Bei hoher Immunisierung kaum noch Einschränkungen in Altenheimen
Land lockert Regeln

Auch im „Haus Mutter Teresa“ in Niederfischbach (im Vordergrund), wo die Immunisierungsquote bei 95 Prozent liegt, darf man auf baldige Lockerungen hoffen.
  • Auch im „Haus Mutter Teresa“ in Niederfischbach (im Vordergrund), wo die Immunisierungsquote bei 95 Prozent liegt, darf man auf baldige Lockerungen hoffen.
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dpa/sz Mainz/Kreis Altenkirchen. Rheinland-Pfalz lockert die Regeln für Gemeinschaftsaktivitäten und Besuche in den Altenheimen. Zudem stehen jetzt für Menschen in Obdachlosen- und Erstaufnahmeeinrichtungen sowie in Frauenhäusern, dem Maßregelvollzug und der psychiatrischen Tagespflege 12 000 Dosen des neuen Corona-Schutzimpfstoffs Johnson & Johnson bereit, wie Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) am Mittwoch in Mainz sagte. Mehr als eine Million Menschen und damit etwa ein Viertel der Bevölkerung sei inzwischen geimpft. Darunter seien alle Impfwilligen aus der Priogruppe 1.

Vorgezogen wurden die Impfungen für die rund 20 000 Lehrer an weiterführenden Schulen aus Priogruppe 3. Sie sollen bis Mitte Mai eine erste Spritze erhalten haben (siehe SZ von gestern). Von dieser Ausnahme abgesehen habe weiterhin die Priogruppe 2 Vorrang vor 3, betonte Bätzing-Lichtenthäler. In einigen der 32 Impfzentren sei allerdings auch schon die Gruppe 3 an der Reihe, während in anderen noch Menschen aus Gruppe 2 auf einen Termin warteten. Impfkoordinator Alexander Wilhelm rechnet aber im Mai und Juni landesweit „mit einem echten Impfschub“.

Bis Ende Mai erster Piks

Bis spätestens Ende Mai sollten alle 70 bis 79 Jahre alten Menschen aus Gruppe 2 ihren ersten Piks bekommen haben, sagte die Ministerin. Bereits mehr als 100 000 Menschen und damit fast alle aus dieser Altersgruppe noch im Registrierungspool verbliebenen hätten einen Termin. Die rund 140 000 Menschen aus dieser Gruppe, die eine Vorerkrankung haben oder als Kontaktpersonen von Schwangeren oder Pflegebedürftigen registriert sind, sollen ebenfalls größtenteils im Mai geimpft werden, zumindest aber bis Ende Mai einen Termin bekommen.

Bewohner von Altenpflegeheimen in Rheinland-Pfalz dürfen vom 3. Mai an wieder häufiger besucht werden und mehr gemeinsam machen – je nachdem, wie viele von ihnen bereits gegen Corona immunisiert sind. Zweite Bedingung ist die Zahl der Neuinfektionen im Kreis oder der Kommune - diese muss in den vergangenen sieben Tagen stabil unter 100 gelegen haben, weil sonst die Bundesnotbremse mit strengeren Regeln gilt. Das traf am Mittwoch nur auf sieben der 36 Kreise und kreisfreien Städte zu. Allerdings habe die Bundesregierung erkennen lassen, dass sie bei Altenheimen Ausnahmen von den Bestimmungen der Notbremse machen wolle, sagte die Ministerin. Die entsprechende Verordnung werde Ende Mai erwartet.Als immunisiert gilt, wer vor zwei Wochen die zweite Impfung bekommen oder im vergangenen halben Jahr eine Corona-Infektion überwunden hat. Menschen, die eine Infektion überwunden haben und danach einmal geimpft worden sind, gehören auch dazu.

Keine Besuchseinschränkungen mehr vorgesehen

Bei einer Immunisierungsquote von mehr als 90 Prozent sind in den Heimen keine Besuchseinschränkungen mehr vorgesehen. Gemeinschaftsaktivitäten im Heim inklusive Kaffee-Stündchen sind ohne Einhaltung des Abstandsgebots wieder möglich. Ein Mund-Nasen-Schutz ist für die Bewohner nicht verpflichtend. Das trifft zum Beispiel für das Niederfischbacher Altenheim „Haus Mutter Teresa“ zu. Dort seien etwa 95 Prozent der 103 Bewohner geimpft, teilte Dr. Christian Stoffers als Sprecher der Marien-Gesellschaft mit. Inzwischen habe sich das System eingespielt: Bei jeder Neuaufnahme nehme ein Hausarzt die Impfung vor.

Bei einem Immunisierungsanteil von weniger als 75 Prozent sind täglich Besuche von höchstens zwei Menschen aus zwei Haushalten vorgesehen, ohne zeitliche Beschränkung. Gemeinschaftsaktivitäten sind mit Mindestabstand und Mund-Nasen-Bedeckung erlaubt.

Bei Demenz reagieren
manche nur noch auf Berührung
und nicht mehr auf Worte.

Sabine Bätzing-Lichtenthäler
Gesundheitsministerin

Vier Menschen aus maximal zwei Haushalten können begrüßt werden, wenn die Immunisierung zwischen 75 und 90 Prozent liegt. Der Grad der Immunisierung regelt auch die Häufigkeit der notwendigen Tests für Bewohner und Mitarbeiter.

Auf Mindestabstand und Maske verzichten

Bei immunisierten Bewohnern ist unabhängig von der Quote in der Einrichtung der physische Kontakt mit Besuchern wieder möglich. „Bei Demenz reagieren manche nur noch auf Berührung und nicht mehr auf Worte“, erläuterte die Ministerin. Auf das Einhalten des Mindestabstands und dem Tragen der Maske kann verzichtet werden.

Autor:

Redaktion Altenkirchen aus Betzdorf

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