Ev. Kirche im Rheinland tagt via Zoom
Landessynodale wählen digitalen Weg

Mehr als 50 Stunden am Bildschirm verbrachten die rund 200 Abgeordneten als Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland zusammen. Debatten, Beratungen und Abstimmungen, aber auch die Berichte – wie hier von Präses Dr. Thorsten Latzel – fanden statt im Plenum an den heimischen Schreibtischen statt.
  • Mehr als 50 Stunden am Bildschirm verbrachten die rund 200 Abgeordneten als Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland zusammen. Debatten, Beratungen und Abstimmungen, aber auch die Berichte – wie hier von Präses Dr. Thorsten Latzel – fanden statt im Plenum an den heimischen Schreibtischen statt.
  • Foto: Petra Stroh
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

sz Kreis Altenkirchen. Bereits zum zweiten Mal und für mehr als 50 Stunden kamen nun die rund 200 Landessynodalen via Online-Sitzung zusammen – darunter auch Superintendentin Andrea Aufderheide, die Theologen Guido Konieczny und Joachim Triebel-Kulpe sowie zwei nicht-theologische Abgeordnete aus dem Kirchenkreis Altenkirchen.
Dabei gehörten die Themen Impfgerechtigkeit, die dramatische humanitäre Notlage Geflüchteter an den EU-Außengrenzen sowie das Schwerpunktthema Seelsorge und zahlreiche kirchenordnende Beschlüsse zum dicken „Paket“, das die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) bei ihrer jährlichen Synode zu beraten hatte.
Superintendentin Aufderheide, die auch als Berufsschulpfarrerin in Wissen wirkt, hat diesmal aber auch schon „mit halbem Auge“ auf die kommende Landessynode geschaut, die das Schwerpunktthema „Bildung“ haben wird.

Klimaschutz erneut wichtiger Diskussionspunkt

Die Hochwasserkatastrophe hat mit dazu beigetragen, dass auch der Klimaschutz erneut zu einem wichtigen Diskussionspunkt der Landessynode wurde. Landessynodale Petra Stroh, gleichzeitig auch Vorsitzende des kreiskirchlichen Ausschusses für „Umwelt, Mitwelt und Bewahrung der Schöpfung“, hatte ihren (Ausschuss-)Blick vor allem auch auf die praktikable Umsetzung des Beschlusses gerichtet, die rheinische Kirche bis 2035 treibhausgasneutral zu gestalten.
Aus einem Überschuss des landeskirchlichen Haushaltes sind bereits 3 Millionen Euro in die Projektstruktur geflossen. Weitere Entscheidungen der Landeskirche – etwa zu gesetzlichen Regelungen zur Online-Gremienarbeit oder zur Ausbildung Ehrenamtlicher in der Seelsorge – werden nun in die Vor-Ort-Arbeit eingebracht. Ebenso die gesellschaftsrelevanten Themen, in denen sich die Landessynode positioniert hat: Besorgnisse zur Situation der Flüchtlinge an Europas Außengrenzen, das Signal für politische und militärische Deeskalation im Russland-Ukraine-Konflikt oder Kritisches zur Ausrichtung der Fußball-WM in Katar und Weiteres.

Das grundlegende Problem,
dass in vielen Gemeinden
nicht genügend Kandidierende
für das Presbyterium gefunden werden,
wird durch diese Gesetzesänderungen
natürlich nicht gelöst.
Joachim Triebel-Kulpe
über die neuen Regeln zur
Stimmabgabe

Presbyteriumswahlen: digitale Stimmabgabe möglich

Im Bereich des „Innerkirchlichen Ausschusses“ hatte Gemeindepfarrer Joachim Triebel-Kulpe intensiv die Dinge im Blick, die die Gemeinden jetzt und künftig berühren. So auch die nächsten Presbyteriumswahlen im Februar 2024. Hierfür hat die Landessynode Wege geöffnet, dass dann zusätzlich zur Urnen- und Briefwahl auf Antrag eine digitale Stimmabgabe möglich ist. Zudem wird den Presbyterien die Möglichkeit eingeräumt, bei einer unzureichenden Liste die Kandidierenden in geheimer Wahl in einer Gemeindeversammlung bestätigen zu lassen. Als Pfarrer gleich zweier Gemeinden erhofft sich Triebel-Kulpe, dass mit diesen Maßnahmen die Wahlbeteiligung gesteigert wird und dass, – wenn keine „richtige“ Wahl zustande kommt – die Kandidierenden für das Presbyterium von den Gemeindegliedern in der Versammlung legitimiert werden.
„Das grundlegende Problem, dass in vielen Gemeinden nicht genügend Kandidierende für das Presbyterium gefunden werden, wird durch diese Gesetzesänderungen natürlich nicht gelöst.“ Er sieht deshalb die Verantwortlichen vor Ort schon frühzeitig gefordert, Menschen für das Leitungsgremium der Kirchengemeinde zu gewinnen.

Hintergrund „Landessynode“ Die in der Regel Anfang Januar und damit als erste aller EKD-Gliedkirchen jährlich tagende Landessynode ist das oberste Leitungsgremium der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR). Sie entscheidet über die wichtigsten Belange der Landeskirche. Von den mehr als 2,3 Millionen Mitgliedern der rheinischen Kirche, die zwischen Niederrhein und Saar in 37 Kirchenkreisen mit 643 Kirchengemeinden organisiert sind, gehören knapp 36 000 zum Kirchenkreis Altenkirchen (14 Gemeinden vor Ort). Fünf Abgeordnete hat der Kirchenkreis derzeit bei der Synode. Da Superintendentin Andrea Aufderheide gewähltes (nebenamtliches Mitglied) der Kirchenleitung ist, rückt auf ihren Posten des Synoden-Tableaus (zwei theologische/zwei nicht-theologische Abgeordnete) automatisch zusätzlich ihr Stellvertreter im Superintendenten-Amt nach. Oberster Repräsentant der EKiR ist seit 2021 Präses Dr. Thorsten Latzel. Er steht gleichzeitig der Kirchenleitung vor, die in der Zeit, in der die Landessynode nicht tagt, die Geschäfte führt.
Autor:

Redaktion Altenkirchen aus Betzdorf

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

4 folgen diesem Profil
ThemenweltenAnzeige

Anzeigen in der Siegener Zeitung
Anzeigen einfach online aufgeben

Egal ob privat oder gewerblich: Mit der Online-Anzeigenannahme der Siegener Zeitung können Kunden ihre Anzeige schnell und unkompliziert über das Internet aufgeben. Die Online-Anzeigenaufgabe bietet ein breites Spektrum an Gestaltungsmöglichkeiten und verschiedene Buchungsoptionen. Viele Kategorien und Muster für AnzeigenWählen Sie die gewünschte Kategorie und ein Anzeigenmuster, gestalten Sie Ihre eigene Anzeige und buchen Sie in der gewünschten Rubrik. Als registrierter Benutzer können Sie...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.