium Menschen unterstützt, die durch die Corona-Pandemie besonders getroffen wurden. Aktuell gibt es nach Angaben des Ministeriums landesweit zwölf „ReStart“-Projekte.

dpa/lrs Altenkirchen. Guter Rat ist teuer? Nicht immer. In Rheinland-Pfalz beraten Experten Soloselbstständige und Kleinstunternehmer, deren Geschäft durch die Corona-Pandemie und die staatlich verhängten Einschränkungen ins Trudeln geraten ist. Und das gratis. Finanziert wird das Förderprogramm „ReStart“ mit Mitteln der EU.

„ReStart“ ist Teil eines Maßnahmenbündels, mit dem das rheinland-pfälzische Arbeitsministerium Menschen unterstützt, die durch die Corona-Pandemie besonders getroffen wurden. Aktuell gibt es nach Angaben des Ministeriums landesweit zwölf „ReStart“-Projekte. „Unser Ziel ist es, Soloselbstständige während und nach der Pandemie dabei zu unterstützen, wieder wettbewerbsfähig zu werden, es zu bleiben und – im besten Fall – gestärkt aus der Krise hervorzugehen“, erklärt Arbeitsminister Alexander Schweitzer (SPD).

Projekt „ReStart“: Selbstständige Frauen und Kleinstunternehmerinnen im Fokus

Das Projekt steckt noch in der Anfangsphase. In der Region von der Mosel und dem Raum Koblenz bis in den Westerwald und von Neuwied bis nach Bad Ems kümmern sich Christopher Liptau und zwei weitere Coaches vom Trägerverein Familie & Beruf e. V. in Altenkirchen vor allem um selbstständige Frauen und Kleinstunternehmerinnen, deren Geschäfte seit Corona nicht mehr gut laufen. „Da geht es zum Beispiel um einen Tante-Emma-Laden auf dem Dorf. Oder um eine Hausfrau, die sich vor Corona mit einem Picknick-Service selbstständig gemacht hat“, berichtet Liptau.

Durch die Pandemie haben die Unternehmerinnen Probleme bekommen, ihre Kunden zu binden oder tun sich schwer, wieder an sie heranzukommen. Meist gehe es um ganz kleine Fälle mit einem Einkommen von 200 oder 500 Euro im Monat, erklärt der Berater. Viele dieser Frauen fielen durch das Raster anderer Förderprogramme. „Wir sprechen mit ihnen über die Situation und wie man ihnen am besten helfen kann“, so der Coach. „Wir schauen nicht nur auf das Kaufmännische und die Zahlen, sondern wir fragen die Menschen: Warum haben Sie sich damals selbstständig gemacht, wo liegen Ihre Stärken? Wo sind Schwächen, Probleme und Ängste?“

Projekt „ReStart“: Persönliche Kontakte wichtig

Das Team, das am 1. August seine Arbeit aufgenommen hat, verfüge über Experten, die lange Jahre Erfahrung in der Persönlichkeitsberatung haben. „Es geht darum, Erfolge wahrzunehmen und Energie daraus zu ziehen und vielleicht gestärkt aus der Situation herauszugehen“, betont Liptau. Bei der Kontaktaufnahme im ländlichen Raum mit älteren Unternehmerinnen und Selbstständigen komme man mit Online-Medien nicht sehr weit, erklärt er. Es laufe daher viel über persönliche Kontakte und Partnerschaften mit den Handelskammern, mit den Kommunen und der Bundesagentur für Arbeit.
Bei den Beratungen haben Liptau und sein Team festgestellt, dass die Familien ihrer Kundinnen eine wichtige Rolle spielten – positiv, aber auch negativ. „Wenn der Ehemann nicht möchte, dass seine Frau das Geschäft weiterführt, sagt die Frau dann auch oft „nein“„, berichtet er. Da könne man wenig erreichen. Es gebe aber auch positive Beispiele, dass Familienmitglieder unentgeltlich mit anpacken und helfen, wenn das Geschäft nicht gut laufe.

Oftmals denken die Leute auch, dass ein Haken dabei ist und noch eine Rechnung kommt und sie für die Beratung zahlen müssen.
Christopher Liptau
Berater

Immer wieder stoßen Liptau und seine beiden Kolleginnen auf das Problem, dass die Menschen keine Hilfe annehmen wollen und sagen: „Helfen Sie erst mal den anderen, die es nötiger haben“. Diese Zurückhaltung sei vor allem in der älteren Generation anzutreffen. Die Jüngeren dagegen gingen oft aktiv auf die Suche nach Förderprogrammen.

Projekt „ReStart“: Rund 20 Potentielle Teilnehmer

„Oftmals denken die Leute auch, dass ein Haken dabei ist und noch eine Rechnung kommt und sie für die Beratung zahlen müssen“, berichtet der Berater. „Wir müssen dann die Leute überzeugen, dass wir da sind, um zu helfen, und dass die Rechnung schon bezahlt ist.“

Das Programm sei jung und brauche noch etwas Anlauf, doch die erste Resonanz sei bislang sehr positiv, sagt Liptau. Rund 20 potenzielle Teilnehmer gebe es bereits. Die Gesamtzahl des noch bis Ende nächsten Jahres laufenden Programms ist auf 60 Plätze begrenzt. „Im Moment ist noch genug frei, so dass wir niemand wegschicken müssen“, sagt er.

Autor:

SZ Redaktion aus Siegen

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