Inzidenzwert schnellt nach Drei-Tages-Hochzeit auf 57
Kreis Altenkirchen ist Risikogebiet

Im Gemeindehaus der ev. Baptistengemeinde Altenkirchen fand die Hochzeitsfeier statt.
  • Im Gemeindehaus der ev. Baptistengemeinde Altenkirchen fand die Hochzeitsfeier statt.
  • Foto: rai
  • hochgeladen von Achim Dörner (Redakteur)

sz Kreis Altenkirchen. Der Kreis Altenkirchen ist Corona-Risiko-Gebiet. Nachdem die ersten Ergebnisse der Testungen im Zusammenhang mit der Hochzeit bei der evangelischen Baptistengemeinde in Altenkirchen am vergangenen Wochenende eingegangen sind, schnellen die Infektionszahlen in die Höhe. Mit Stand von Freitagnachmittag meldet das Kreisgesundheitsamt in Altenkirchen, dass bereits 50 Gäste der Hochzeit positiv auf eine Corona-Infektion getestet wurden. Dabei stehen noch etliche Testergebnisse aus, die erst für Montag erwartet werden, betont die Kreisverwaltung in ihrem täglichen Bericht.

150 Personen unter Quarantäne

Am Donnerstag und Freitag wurden rund 150 Personen aus dem AK-Kreis im Zusammenhang mit der Hochzeit getestet. Sie stehen unter Quarantäne. Das Gesundheitsamt appelliert in diesem Zusammenhang dringend an alle Beteiligten, sich aus gesundheitlichen und rechtlichen Gründen an die Regeln zu halten – zum Schutz für jeden selbst und zum Schutz für andere.
Bei den Testungen im Gesundheitsamt, so berichtet dessen Leiter Heinz-Uwe Fuchs, habe es bisweilen verbalen Widerstand gegeben, teilweise sei die Stimmung aggressiv gewesen.

"Jeder hat es in der Hand"

„Wir alle waren uns bewusst, dass die Infektionszahlen mit dem Herbst steigen würden. Ich habe überhaupt kein Verständnis dafür, wenn vergleichsweise wenige Unvernünftige die Situation noch verschlimmern. Verstöße gegen Quarantäneauflagen werden konsequent geahndet“, wird Landrat Dr. Peter Enders im Bericht der Kreisverwaltung zitiert. Und er mahnt: „Jede und jeder einzelne hat es in der Hand, etwas gegen die weitere Virus-Ausbreitung zu tun, indem man Abstand hält und die Hygieneregeln einhält. Es bringt auch nichts, wenn man Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamtes beschimpft, die sich seit Monaten im Kampf gegen die Pandemie engagieren.“ Auch wenn es weh tue: Vorsicht und Verzicht seien im Augenblick die besten Ratgeber. „Wir alle können Abstand halten: ob auf dem Fußballplatz, im Gottesdienst, im Restaurant oder bei einer Bücherlesung. Jeder kann auch eine Maske nutzen, wo dies – noch – nicht vorgeschrieben ist. Und wer im privaten Kreis feiert, muss sich verantwortungsbewusst selber fragen, was sein muss und was man lassen kann, ohne dass irgendwo eine Teilnehmerzahl festgeschrieben wird.“

Inzidenz bei 57

Mit der neuesten Entwicklung liegt die Sieben-Tage-Inzidenz für den Kreis Altenkirchen bei 57 Fällen auf 100 000 Einwohner (insgesamt 69 akut Infizierte). In den vergangenen Tagen lag dieser Wert zwischen 12 und 17. Damit erreicht der Kreis im Corona-Warn- und Aktionsplan für Rheinland-Pfalz Alarmstufe Rot (Risikogebiet). Ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35 (Gefahrenstufe Orange) erarbeiten Kreis und Land in einer gemeinsamen Task Force lokale Maßnahmen. Die Task Force gibt Empfehlungen für regionale Maßnahmen, die gegebenenfalls mit Einschränkungen des öffentlichen Lebens verbunden sind. Die weiteren Maßnahmen sollen spätestens am fünften Tag der Überschreitung des Sieben-Tage-Inzidenzwerts ergriffen werden, es sei denn das Geschehen ist eingrenzbar.

Besonnen und vernünftig bleiben

„Ziel ist es, Handlungsempfehlungen zu entwickeln, wie passgenau auf steigende Infektionszahlen lokal reagiert werden kann, um die Folgen für die Gesellschaft so gering wie möglich zu halten“, erklärt Enders. Sein abschließender Appell: „Wir haben es mit Besonnenheit und Vernunft im Frühjahr geschafft, die Infektionszahlen zu senken. Das muss noch einmal möglich sein.“

Autor:

Redaktion Altenkirchen aus Betzdorf

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